ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Nanoelektronik in der Medizin: Aneurysma und Schlaganfall im Fokus

TECHNIK

Nanoelektronik in der Medizin: Aneurysma und Schlaganfall im Fokus

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1267 / B-1108 / C-1099

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Aortenaneurysma in 3-D-Darstellung. Foto: picture alliance
Aortenaneurysma in 3-D-Darstellung. Foto: picture alliance

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt zwischen der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sollen die Möglichkeiten der Nanomedizin für Patienten, die an einem Aneurysma leiden, sowie für Schlaganfallpatienten untersucht werden.

Derzeit wird das Aortenaneurysma mittels Stents, die in die Hauptschlagader im Bauch eingeführt werden, therapiert. Der Stent verschließt die Aorta so, dass das Aneurysma vom Blutfluss abgeschnitten ist. Das Problem: In bis zu 40 Prozent der Fälle bilden sich im Laufe der Zeit undichte Stellen: Das Aneurysma kann platzen, und es tritt Blut in den Bauchraum. In dem gemeinsamen Projekt wollen die Ingenieure der TUHH und die Ärzte am UKE den Stent mittels Nanoelektronik optimieren. Ausgestattet mit im Endzustand bis zu 64 Sensoren und einem Schaltkreis übernimmt das Nanoelektronikimplantat zusätzlich eine überlebenswichtige Überwachungsfunktion: Es misst die Druckverhältnisse im Aneurysma und überträgt die Daten zu einem mobilen Lesegerät in der Größe einer Streichholzschachtel. Der Arzt oder Patient kann so die Daten jederzeit und überall ablesen. Den medizinischen Part im Projekt übernimmt die Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKE (Prof. Dr. med. Gerhard Adam). 

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In einem weiteren Projekt unter Beteiligung der Klinik und Poliklinik für Neurologie (Prof. Dr. med. Christian Gerloff) wollen die Forscher ein Gerät entwickeln, das den Alltag von Schlaganfallpatienten erleichtert. Der Patient erhält ein kleines tragbares Gerät, das elektrische Stimulationsimpulse an Nerven und Muskeln sendet und beispielsweise dafür sorgt, dass sich die Faust öffnet. Ausgelöst werden die Impulse durch eine Muskelbewegung der nichtgelähmten Seite.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Projekte mit 2,5 Millionen Euro. EB

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