ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Diabetes mellitus Typ 2: CT-Calzium-Score zeigt das kardiovaskuläre Risiko an

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Diabetes mellitus Typ 2: CT-Calzium-Score zeigt das kardiovaskuläre Risiko an

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1254 / B-1096 / C-1088

Vetter, Christine

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Lässt sich anhand von Calcium-Scores der Koronarien mittels Computertomographie (CT) das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern bestimmen? Dies war Fragestellung in einer Metaanalyse von acht Studien mit insgesamt 6 521 Patienten (mittlerer Beobachtungszeitraum 5,18 Jahre, 802 kardiovaskuläre Ereignisse).

Die Abhängigkeit vom Calcium-Score war deutlich: Für die Gesamtmortalität, für die Wahrscheinlichkeit eines kardiovaskulären Ereignisses und beide Parameter kombiniert war das relative Risiko bei einem Score von ≥ 10 um den Faktor 5,47 gegenüber einem Score von < 10 erhöht (95-%-Konfidenzintervall [KI] 2,59–11,53; p = 0,001). Die Sensitivität des kombinierten Endpunkts lag bei einem Score ≥ 10 bei 94 % (95-%-KI 89 %–96 %) bei einer Spezifität von 34 % (24 %– 44 %). Der positive und negative Wahrscheinlichkeitsquotient betrug 1,41 (1,20–1,66) und 0,18 (0,10– 0,30). Das Risiko, eine kardiovaskuläre Komplikation zu entwickeln, war damit bei einem Score <10 um das 6,8-Fache geringer als bei einem Score ≥ 10. In vier Studien mit 1 805 Teilnehmern (351 kardiovaskuläre Ereignisse) wurde bei einem Calcium-Score von ≥ 10 gegenüber einem Score von < 10 ein relatives Risiko von 9,22 (2,73–31,07; p = 0,005) ermittelt. Die positiven und negativen Wahrscheinlichkeitsquotienten betrugen 1,67 (1,30– 2,17) und 0,11 (0,04–0,29).

Fazit: In der sorgfältigen Metaanalyse konnte ein Calcium-Score ≥ 10 mit hoher Sensitivität kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität voraussagen, allerdings war die Spezifität niedrig. „Klinisch wurden daher viele Patienten fälschlich als Hochrisikopatienten eingestuft“, kommentiert Prof. Dr. med. Rainer Düsing vom Universitätsklinikum Bonn. Allerdings korrelierte ein Calcium-Score < 10 relativ präzise mit einem niedrigen Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko. Die Bedeutung der Studie relativiere sich vor dem Hintergrund, dass bei den eingeschlossenen Patienten keine klinische Charakterisierung, wie etwa eine Risikostratifizierung auf Basis der begleitenden Risikofaktoren erfolgte. Insofern bleibe unbeantwortet, ob die Bestimmung des koronaren Calcium-Scores einen prädiktiven Zusatznutzen hat. „Es ist somit bei Patienten mit Typ-2-Diabetes weiterhin generell von einem hohen kardiovaskulären Risiko auszugehen“, meint Düsing. „Bei welchen Typ-2-Diabetikern die Bestimmung des koronaren Calcium-Scores sinnvoll ist und welche klinische Konsequenzen sich ergeben, ist auch nach der aktuellen Metaanalyse noch nicht klar.“ Christine Vetter

Kramer CK, et al.: Coronary artery calcium score prediction of all cause mortality and cardiovascular events in people with type 2 diabetes: systemic review and meta-analysis, BMJ 2013; 346: f1654, doi: 10.1136/ bmj.f1654. MEDLINE

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