ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Mathias Jucker: Der Alzheimer-Demenz auf der Spur

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Mathias Jucker: Der Alzheimer-Demenz auf der Spur

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1261 / B-1103 / C-1095

Zylka-Menhorn, Vera

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Mathias Jucker, Foto: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Tübingen
Mathias Jucker, Foto: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Tübingen

Allein in Deutschland sind mehr als eine Million Menschen von der Alzheimer-Krankheit betroffen, sie ist damit die am häufigsten auftretende Altersdemenz. Zu den international führenden Vertretern der experimentellen Demenzforschung gehört Prof. Dr. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung der Universität Tübingen. Großes Medienecho erzielte der Neurobiologe 2010, als er und sein Team zeigten, dass die Alzheimer-Krankheit unter bestimmten Bedingungen von Tier zu Tier übertragen werden kann.

Im Labor hatte man transgenen Mäusen für Alzheimer typische Betaamyloidaggregate injiziert. Die Ergebnisse ließen vermuten, dass dadurch frühzeitig eine Ablagerung der bis dahin löslichen und unschädlichen Betaamyloidproteine induziert wurde. Dieser Versuch warf die Frage auf, ob sich auch Menschen mit der Alzheimer-Krankheit „infizieren“ könnten. Für diese Hypothese gab aber nicht nur Jucker (vorläufige?) Entwarnung: „Die Übertragung funktionierte immer nur in transgenen Tieren.“ Das von ihm entwickelte Mausmodell findet weltweite Verwendung.

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In jüngster Zeit arbeitet Jucker an der Früherkennung verschiedener Unterformen der Alzheimer-Krankheit. Darunter befindet sich die Entdeckung, dass die für Alzheimer verantwortliche Fehlfaltung von A-beta-Proteinen im Gehirn durch einen prionenähnlichen Mechanismus ausgelöst wird. Jucker erhält nun den mit 100 000 Euro dotierten „Hamburger Wissenschaftspreis 2013“. Vera Zylka-Menhorn

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