ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 6/1998KBV-Checkliste: Jahr-2000-Problem und Euro

Supplement: Praxis Computer

KBV-Checkliste: Jahr-2000-Problem und Euro

Dtsch Arztebl 1998; 95(45): [19]

KBV

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LNSLNS Die Jahr-2000-Umstellung und die Einführung des Euro wirken sich auf die Hard- und Software-
Ausstattung in sämtlichen Bereichen aus. Vor dem Hintergrund, daß die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Köln, niemanden verpflichten kann, datentechnische Installationen vorzunehmen oder zu verändern, gibt die "Checkliste für Ärzte" (siehe Seite 20) eine Empfehlung, wie ein möglichst reibungsloser Übergang für die Arztpraxis sichergestellt werden kann. Um mögliche EDV-Fehlfunktionen in ärztlichen Praxen auszuschließen, wurde ein Fragenkatalog erarbeitet, der helfen soll, schon vorab die richtigen Fragen an Hard- und Software-Lieferanten zu stellen. Aus den Antworten ergibt sich der Handlungsbedarf der Zulieferer für die "Jahr-2000-Umstellung" und den Problemkreis "Euro", aber die Verantwortung für die Praxis liegt letztlich bei den Ärzten selbst. Der Euro macht Änderungen bei sämtlichen Werterfassungen notwendig. Ärzte sollten darauf achten, daß neben den Praxisprogrammen auch alle anderen Software-Elemente, etwa die Buchhaltung, kompatibel gemacht werden. Es sollte geprüft werden, ob die Schnittstellen zu Datev, Quicken oder auch Programmen wie MSMoney die Euro-Kompatibilität haben. Vorerst betrifft dies nur die Praxen, bei denen die Finanz- und Lohnbuchhaltung und deren Auswertung nicht vom Steuerberater, sondern in Eigenregie vorgenommen werden. Wer die Bearbeitung der Finanz- und Lohnbuchhaltung selbst vornimmt, sollte die nachfolgend aufgeführten Punkte beachten.
Die Hausbank garantiert in der Doppelwährungsphase (1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2001) die Abbildung von zwei Währungen, nämlich DM und Euro. Wenn etwa Privatpatienten in der Praxis schon mit dem Euro - denkbar wäre eine Zahlung per Scheck, ausgestellt in Euro - zahlen möchten, muß sich der Arzt entscheiden, ob er diese Währung akzeptieren und dann auch in Euro buchen möchte. Während der Doppelwährungsphase muß eine Software DM-Beträge in Euro-Beträge und umgekehrt umrechnen können. Dabei muß die Umrechnung nach den EU-Vereinbarungen erfolgen. Es ist notwendig, daß sich der Arzt mit den Softwarehäusern in Verbindung setzt und sich schriftlich zusichern läßt, ob und zu welchem Termin er mit der angeglichenen Software rechnen kann. Auch sollte er sich schriftlich bestätigen lassen, daß die umgestellte Software weiterhin den notwendigen Funktionsumfang hat. Geklärt werden sollten auch die Kosten der Umstellung.
Der Arzt sollte prüfen, ob eine Verbindung der vorgesehenen Maßnahmen mit der Jahrtausend-Umstellung möglich ist, und hierüber mit seinem Softwarehersteller bzw. den verantwortlichen Mitarbeitern sprechen. Folgende Punkte sind dabei zu klären: m Welcher zeitliche und personelle Aufwand für das Jahr 2000 und die Euro-Umstellung der verwendeten Individual-Software wird benötigt? m Inwieweit kann gegebenenfalls verwendete Individualsoftware durch Standardsoftware ersetzt werden?
m Sind die DM-Daten der vergangenen Jahre reproduzierbar? Es muß mit nachträglichen Korrekturen an alten Abrechnungen aus der Zeit vor der Umstellung gerechnet werden.
Wenn nicht alle Daten der verschiedenen Bereiche zum selben Zeitpunkt umgestellt werden, muß sichergestellt werden, daß die Weitergabe relevanter Daten gewährleistet ist. Auch die Hardware ist unter Umständen betroffen: So wird man in der Doppelwährungsphase nicht ohne doppelte Verarbeitung und Datenhaltung auskommen. Das führt zu längeren Verarbeitungszeiten und erhöhtem Speicherbedarf. Daher sollte überprüft werden, ob die Hardware diesen erhöhten Anforderungen entspricht, indem alle betroffenen Systeme in den verschiedensten Bereichen der Praxis kontrolliert werden. Eventuell ist es wirtschaftlich sinnvoll, die Hardware - dazu gehören alle rechnergestützten Systeme wie Automaten, Kartenlesegeräte und anderes - zu ersetzen. Vor allem Banken werden zum 1. Januar 1999 die Euro-Umstellung vollzogen haben. Andere Institutionen werden erst später folgen, so die Finanzverwaltungen und Sozialversicherungsträger voraussichtlich erst zum 1. Januar 2002. Der Arzt sollte diese Termine abklären, um rechtzeitig die technischen und zeitlichen Anforderungen abzustimmen. Ratsam ist es auch, Alternativen für den Fall zu entwerfen, daß die geplanten Zeitpunkte nicht realisierbar sind. Schließlich sollte ermittelt werden, welche Mitarbeiter von einer Umstellung betroffen sind, um zeitnahe Schulungen zu den Umstellungsaktivitäten einplanen zu können. Auch sollten die Mitarbeiter rechtzeitig über die Aktivitäten informiert werden. KBV,
Bereich Informationstechnik, Köln


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