ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013BrustImplantate: Ärzte haften nicht für minderwertige Qualität

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BrustImplantate: Ärzte haften nicht für minderwertige Qualität

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1231 / B-1075 / C-1067

Hibbeler, Birgit

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Ärztinnen und Ärzte, die Brustimplantate der französischen Firma „Poly Implant Prothèse“ (PIP) verwendet haben, haften nicht für deren minderwertige Qualität. Das Landgericht Karlsruhe hat Schadensersatzklagen von zwei Patientinnen abgewiesen, die 2007 in einer Karlsruher Klinik PIP-Implantate erhalten hatten. Zum damaligen Zeitpunkt habe es keinen Anhaltspunkt für die Mängel und das betrügerische Verhalten des Herstellers gegeben, urteilten die Richter (Az.: 8 O 260/12 und Az.: 7 O 94/12).

Erhöhtes Rupturrisiko: Minderwertiges Brustimplantat der Firma PIP. Foto: picture alliance
Erhöhtes Rupturrisiko: Minderwertiges Brustimplantat der Firma PIP. Foto: picture alliance

„Die Schadensersatzklagen der Patientinnen wurde völlig zu Recht abgewiesen“, kommentierte Prof. Dr. med. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, die Entscheidung. Ärzte hätten keine Möglichkeit, Medizinprodukte vor der Anwendung umfassend zu prüfen. Sie müssten sich auf die offizielle Zulassung verlassen können.

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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät seit Januar 2012 zu einer Entfernung der PIP-Implantate. Zuvor war bekanntgeworden, dass diese Industriesilikon enthalten können. Bereits im März 2010 hatten französische Behörden die Vermarktung von PIP-Prothesen untersagt. BH

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