ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1998Verbesserung der Langzeitkontrolle der arteriellen Hypertonie mit Blutdruckselbstmessung

MEDIZIN: Zur Fortbildung

Verbesserung der Langzeitkontrolle der arteriellen Hypertonie mit Blutdruckselbstmessung

Dtsch Arztebl 1998; 95(45): A-2833 / B-2429 / C-2257

Vetter, Hans; Mengden, Thomas; Kraft, Karin

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LNSLNS Die Blutdruckselbstmessung ist der Gelegenheitsmessung (Praxismessung) bezüglich prognostischer Wertigkeit für hypertensiv bedingte Endorganschäden und Mortalität deutlich überlegen. In pharmakologischen Studien hat sich die Blutdruckselbstmessung zur Beurteilung des therapeutischen Effektes antihypertensiver Substanzen bewährt. Die auf die Medikamenteneinnahme bezogene Compliance und damit auch die Blutdruckeinstellung wird verbessert. Die Definitionen der Welt­gesund­heits­organi­sation für Normwerte der Praxismessung sind nicht für selbst gemessene Blutdruckwerte anwendbar. Aktuelle Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga sowie der amerikanischen Gesundheitsbehörden weisen für die Selbstmessung Werte von > 135/85 mmHg als pathologisch aus. Neuere Geräte mit automatischer Datenspeicherung und -analyse verbessern die Beurteilung durch den Arzt und verstärken die Anbindung des Patienten an die ärztliche Kontrolle.
Schlüsselwörter: Arterielle Hypertonie, Blutdruckselbstmessung, therapeutischer Effekt, Langzeitkontrolle


Self-Monitoring of Blood Pressure: Improvement of Long-Term Control of Arterial Hypertension Self-monitoring of blood pressure provides valuable information in the initial evaluation of patients with hypertension. Multiple readings obtained by daily self-monitoring help to reduce variability of blood pressure measurements dramatically. Therefore, self-measurement of blood pressure is ideally suited to assess response to antihypertensive medication during initial dose adjustment as well as during long-term follow-up. Furthermore, self-measurement improves patient adherence to treatment and potentially reduces costs. Blood pressure measurements in patients with hypertension tend to be higher in the clinic than outside the physician’s office. There is no universal agreement on upper limits of normal blood pressure, but readings of or above 135/85 mmHg should be considered elevated. Recent data also demonstrate a substantial observer error in documentation of self-measured blood pressure values. This bias may be reduced by memory-equipped blood pressure devices with interface data transfer to the physician’s computer.
Key words: Arterial hypertension, self-monitoring of blood pressure, therapeutical effect, long-term follow-up


Komplementäre Methoden zur Messung des arteriellen Blutdrucks, wie Blutdruckselbstmessung und ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM), haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Unter dem Begriff "Blutdruckselbstmessung" wird die häusliche Selbstkontrolle des arteriellen Blutdruckes und der Herzfrequenz durch den Patienten verstanden. Die Bedeutung der Blutdruckselbstmessung wurde bereits im Jahre 1930 von Brown erstmalig beschrieben (4). Erst gegen Ende der achtziger Jahre kam es zu einer raschen und weiten Verbreitung der Selbstmessung. Die zunehmende Anerkennung dieser Methode kumulierte schließlich in einer Erklärung der WHO, die das Jahr 1989 zum Jahr der Blutdruckselbstmessung erklärte.
Während die Entwicklung und die zunehmende Verbreitung der ABDM im wesentlichen durch klinische Forschung und ärztliche Initiative vorangetrieben wurde, ist die Entwicklung im Bereich der Blutdruckselbstmessung hauptsächlich durch eine starke industrielle Promotion charakterisiert. Damit werden die Patienten unabhängig vom Arzt zum Selbsterwerb eines Blutdruckmeßgerätes motiviert. Dies stellt einen wesentlichen Unterschied zu anderen Methoden der häuslichen Selbstkontrolle wie Blutzuckerbestimmungen, Peak-Flow-Bestimmungen oder Selbstkontrollen der Antikoagulation dar, wo der ärztliche Rat von großer Bedeutung ist.
Es ist davon auszugehen, daß die Mehrheit der Patienten mit arterieller Hypertonie Blutdruckselbstmessungen durchführt (18, 21). Dies spiegelt sich auch in jährlichen Verkaufszahlen von über einer Million Selbstmeßgeräten wider, die größtenteils über Sanitätshäuser, Warenhauskataloge und Kaufhäuser vermarktet werden (5, 11).
Da Ärzte beziehungsweise fachlich qualifiziertes Personal bei der Anschaffung eines Selbstmeßgerätes durch Patienten in der Regel nicht einbezogen sind, kann bei der Mehrheit der Patienten von einer fehlenden Instruktion bezüglich Meßtechnik und Interpretation der gewonnenen Daten ausgegangen werden.
Trotz des Vorliegens einer Vielzahl guter klinischer Studien zu epidemiologischen, pharmakologischen und prognostischen Fragestellungen existierten bis vor kurzem nur unzureichende Stellungnahmen internationaler Gesellschaften zu den Problembereichen wie Normwerten, Datengewinnung und Dateninterpretation. Die zurückhaltende Verwendung von Blutdruckselbstmeßdaten bei therapeutischen Entscheidungsprozessen verwundert deshalb nicht.
In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst die wichtigsten und für die ärztliche Praxis relevanten Grundlagen der Blutdruckselbstmessung skizziert werden. In dem zweiten Teil der Arbeit wird auf praktische Probleme für die Anwendung in der ärztlichen Praxis eingegangen, insbesondere unter Berücksichtigung einer sinnvollen Einbeziehung der selbstgemessenen Blutdruckdaten in den therapeutischen Entscheidungsprozeß.
Eine komplementäre Meßmethode
In der Diagnostik der arteriellen Hypertonie kommt der Praxismessung die Rolle eines Screeningparameters zu. Erst bei wiederholten Praxiswerten von > 140 und/oder > 90 mmHg (WHO) oder bei Vorliegen eindeutiger hypertensiver Endorganschäden sollte eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung zur Beurteilung des Schweregrades der arteriellen Hypertonie, des Tag-Nacht-Rhythmus und der Blutdruckspitzen durchgeführt werden. Zur Beurteilung des Therapieeffektes sind punktuelle Praxismessungen in der Phase der Dosistitration wie auch in der Langzeitkontrolle nur beschränkt - insbesondere für die Beurteilung der 24Stunden-Wirksamkeit antihypertensiver Substanzen - geeignet (29, 30). Die geringe Aussagekraft von Praxismessungen zur Abschätzung des antihypertensiven Effektes hängt mit der hohen Variabilität der einzelnen Gelegenheitsmessungen zusammen (28). Diese physiologisch und meßtechnisch bedingte Variabilität liegt oft über der tatsächlich erzielten Blutdrucksenkung, so daß antihypertensive Effekte im Bereich von 10/5 mmHg (systolisch/diastolisch) beim Patienten häufig nicht erfaßt werden und fälschlicherweise ein Therapieversagen vermutet wird. Interessanterweise lag nach einer Metaanalyse die durchschnittlich erzielte diastolische Blutdrucksenkung in großen Interventionsstudien nur bei 5 bis 6 mmHg (25)!
Die Genauigkeit der Blutdruckmessung zu therapeutischen Zwecken kann nur durch eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Messungen verbessert werden. Hierzu eignen sich prinzipiell die ambulante 24-StundenBlutdruckmessung wie auch die Blutdruckselbstmessung.
Die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM) ist zur wiederholten kurzfristigen Therapiekontrolle nur begrenzt einsetzbar, da sie aufgrund mangelnder Patientenakzeptanz und aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht beliebig oft wiederholt werden kann.
Daher lassen wir zunächst bei allen Hypertonikern täglich Blutdruckselbstmessungen über zwei Wochen durchführen, bevor eine antihypertensive Therapie eingeleitet wird oder eine bereits bestehende antihypertensive Therapie geändert wird. Die Mittelwerte dieser Heimmessungen dienen als Ausgangswerte der nachfolgenden Phasen der Dosistitration und Langzeitkontrolle. Stellenwert und Differentialindikation von traditioneller Praxismessung, Selbstmessung und ABDM sind in Grafik 1 dargestellt.
WHO-Definitionen nicht auf Blutdruckselbstmessungen übertragbar
Blutdruckselbstmessungen liegen ähnlich wie die Werte der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung deutlich niedriger als Praxismessungen (2, 3). Dieser Unterschied wird nicht durch Geräte oder Meßtechnik verursacht, sondern ist durch die Situation des Meßvorganges bedingt (27). Der Unterschied zwischen Praxis- und Selbstmessung steigt mit dem Schweregrad der arteriellen Hypertonie an und kann im Einzelfall bis zu 50 mmHg betragen (Tabelle 1). Die Diskrepanz zwischen Praxismessung und Selbstmessung darf jedoch nicht als sogenannte "Weißkittelhypertonie" interpretiert werden. Eine "Weißkittelhypertonie" darf erst bei normalen Werten für die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung, Blutdruckselbstmessung und ergometrischen Belastungsblutdruck sowie fehlenden Endorganschäden diagnostiziert werden.
Die Tabelle 1 zeigt die selbstgemessenen Blutdruckwerte eines unbehandelten Patienten mit hypertensiver Herzkrankheit und einem Praxisblutdruck von 190/110 mmHg. Die Diagnose der arteriellen Hypertonie wurde durch eine pathologische ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung mit Tages-Durchnittswerten von 143/84 mmHg gesichert. Der Durchschnitt aller am Morgen und Abend ermittelten Selbstmessungen betrug im untersuchten Patientenkollektiv 141/82 mmHg. Angesichts der relativ niedrigen Werte der Blutdruckselbstmessung wird nach unseren Erfahrungen in der Praxis bei einem solchen Patienten häufig noch die falsche Diagnose einer sogenannten "Weißkittelhypertonie" gestellt, insbesondere wenn keine Daten über die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung vorliegen. Dies hätte im dargestellten Beispiel zu einer prognostisch relevanten Unterschätzung des tatsächlichen Blutdruckniveaus und damit zu einer unzureichenden antihypertensiven Therapie geführt.
Oberer Normwert für die Selbstmessung 135/85 mmHg?
Zum Normwertproblem der Blutdruckselbstmessung liegen inzwischen mehrere größere epidemiologische Studien bei unbehandelten normo- und hypertensiven Populationen vor (12, 23, 24, 38). Die in diesen Studien vorgeschlagenen oberen Grenzwerte von < 135/85 mmHg entsprechen den oberen Grenzwerten für Tagesmittelwerte der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung.
Die inkorrekte Anwendung des Grenzwertes der Welt­gesund­heits­organi­sation von 140/90 mmHg, bezogen auf Blutdruck-Selbstmeßdaten, stellt somit einen methodischen Fehler dar, wenn ein Referenzwert der einen Meßmethode (Praxismessung) auch als Referenzwert für eine andere Meßmethode (Selbstmessung) benutzt wird. Darüber hinaus führt die falsche Anwendung der Grenzwerte der Welt­gesund­heits­organi­sation auch zu einer Unterschätzung des tatsächlichen Blutdruckniveaus und damit zu einer unzureichenden Therapie. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse zweier Populationsstudien zum Normwertproblem (12, 38). Die oberen Normwerte wurden statistisch aus den Perzentilen ermittelt, die einem Praxisblutdruck von 140/90 mmHg entsprachen. Die unterschiedlichen Ergebnisse resultieren aus der Anwendung verschiedener Studiendesigns (Unterschiede bei Altersverteilung, verwendetes Blutdruckgerät, Anzahl der Selbstmessungen). Die Wertigkeit dieser Normwertempfehlungen ist eingeschränkt, da kardiovaskuläre Endpunkte, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, nicht einbezogen wurden. Das so ermittelte "normale" Blutdruckniveau gestattet damit noch keine Aussage über die prognostische Bedeutung der rein statistisch errechneten oberen Grenzwerte. Vergleichende Untersuchungen unter Einbezug von Blutdruckselbstmeßwerten, Praxismessungen und ABDM bei Patienten mit gesicherter hypertensiver Endorganschädigung existieren bislang nicht.
Bessere Übereinstimmung der Selbstmessung mit ABDM und Endorganschäden
Die Grafik 2 zeigt in einem Patientenkollektiv von unbehandelten Hypertonikern mit nachgewiesener hypertensiver Herzerkrankung Praxisblutdruckwerte, Tagesmittelwerte der ABDM und Blutdruckselbstmeßwerte. Zum Vergleich sind Blutdruckselbstmessungen von normotensiven Probanden gegenübergestellt (33). In Bestätigung früherer Untersuchungen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Tagesmittelwerten der ABDM und den Blutdruckselbstmessungen (33). Die Übereinstimmung zwischen ABDM und Blutdruckselbstmessungen war in dieser Untersuchung (gemessen an den Korrelationskoeffizienten) deutlich besser als die Übereinstimmung von ABDM mit den Praxismessungen. Bei diesen Patienten hätte die fälschliche Anwendung der WHO-Empfehlungen (< 140/90 mmHg) bei der Interpretation der Selbstmeßwerte dazu geführt, daß 36 Prozent der Patienten mit nachgewiesener hypertensiver Endorganschädigung fälschlicherweise als normotensiv diagnostiziert und unzureichend behandelt worden wären.
Die prognostische Überlegenheit der Selbstmessung im Vergleich zu Praxismessungen spiegelt sich auch in den höheren Korrelationskoeffizienten zwischen Blutdruckhöhe und linksventrikulärer Herzhypertrophie deutlich wider (Tabelle 3). Noch härtere Daten bezüglich prognostischer Wertigkeit ergeben sich aus einer aktuellen japanischen Studie, in der prospektiv die Wertigkeit von Blutdruck-selbstmessungen bezüglich der korrekten Einschätzung der kardiovaskulären Mortalität untersucht wurde (17). Für die korrekte Voraussage eines tödlichen kardiovaskulären Ereignisses, bezogen auf die Höhe der initialen Blutdruckwerte, wurde gleichermaßen eine Überlegenheit der Blutdruckselbstmessung als auch der ABDM im Vergleich zur Praxismessung beobachtet.
Blutdruckselbstmessung in pharmakologischen Studien
Bevor die Blutdruckselbstmessung zur Beurteilung der therapeutischen Wirksamkeit antihypertensiver Substanzen empfohlen werden konnte, mußte zunächst ihre Wertigkeit im Vergleich zur Praxismessung und ABDM untersucht werden. Es zeigte sich übereinstimmend in allen von uns durchgeführten Studien, daß das Ausmaß der Blutdrucksenkung mit Selbstmessungen vergleichbar gut wie mit der ABDM zu beurteilen war (14, 19, 29-31). Die Wertigkeit der Selbstmessung bezüglich der Wirkungsdauer antihypertensiver Substanzen war besonders gut, wenn die Blutdruckselbstmessungen am Morgen und Abend vor Einnahme der Medikation durchgeführt wurden. Hierbei erlaubte die Blutdruckselbstmessung im Gegensatz zur Praxismessung eine eindeutige Unterscheidung zwischen langwirksamen Antihypertensiva mit 24-Stunden-Wirksamkeitsdauer und kürzer wirksamen Antihypertensiva. Die Blutdruckselbstmessung kann zwar für wissenschaftliche Fragestellungen nicht als Ersatz für die ABDM angesehen werden, bietet jedoch aufgrund ihrer beliebigen Wiederholbarkeit Vorteile in der Langzeitkontrolle.
Medikamententreue und Blutdruckeinstellung werden verbessert
Normotensive Blutdruckwerte (< 140/90 mmHg) werden trotz der Vielzahl potenter Antihypertensiva nur bei zirka einem Viertel aller medikamentös therapierten Patienten erreicht (24, 36). Eine Hauptursache der unzureichenden Kontrolle der arteriellen Hypertonie wird in mangelnder Compliance gesehen (24).
Die auf die Medikamenteneinnahme bezogene Compliance, das heißt, die korrekte Anwendung von verordneter Medikation in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit, stellt unbestritten einen der wichtigsten limitierenden Faktoren in der Therapie der arteriellen Hypertonie dar. Die mittleren Compliance-Raten in der Langzeitbehandlung betragen maximal 50 bis 60 Prozent (22). Die Blutdruckselbstmessung führt durch die aktive Mitarbeit und Beteiligung des Patienten an Behandlung und Überwachung seiner Erkrankung zu einer Verbesserung der Compliance. Die Motivation des Patienten zur Mitarbeit in der Therapie wird nach dem "health-belief"-Modell durch Faktoren wie erlebte Gefährlichkeit der Erkrankung, erlebte eigene Gefährdung durch mangelnde Mitarbeit und erlebter Nutzen durch Mitarbeit determiniert (15). Ein positiver Einfluß der Selbstmessung auf Compliance und damit auch auf die Blutdruckeinstellung besteht unbestritten (6, 9, 16). Grafik 3 zeigt bei unzureichend therapierten Hypertonikern den positiven Einfluß der Blutdruckselbstmessung auf Blutdruckeinstellung und Compliance (9).
Zuverlässigkeit selbstgemessener Blutdruckwerte
Voraussetzung für korrekt gemessene und dokumentierte Blutdruckwerte sind einerseits eine adäquate Instruktion der Patienten, andererseits die Meßgenauigkeit des Gerätes. Geräte, die die Validierungskriterien international anerkannter Protokolle erfüllen, können ohne Bedenken eingesetzt werden. Aufgrund der zum Teil vorherrschenden Tendenz zur Selbstanschaffung eines Gerätes durch den Patienten ist davon auszugehen, daß häufig Geräte erworben werden, die diese Kriterien nicht erfüllen. Des weiteren ist mit erheblichen Untersuchungsfehlern zu rechnen, da die Patienten in der Regel ihre Anwenderinformationen nur über unzureichende Gebrauchsanweisungen erhalten. Hierbei ist besonders zu kritisieren, daß sich fast alle uns bekannten Gebrauchsanweisungen noch immer fälschlicherweise an den Kriterien der Welt­gesund­heits­organi­sation für die Praxis-Blutdruckmessung orientieren.
Durch die Einführung vollautomatischer Geräte mit digitaler Anzeige der Blutdruckwerte sind die meisten Faktoren, die zu einem Untersuchungsfehler führen, eliminiert worden. Alle bisher publizierten Daten bezüglich diagnostischer und therapeutischer Wertigkeit der Blutdruckselbstmessung vertrauen auf die korrekte Übertragung der selbstgemessenen Blutdruckwerte in den Blutdruckpaß. Aktuelle Forschungsergebnisse unserer Arbeitsgruppe zur Frage der Zuverlässigkeit der Dokumentation zeigen jedoch, daß eine Vielzahl von durchgeführten Messungen von dem Patienten überhaupt nicht dokumentiert werden und insbesondere hohe Blutdruckwerte nicht in den Paß eingetragen werden (32).
Anwendung in der ärztlichen Praxis
Die Blutdruckselbstmessung kann für die Mehrzahl behandlungsbedürftiger Hypertoniker empfohlen werden, da sie einen erheblichen Informationszuwachs für therapeutische und prognostische Fragestellungen liefert, der durch die Praxis-Blutdruckmessung und die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung nicht zu erreichen ist. Die Hauptindikationen der Blutdruckselbstmessung sind im Textkasten dargestellt.
Geräteanforderung und Patienteninstruktion
Bei der Auswahl des Meßgerätes stellen sich im wesentlichen zwei Fragen:
1. Wo soll gemessen werden: Oberarm, Handgelenk, Finger?
2. Welches Gerät sollte benutzt werden?
Wir bevorzugen die Messung mit einer Oberarm-Manschette, womit gewährleistet wird, daß sich der Meßpunkt immer auf Herzhöhe befindet. Der rasante Zuwachs an Geräten zur Handgelenksmessung ist größtenteils durch eine starke industrielle Promotion und weniger durch ärztliche Indikation bedingt. Unter Laborbedingungen zur invasiven und nichtinvasiven Validierung dieser Geräte ist die Meßgenauigkeit als ausreichend zu betrachten (8). Da die Patienten allerdings in der Regel ohne vorausgehende ärztliche Instruktion messen, kommt es nach unseren Erfahrungen häufig zu einer falschen Positionierung des Meßpunktes und damit zu falsch-hohen oder -niedrigen Blutdruckwerten.
Von Finger-Blutdruckmessungen zur Langzeitüberwachung therapiebedürfter Hypertoniker raten wir und andere Arbeitsgruppen grundsätzlich ab, da die Variabilität dieser Messungen aufgrund funktioneller (Raynaud-Syndrom) und morphologischer Veränderungen der Fingerarterien zu groß für eine genaue Messung ist.
Die Geräte sollten die Standards mindestens eines internationalen Validierungsprotokolls erfüllen. Es haben sich die Protokolle der British Hypertension Society (BHS) sowie der Association for the Advancement of Medical Instrumentation (AAMI) durchgesetzt (1, 34). Bislang ist auf dem deutschen Markt nur ein Gerät verfügbar, welches die Standards beider Protokolle mit hohem Grading erfüllte (Stand: Oktober 1997; 10, 35). Die Patienteninstruktion sollte grundsätzlich durch einen Arzt erfolgen. Hinsichtlich der Details der Patienteninstruktion sei auf entsprechende Empfehlungen der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks verwiesen (13).
Datengewinnung und Datenanalyse
Die Patienten werden instruiert, den Blutdruck täglich morgens zwischen 6 und 8 Uhr sowie abends zwischen 18 und 20 Uhr vor Medikamenteneinnahme zu messen. Wird ein System mit automatischer Datenspeicherung benutzt, können die ermittelten Blutdruckwerte, ähnlich wie bei der ABDM, über eine entsprechende Software beurteilt werden. Der Hauptzielparameter ist der Durchschnittswert aller systolisch beziehungsweise diastolisch gemessenen Blutdruckwerte. Nebenzielparameter sind ähnlich wie bei der ABDM minimale und maximale Blutdruckwerte und die sogenannte blood pressure load (prozentualer Anteil an Werten > 140/90 mmHg). Zur genauen Beurteilung des Therapieerfolges empfehlen wir sowohl bei bislang unbehandelten als auch unbefriedigend eingestellten Hypertonikern zunächst eine zweiwöchige Ausgangsmessung. Die Durchschnittswerte dieser Ausgangsmessung bieten Orientierungsdaten in der nachfolgenden Phase der Dosistitration und Langzeitüberwachung. Nach unseren Erfahrungen liegen die am Morgen vor Medikation gemessenen Blutdruckselbstmeßwerte ("trough"-Werte) bei antihypertensiv behandelten Hypertonikern höher als die entsprechenden Tagesmittelwerte der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung. Der fehlende therapeutische Effekt auf den frühmorgendlichen Blutdruckanstieg ist bei einzelnen Patienten möglicherweise durch eine unzureichende 24-Stunden-Wirksamkeit der Medikation bedingt. Als Therapieziel sollte ein Durchschnittswert unter 135/85 mmHg angestrebt werden, gemäß den Empfehlungen der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks und der amerikanischen Gesundheitsbehörde.
Kontrolle durch den Arzt
Wie bereits erwähnt, stehen für den deutschen Markt bereits Blutdruckselbstmeßgeräte mit automatischer Datenspeicherung und -analyse zur Verfügung. Es ist hier eine ähnliche Entwicklung wie bei der ABDM zu prognostizieren. Die wesentlichen Vorteile liegen in der Elimination von Untersucherfehlern sowie in der statistischen Datenanalyse. Als weiteres wichtiges Argument für den Einsatz von Geräten, deren Daten durch entsprechende Software in der ärztlichen Praxis analysiert werden können, ist die damit verbundene Einbeziehung von ärztlichem Personal in die Dateninterpretation zu sehen. Die breite Anwendung eines solchen Konzeptes wird von einer entsprechenden Vergütung der behandelnden Ärzte abhängen, die das System erwerben und in ihrer Praxis anwenden. Ein entsprechender Qualifikationsnachweis zur Anwendung der Methode der Selbstmessung sollte erbracht werden.
Sozioökonomische Aspekte
Die nachweisbare Verbesserung der Compliance (regelmäßigere Medikamenteneinnahme) darf schon als kostensparend angesehen werden, wenn man von mittleren Complianceraten von 60 Prozent ausgeht. Hinweise, daß die Selbstmessung tatsächlich kosteneffizient ist, ergaben sich aus einer Studie des "Kaiser Permanent Medical Care"-Programms in San Francisco (37). Nach einem Jahr Beobachtungszeit waren die Kosten in der Gruppe mit Blutdruckselbstmessung 29 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe und die Blutdruckeinstellung deutlich besser. Eine bessere Langzeit-Blutdruckeinstellung durch die Anwendung der Blutdruckselbstmessung bedeutet schließlich eine erhebliche Reduktion der Folgekosten von Schlaganfall, Herz- oder Nierenversagen.
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Resümee
Die vorliegenden Daten zu diagnostischen, prognostischen und therapeutischen Aspekten der Blutdruckselbstmessung zeigen, daß durch den Einsatz der Selbstmessung eine Verbesserung der Langzeitkontrolle der arteriellen Hypertonie möglich ist. Definitive Studien zur Klärung der Frage, ob die durch die Hypertonie bedingte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität durch den Einsatz der Selbstmessung reduziert werden kann, stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch aus. Anforderungen an Meßgenauigkeit, Meßmethodik und Dateninterpretation müssen durch nationale und internationale Gesundheitsorganisationen genauer definiert und standardisiert werden. Nur die ärztlich kontrollierte Selbstmessung des Blutdrucks und die daraus resultierende Einbeziehung der ermittelten Daten in therapeutische Entscheidungsprozesse stellen einen wirklichen Nutzen für den Patienten dar.
Zitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 1998; 95: A-2833-2842
[Heft 45]
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über die Internetseiten (unter http://www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.
Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hans Vetter
Medizinische Universitäts-Poliklinik
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Wilhelmstraße 35-37 · 53111 Bonn


Tabelle 1
Blutdruck-Paß eines unbehandelten Patienten mit hypertensiver Herzkrankheit
Datum Zeit Oberer Wert Unterer Wert Puls
1. Juli 7.00 140 87 81
19.15 132 83 86
2. Juli 7.10 120 76 78
19.15 142 68 78
3. Juli 7.10 151 72 80
19.00 151 88 87
4. Juli 7.00 139 80 84
19.05 140 79 89
5. Juli 7.10 171 89 87
19.10 140 84 84
6. Juli 7.10 157 87 85
19.15 142 86 87
7. Juli 7.10 137 88 84
19.05 142 89 77
8. Juli 7.00 119 76 76
19.10 139 83 82
9. Juli 7.10 137 80 84
19.20 132 76 78
10. Juli 7.00 153 86 81
19.10 143 82 85
Praxisblutdruck: 190/110 mmHg; Tagesmittelwert der ambulanten 24-Stunden-Messung: 143/84 mmHg (normal < 135/85 mmHg). Es liegt trotz der relativ niedrigen Selbstmeßwerte eine therapiebedürftige Hypertonie vor!


Tabelle 2
Obere Normwerte für systolische und diastolische Werte von Blutdruckselbstmessungen zweier Populationsstudien
Referenz Systolisch Diastolisch
Weisser et al., 1994 (38) 133 mmHg 86 mmHg
(n = 503)
Gaudemaris et al., 1994 (12) 127 mmHg 83 mmHg
(n = 390)


Tabelle 3
Korrelation von systolischer und diastolischer Blutdruckhöhe und linksventrikulärer Herzhypertonie. Vergleich der Korrelationskoeffizienten von Praxismessung, ambulanter 24-Stunden-Messung und Blutdruckselbstmessung mit linksventrikulärer Herzhypertrophie
Praxis- Ambulante Blutdruck messung 24-Stunden- selbstmessung
Messung
Referenz systo- diasto- systo- diasto- systo- diasto lisch lisch lisch lisch lisch lisch
Devereux 0,24 0,20 0,50 0,39
et al. (7)
Kleinert (20) 0,22 0,07 0,45 0,40
et al. (20

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