ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Lebertest: Erhöhte Anforderungen an screenende Ärzte
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In der oben genannten Meldung berichten Sie, die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten fordere, die Bestimmung der ALT . . . allen Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren anzubieten. So könne der Entstehung unheilbarer Leberkrankheiten wirksam vorgebeugt werden.

Dieses Ziel ist begrüßenswert und die Bestimmung der ALT ein Schritt zu diesem Ziel. Die Bestimmung als Screeningparameter stellt aber auch erhöhte Anforderungen an die screenenden Ärzte. So ist nicht jedem ärztlichen Kollegen dauerhaft präsent, dass der Referenzbereich eines Laborwertes die zentralen 95 Prozent des Spektrums bei gesunden Personen umfasst, dass also prinzipiell immer auch 2,5 Prozent der gesunden Probanden (jeder 40.) ALT-Ergebnisse oberhalb des Referenzbereichs haben werden. Der Parameter korreliert mit Körpergröße und -gewicht, was bisher in den Referenzbereichen nicht berücksichtigt wird. Zusätzliche Unschärfen gibt es durch verschiedene Bestimmungsmethoden unterschiedlicher Hersteller . . . Ein wesentlicher Teil der Erhöhungen (. . . mehr als zwei Drittel) sind nicht durch primäre Lebererkrankungen, sondern Mitreaktionen der Leber bei zahlreichen anderen Erkrankungen bedingt. Weiter gibt es zahlreiche ALT-Erhöhungen durch die verschiedensten Medikamente. Die meisten Probleme lassen sich durch eine sorgfältige Anamnese, klinische Untersuchung und differenzierte Laboruntersuchung abklären, sind aber bei der Befürwortung des Screenings mit ihren Konsequenzen für den betroffenen Patienten und das Budget zu berücksichtigen.

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Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gregor Caspari,
LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum, 10559 Berlin

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