ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Kulturkalender: „Farben heiß und heilig“

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Kulturkalender: „Farben heiß und heilig“

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1264 / B-1106 / C-1098

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: Nolde Stiftung Seebüll, 2013
Foto: Nolde Stiftung Seebüll, 2013

Baden-Baden/Halle

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15. Juni bis 13. Oktober/bis 28. Juli:

Emil Nolde und die Farbe

„Die Farben waren mir ein Glück. Es war, als ob sie meine Hände liebten“, sagte Nolde. Wie sehr die radikale Bildsprache des Expressionisten, mit der er vor dem Ersten Weltkrieg die deutsche Kunstszene provozierte, von der sinnlichen Kraft des Kolorits lebte, illustrieren zwei großartige Ausstellungen. „Die Pracht der Farben“ im Museum Frieder Burda zeigt 58 Ölbilder und 22 Aquarelle, die alle Werkphasen und Noldes zentrale Themen von der Natur über Porträts bis zu den Südseebildern umfassen (Foto: „Selbstbildnis“, 1917). Die religiösen Motive, Gartenbilder, exotischen Stillleben und orientalischen Szenen aus der Dekade von 1908 bis 1918 stehen im Mittelpunkt von „Emil Nolde. Farben heiß und heilig“ im Museum in der Moritzburg in Halle, das 1913 Noldes „Abendmahl“ ankaufte und damit einen Streit um die Museumswürdigkeit zeitgenössischer Kunst auslöste.

Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 8 b, Di.–So. 10–18; Stiftg. Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, Di. 10–19, Mi–So. 10–18 Uhr

Bonn

27. Juni bis 29. September:

Ein expressionistischer Sommer

Anlässlich der „Ausstellung Rheinischer Expressionisten“, die vor 100 Jahren auf Initiative August Mackes in Bonn stattfand, werden Arbeiten aus dem damaligen Künstlerkreis gezeigt. Dazu gehörten Heinrich Campendonk, Max Ernst, Otto Feldmann, August und Helmut Macke, Heinrich Nauen und Paul Adolf Seehaus.

Kunstmuseum, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21 Uhr

Hamburg

Bis 15. September:

Rodtschenko. Eine neue Zeit

Der Mitbegründer des Konstruktivismus entwickelte in den Jahren nach der Oktoberrevolution 1917 seinen Kosmos aus Gemälden, Collagen, Fotografien, Fotomontagen, Skulpturen und Typographie. Das avantgardistische Werk Alexander Rodtschenkos ist in der Retrospektive mit mehr als 150 Exponaten vertreten.

Bucerius Kunst-Forum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

Mönchengladbach

23. Juni bis 10. November:

Textiles: Open Letter

Ausgangspunkt der faszinierenden Ausstellung sind die gewebte Struktur und der Faden als organische Linie, wie sie zum Beispiel Paul Klee beschrieb. Textiles und Textilien spielen als Material, Struktur, Textur und Artefakt eine Schlüsselrolle in der Kunst und insbesondere in der Entwicklung einer abstrakten visuellen Sprache. Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von Magdalena Abakanowicz, Thomas Bayrle, Paul Klee, Florian Pumhösl und Rosemarie Trockel.

Städtisches Museum Abteiberg, Abteistraße 27, Di–Fr. 11–17, Sa./So. 11–18 Uhr

München

21. Juni bis 22. September:

Ivan Kožaric´

Aus Fundstücken realisiert er Skulpturen oder Installationen: Ivan Kožaric´ (*1921), der in Zagreb lebt und arbeitet, gehört zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern Kroatiens. Obwohl er früh internationale Anerkennung erlangte, ist sein Werk in Deutschland kaum bekannt. Das Münchener Haus der Kunst stellt mehr als fünf Jahrzehnte seines komplexen Œuvres vor.

Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, tgl. 10–20, Do. 10–22 Uhr

Worpswede

16. Juni bis 15. September:

Malerinnen um 1900

Ihre männlichen Kollegen nannten sie verächtlich „Malweiber“: Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Marie Bock, Clara (Rilke-)Westhoff und Hermine Overbeck-Rohte, denen um 1900 die Lehre an den Akademien nicht gestattet war und die mit Talent, Mut und Engagement ihrer Berufung folgten. Vier Worpsweder Museen, darunter die Kunsthalle mit ihrer sehenswerten Sammlung, widmen sich diesen Sommer den Pionierinnen der weiblichen Kunst.

Kunsthalle, Bergstraße 17, tgl. 10–18 Uhr; weitere Schauen: www.worpswede-museen.de

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Foto: Courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin
Foto: Courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin

Vom Leben gezeichnet

Die verschiedenen Lebenserfahrungen hinterlassen ihre Spuren in der Physiognomie eines Menschen. Mit diesem Phänomen haben sich renommierte Künstler wie Richard Avedon, Christian Borchert, Rineke Dijkstra (Foto: das bosnische Mädchen „Almerisa“, 1996), Roni Horn, Anna Jermolaewa, Friedl Kubelka, Andreas Mader, Michael Mauracher Nicholas Nixon, Roman Opalka und Thomas Struth auseinandergesetzt und den Prozess des Alterns über lange Perioden fotografisch festgehalten. Oftmals bildeten sie dieselbe Person oder sich selbst über Jahrzehnte im gleichen Darstellungsmodus ab. Die facettenreiche, äußerst sehenswerte Ausstellung der Kölner SK-Stiftung Kultur in Kooperation mit der österreichischen Landesgalerie Linz macht deutlich, wie diese quasi wissenschaftliche Vorgehensweise Einsichten in universale Prozesse erlaubt.

„AGES – Porträts vom Älterwerden“: Fotografische Sammlung/SK-Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Köln, Do.–Di. 14–19 Uhr (bis 28. Juli); Landesgalerie Linz, Museumstraße 14, A-4010 Linz, Di.–Fr. 9–18, Do. 9–19, Sa./So. 10–17 Uhr (7. November bis 16. Februar 2014).

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