ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Knietotalendoprothesen: International große Unterschiede

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Knietotalendoprothesen: International große Unterschiede

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1267 / B-1108 / C-1099

Krüger-Brand, Heike E.

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Künstliche Kniegelenke werden in den einzelnen Ländern in unterschiedlicher Fallzahl eingesetzt, berichteten Forscher der Universitätsklinik für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Graz beim 14. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (EFORT) in Istanbul. Nach einer internationalen Vergleichsstudie unterscheidet sich nicht nur die Rate der Knieprotheseneinsätze pro Einwohner von Land zu Land, sondern auch die Art der Eingriffe*.

Für die in Istanbul präsentierte Auswertung haben die Forscher Daten von elf relevanten Länder- oder Regionalregister ausgewertet, die sowohl über die Eingriffs- und Austauschraten von Knieprothesen als auch über das Alter der Patienten Auskunft geben. Danach variiert zwischen den einzelnen Ländern die Rate der erstmals gesetzten Knieprothesen zwischen 40 und 163 Eingriffen je 100 000 Einwohner, wobei der Durchschnitt bei 106 lag. In Relation am häufigsten unter den Vergleichsländern kommt die totale Knieprothese demnach in Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Schweden zum Einsatz, am seltensten in Neuseeland, Australien und Kanada.

Auch die Art der Fixierung der Prothesen weist deutliche Schwankungen auf: So werden etwa in Neuseeland 90 Prozent der künstlichen Kniegelenke vollständig mit Zement befestigt, während es in Australien nur 54 Prozent sind. Blickt man auf die Form des Oberflächenersatzes der Kniescheiben, ist die Variation noch stärker: In Dänemark kommt bei 72 Prozent aller Knietotalendoprothesen ein Patellarückflächenersatz zum Einsatz, der den Knorpel der Kniescheibe ersetzt – in Norwegen nur bei zwei Prozent.

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Als Begründung für die teils großen Unterschiede führen die Wissenschaftler unter anderem nationale Voraussetzungen in den Gesundheitssystemen an. Auch die Demografie könnte bei der großen Bandbreite der Ergebnisse eine Rolle spielen. KBr

*Quelle: Vielgut I, Kastner N, Pichler K, Holzer L, Glehr M, Gruber G, Leithner A, Labek G, Sadoghi P: Application and surgical technique of total knee arthroplasties: a systematic comparative analysis using worldwide registers, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23703540

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