ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 6/1998Praxisbericht: CD-ROM statt Laserfilme

Supplement: Praxis Computer

Praxisbericht: CD-ROM statt Laserfilme

Dtsch Arztebl 1998; 95(45): [35]

Ilgemann, Lars

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LNSLNS Die starken Umsatzrückgänge im ambulanten Bereich zwingen die niedergelassenen Radiologen dazu, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Wirtschaftlichkeit ihrer Praxen gesichert werden kann. Da Laserfilme einen großen Kostenfaktor darstellen, besteht ein Weg zur Senkung der Betriebskosten im Wechsel auf Papierausdrucke. Nachteilig sind dabei der immer noch erhebliche Qualitätsverlust und die selektive Bildauswahl. Wir haben uns daher entschlossen, den Patienten die CT- und MRT-Daten auf CD-ROM mitzugeben. Diese Lösung ist genauso preiswert (Kosten pro CD-Rohling knapp 3 DM), macht dafür aber eine selektive Bildauswahl überflüssig und ist von vergleichbarer Qualität wie Laserfilme.
Bisher verfügt allerdings erst ein Teil der überweisenden Ärzte über die notwendige Hardware. Als die ersten Patienten-CD hergestellt waren und einigen Hauptüberweisern demonstriert wurden, war die Reaktion angesichts der hohen Bildqualität und der einfachen Handhabung sehr positiv.
Wenn der Patient mit der CD in die Praxis des überweisenden Arztes kommt, legt dieser die CD in das Laufwerk seines Rechners. Auf jeder CD befindet sich neben der CT- oder MRT-Untersuchung die (für den Überweiser kostenfreie) Anwendersoftware "ImageView" zum Betrachten der Bilder. Sobald die CD geladen ist, wird die Software automatisch unter MS-Windows oder Windows NT (Dauer etwa zwei Minuten) installiert. Anschließend wird das CT oder MRT geladen (Dauer etwa 20 Sekunden). Beim zweiten Mal erfolgt das Laden der Bilder sofort.
Schnelle Befunderkennung
Für den überweisenden Arzt besteht der Vorteil darin, daß er die Befunde schnell findet und den Patienten auch auf dem Bildschirm zeigen kann. Im Befundbrief ist vermerkt, welches die entscheidenden Bilder sind. Diese lassen sich dann direkt anwählen und in Monitorgröße darstellen. Das zeitraubende Orientieren auf den Laserfilmen mit ihren vielen kleinen Bildern entfällt.
Das Brennen einer Patienten-CD ist einfach und dauert etwa sechs Minuten. Zusätzlich wird täglich eine ArchivCD des Vortages gebrannt. Dies geschieht im Hintergrund und behindert das Personal bei der aktuellen Arbeit nicht. Von der Archiv-CD können jederzeit Filme hergestellt werden, falls dies notwendig sein sollte.
Die Break-even-Analyse ergab, daß das Projekt ein "Nulläufer" wird, wenn es gelingt, 30 Prozent der CT- und MRT-Untersuchungen auf CD-ROM umzustellen (dies ist abhängig von der jeweiligen Systemkonfiguration).
Diese Grenze wurde schon nach wenigen Wochen erreicht, so daß trotz der hohen Investitionskosten bereits mittelfristig eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arztpraxis zu erwarten ist.
Wahrscheinlich von vergleichbarer Bedeutung wie der direkte Nutzen über die Filmersparnis dürfte der indirekte Nutzen über die bessere Akzeptanz der Praxis bei Überweisern und Patienten sein. Hartmut Berg, Lars Ilgemann
Systemvoraussetzungen: m Hardware: Auf Überweiserseite wird eine Hardwarekonfiguration benötigt, wie sie heute jeder Rechner besitzt. Auf seiten der Röntgenpraxis ist sowohl am CT als auch am MRT ein DICOM-Archivserver nötig, zweckmäßigerweise zusätzlich eine Workstation pro Modalität mit Möglichkeit der Doppelmonitorbefundung. m Software: "ImageView" und "RadWorks" von Applicare Medical Imaging B.V. Anschrift für die Verfasser: Dr. Dr. med. Hartmut Berg, Röntgeninstitut am Theaterplatz, Theaterplatz 4, 47798 Krefeld
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