ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2013Brust: Ein Kostenproblem
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1. . . . Richtig ist es sicher, wie in Österreich praktiziert, bei erhöhter Brust-Gewebedichte (ACR III-IV) die Screeningmammographie routinemäßig mit der Mammasonographie zu ergänzen, um „maskierte“ Karzinome (vergleiche auch Diskussion im DÄ 14/2013 bezüglich des Anteils an ILC/invasiven lobulären Karzinomen) zu detektieren. Die Kombination beider Methoden ist also eine Optimierung der Screeningdiagnostik! Das wird auch in Deutschland gefordert, scheitert wieder einmal an den Kosten, da von der gesetzlich versicherten Patientin selbst zu zahlen. Traurig!

2. Unabhängig davon erscheint das Intervall von zwei Jahren einfach zu groß, so dass es die Entwicklung von echten „Intervallkarzinomen“ bis zu zwei Zentimeter Größe und mehr zulässt. Daher bleibt das Problem der „Intervallkarzinome“ meines Erachtens weiterhin bestehen, wenn die empfohlene Ergänzung durch die Sonographie sogleich erfolgen sollte. Dabei vermisse ich statistische Aussagen über den Zeitpunkt des Auftretens der Karzinome innerhalb des 24-monatigen Intervalls. Zu vermuten wäre wahrscheinlich, dass die Anzahl derselben im genannten Zeitraum langsam ansteigt, also im zweiten Jahr eher als im ersten kumuliert?

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Dann ließe sich auch in Deutschland die Zahl der „Intervallkarzinome“ „senken“ beziehungsweise ihre rechtzeitige und kleinmaßige Detektion verbessern, wenn entsprechend der genannten USA-Studie bereits in einem Abstand von einem Jahr nach der erfolgten Screeningmammographie bei Patientinnen mit erhöhter Gewebedichte regelmäßig die Kontrollsonographie nach Einladung dazu erfolgen würde. (Um die Strahlenbelastung zu reduzieren, sollte und könnte hier auf eine jährliche Screeningmammographie verzichtet werden. Wie Prof. Mundinger vorschlägt, könnte dann der Zweifelsfall durch ergänzende MRT geklärt werden.)

Der Forderung nach der hochauflösenden Sonographie mit Schallköpfen von zehn bis 15 Megahertz kann dabei selbstverständlich nicht widersprochen werden.

Die Effizienz des gesamten Mammographiescreenings würde dadurch sicherlich weiter gesteigert werden. Es wird aber auch hier wiederum in Deutschland an den Kosten scheitern. Schade! Traurig!

Dr. med. Dankward von Ramin, 14612 Falkensee

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