ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2013Delegation im Team: Sieben Tipps, wie Sie Aufgaben intelligent delegieren

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Delegation im Team: Sieben Tipps, wie Sie Aufgaben intelligent delegieren

Dtsch Arztebl 2013; 110(26): [2]

Kutscher, Patric P.

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Delegieren beinhaltet auch, dass der Arzt den Delegationsempfänger befähigt, die Aufgabe konstruktiv bearbeiten zu können.

Von Klinikärzten wird erwartet, dass sie Führungskompetenz haben. Dazu gehört die Fähigkeit, im Team Aufgaben zu delegieren. Sieben Tipps, wie Sie Aufgaben intelligent delegieren:

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Tipp 1

Sie müssen nicht alles selbst erledigen.

In der modernen Arbeitswelt gehört die Teamfähigkeit zu den Schlüsselqualifikationen. Doch gerade Ärzte, die neu im Job sind oder die Stelle gewechselt haben, meinen, sich profilieren zu müssen. Und dann tendieren sie dazu, alles selbst machen und alles selbst erledigen zu wollen.

Zur Arbeit im Team gehört es aber nun einmal, Aufgaben zu delegieren oder mit anderen Menschen gemeinsam zu lösen – oder auch, aus Sicht des Arztes, mit Aufgaben, die an ihn delegiert wurden, professionell umzugehen.

Entscheidend ist die Arbeit an der Einstellung: Trauen Sie anderen Menschen etwas zu, zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, Aufgaben so zu übertragen, dass sie erfolgreich bearbeitet werden können.

Tipp 2

Delegieren Sie auch Kompetenzen und Verantwortung.

Wer Delegationskompetenz hat, zeigt dem Team: Ich möchte gemeinsam mit Euch etwas erreichen und erfolgreich sein!“ Und er signalisiert „nach oben“: „Seht her, ich bin fähig, Aufgaben im Verbund zu lösen, ich besitze Delegationsintelligenz.“ Es genügt beispielsweise nicht, etwa dem Assistenzarzt, der Schwester oder dem Pfleger mitzuteilen, man solle sich – zum Beispiel – um die Versorgung des Patienten auf Zimmer sieben kümmern. Intelligentes Delegieren bedeutet, dass der Arzt überdies die Kompetenzen und die Verantwortung überträgt und den Delegationsempfänger befähigt, die Aufgabe konstruktiv bearbeiten zu können.

Umgekehrt heißt das auch: Wenn an den Arzt eine Aufgabe delegiert wird, muss er im eigenen Interesse dafür Sorge tragen, dass man ihm die dafür notwendigen Kompetenzen und die Verantwortung überträgt.

Tipp 3

Räumen Sie Delegationsstolpersteine aus dem Weg.

Als Delegationsüberträger sorgt der Arzt dafür, dass dem Delegationsempfänger keine Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Konkret: Wenn ein Mitarbeiter eine administrative Arbeit erledigen soll, achtet der Arzt darauf, dass der Mitarbeiter Zugang zu den entsprechenden Unterlagen erhält. Die Aufgabe darf nicht daran scheitern, dass etwa der Krankenpfleger gar nicht die Möglichkeit hat, sie eigenverantwortlich anzugehen.

Tipp 4

Sprechen Sie ausführlich mit dem Mitarbeiter.

Bei komplexen und umfangreichen Delegationsaufgaben ist es hilfreich, ein Delegationsgespräch zu führen und die Rahmenbedingungen der delegierten Aufgabe mit dem Mitarbeiter im Detail zu besprechen. Zur Delegationsintelligenz gehört es, die W-Aspekte zu klären: Was soll die Schwester warum und wie und womit und bis wann erledigen?

Im Rahmen dieser Absprache kann der Arzt überdies die Frage des Kompetenztransfers und der Regelung der Verantwortlichkeit ansprechen.

Tipp 5

Motivieren Sie Mitarbeiter mit Hilfe der Delegation.

Delegation trägt dazu bei, dass der Mitarbeiter, der sich ernst genommen fühlt, mündiger, entscheidungswilliger, selbstbewusster und loyaler gegenüber seiner Führungskraft und seinem Arbeitgeber auftritt. Die aktive Beteiligung führt zur Identifikation mit Aufgaben und Zielen – und oft genug zu besseren Leistungen.

„Ich traue dir zu, komplexe Aufgaben zu übernehmen.“ Das ist die motivierende Botschaft, die Sie aussenden, wenn Sie intelligent delegieren.

Tipp 6

Lassen Sie die Mitarbeiter nicht alleine.

Wer delegiert, vertraut. Trotzdem sind Vorsicht und Kontrolle angesagt. Denn nicht jeder Mitarbeiter ist reif genug, eine komplexe Aufgabe zu übernehmen. Dies sollte der Arzt berücksichtigen, der Mitarbeiter darf weder über- noch unterfordert werden.

Und wenn er kontrollieren will oder muss, sollte er stets das Ergebnis überprüfen, nicht die Person. Fortschritte werden lobend anerkannt, Probleme diskutiert und offene Fragen angesprochen. Dazu gibt der Arzt ein ausführliches Feedback: „Lassen Sie uns schauen, wie es beim nächsten Mal noch besser funktioniert!“

Tipp 7

Sehen Sie die Delegation in einem Zusammenhang mit dem Betriebsklima.

Die Delegation ist mehr als eine Maßnahme zur Arbeitsorganisation. Der Arzt trägt mit seiner professionellen Delegationstechnik zur Mitarbeitermotivation und zur Entwicklung der Leistungsfähigkeit des Teams bei.

Und er selbst gewinnt mehr Zeit für das Wesentliche: das Patientengespräch.

Patric P. Kutscher

MasterClass Education, Zellertal

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