ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Chirurgischer Kleber: Einsatz bei Brustkrebsoperationen

TECHNIK

Chirurgischer Kleber: Einsatz bei Brustkrebsoperationen

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1268

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Eine Serie von drainagefreien Brustkrebsoperationen mit dem chirurgischen Kleber „TissuGlu“ des US-amerikanischen Herstellers Cohera Medical, Inc. (www.coheramed.de), ist erfolgreich verlaufen. Die Erfahrungen mit den am Sankt-Gertrauden-Krankenhaus in Berlin (Prof. Dr. med. Jens-Uwe Blohmer) und am Klinikum rechts der Isar, München (Dr. med. Stefan Paepke), durchgeführten Eingriffen deuten darauf hin, dass Frauen bei bestimmten Brustkrebsoperationen (Ablatio, Mastektomie) künftig auch ohne Drainagen versorgt werden könnten.

Bislang ist es üblich, nach einer Entfernung der Brustdrüse mindestens eine Drainage zu legen, um die Wundflüssigkeit abzuleiten. Drainagen sind für die Patientin jedoch sehr unangenehm und erfordern zudem einen längeren Klinikaufenthalt. „Unter Operateuren sind die Einschränkungen und Nachteile geschlossener Saugdrainagen bei solchen Eingriffen schon länger bekannt“, meinte Blohmer im Rahmen der Charité-Mayo-Conference in Berlin.

Der chirurgische Kleber kann beim Verschließen der Operationswunde eingesetzt werden. Bei dem Kleber handelt es sich um ein niedermolekulares hochverzweigtes Präpolymer. Während der Applikation binden die Enden des Moleküls an die Gewebeoberfläche, die Gewebeflüssigkeit reagiert mit den ungebundenen Enden der Moleküle, so dass sich diese miteinander verbinden und große Polymerketten bilden. Ein Netzwerk aus Polymerketten entsteht. Dieses ermöglicht, dass der Kleber weich und flexibel bleibt, dabei aber auch das Gewebe stark zusammenhält. Dadurch verhindert er die Bildung von Seromen und unterstützt die natürliche Heilung – eine wichtige Voraussetzung für den Beginn weiterer Therapien, die im Anschluss an eine Brustkrebsoperation notwendig sind.

Anzeige

Blohmer und Paepke haben die neue drainagenfreie Technik in einer Reihe von Mastektomien erprobt und planen jetzt eine Studie, um das Verfahren weiter zu untersuchen. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema