ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Göttinger Transplantationsmediziner: Anklageerhebung wird erwartet

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Göttinger Transplantationsmediziner: Anklageerhebung wird erwartet

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1232 / B-1076 / C-1068

Siegmund-Schultze, Nicola

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Am Universitätsklinikum Göttingen wurden offenbar gezielt Patientendaten gefälscht. Foto: dpa
Am Universitätsklinikum Göttingen wurden offenbar gezielt Patientendaten gefälscht. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen gegen einen ehemals am Universitätsklinikum Göttingen tätigen Transplantationsmediziner beendet und darüber entschieden, ob Anklage erhoben werden soll. Der Arzt befindet sich seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Ihm werden bewusste Verstöße gegen Richtlinien zur Organtransplantation vorgeworfen mit dem Ziel, eigene Patienten auf der Warteliste nach vorn rücken zu lassen. Dadurch könnten andere Wartepatienten lebensbedrohlich gefährdet worden sein.

Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, bestätigte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt, dass bei seiner Behörde eine Abschlussentscheidung gefallen sei, wollte sich aber zum Inhalt der Entscheidung aus rechtlichen Gründen nicht äußern. Aus der Tatsache allerdings, dass der ehemalige Oberarzt in Haft bleibt, ist zu schließen, dass Anklage erhoben werden soll. Anderenfalls würde sich die Justiz der Freiheitsberaubung schuldig machen. Gegen einige weitere Ärzte und Mitarbeiter – insgesamt fünf bis sechs – liefen noch Ermittlungen, sagte Ziehe. Die Verfahren würden aber von dem gegen den früheren Oberarzt abgetrennt.

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Künftig sollen Manipulationen und bewusste Verstöße gegen Richtlinien zur Organtransplantation als Straftatbestand in das Transplantationsgesetz aufgenommen werden (siehe „Erneute Novelle“ in diesem Heft). nsi

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