ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Rhön-Klinikum AG: Ringen um die Macht

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Rhön-Klinikum AG: Ringen um die Macht

Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1231 / B-1075 / C-1067

Flintrop, Jens; dpa

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Die überraschende Satzungsänderung bei der Rhön-Klinikum AG, mit der die Aktionäre am 12. Juni die „90-Prozent-Hürde“ für wichtige Entscheidungen gekippt hatten, wird juristisch überprüft. Der Großaktionär B. Braun Holding sowie weitere Anteilseigner wollten die Beschlüsse der Haupt­ver­samm­lung mit einer Klage anfechten, teilte Rhön am 13. Juni mit. Bei der Satzungsänderung waren die Stimmen von B. Braun aus formalen Gründen nicht berücksichtigt worden, weil der Stimmrechtsvertreter für die Stimmrechte von B. Braun nicht ordnungsgemäß legitimiert gewesen sein soll. Damit geht das Ringen um die Macht beim Klinikkonzern weiter.

Mit der geänderten Satzung könnte ein Großinvestor das Unternehmen bereits beherrschen, wenn er über 75 Prozent und eine Aktie verfügt. Der dafür infrage kommende und von Rhön-Gründer und -Aufsichtsratschef Eugen Münch favorisierte Gesundheitskonzern Fresenius, zu dem auch die Helios-Kliniken gehören, schwieg aber bisher zu einem möglichen weiteren Übernahmeversuch. Münch, der selbst noch 12,5 Prozent der Anteile hält, hatte die 90-Prozent-Hürde zum Schutz seines Einflusses einst selbst geschaffen, sich nun aber für die Streichung eingesetzt.

Fresenius war im vergangenen Jahr mit einer milliardenschweren Übernahmeofferte für den Konkurrenten gescheitert, weil nicht die erforderlichen 90 Prozent der Anteile zusammenkamen. Die Quote wurde knapp verfehlt, weil die Asklepios-Kliniken GmbH, hinter Helios und Rhön die Nummer drei auf dem Krankenhausmarkt, am letzten Tag der Annahmefrist 5,01 Prozent der Rhön-Aktien kaufte und so Verwirrung stiftete. Auch der Krankenhauszulieferer B. Braun Melsungen hatte Aktien gekauft – um zu verhindern, dass Rhön auf Fresenius-Produkte umsteigt. JF/dpa

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