KULTUR

Art Cologne: Kauffreudige Besucher

Dtsch Arztebl 2013; 110(26): A-1330 / B-1166

Jaeschke, Helmut

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Mehr als 55 000 Besucher verzeichnete die diesjährige 47. Art Cologne. Damit hat sich die Kunstmesse endgültig von ihrer schweren Krise erholt. Foto: Koelnmesse GmbH
Mehr als 55 000 Besucher verzeichnete die diesjährige 47. Art Cologne. Damit hat sich die Kunstmesse endgültig von ihrer schweren Krise erholt. Foto: Koelnmesse GmbH

Viele Topgalerien sind nach Köln zurückgekehrt. Im Rheinland gibt es traditionell ein aufgeschlossenes Sammlerpublikum.

Mit der 47. Ausgabe der Art Cologne hat sich diese Kunstmesse endgültig von ihrer schweren Krise vor einigen Jahren erholt. Seit Übernahme der Messeleitung durch den ehemaligen Galeristen Daniel Hug 2008 sind immer mehr Topgalerien nach Köln zurückgekehrt, zum Teil unter Aufkündigung ihrer Teilnahme bei The European Fine Art Fair (TEFAF) in Maastricht. Mit lediglich 50 Galerien, die unter der Rubrik „Moderne Kunst“ in diesem Frühjahr in Maastricht auftraten, stellte die TEFAF keine echte Konkurrenz mehr für die Art Cologne mit ihren circa 200 Ausstellern dar. Allerdings wird die Art Basel mit ihren Dependancen in Miami und Hongkong weiterhin unangefochten die Nummer eins unter den Messen für Moderne Kunst bleiben.

Die mehr als 55 000 Besucher der Art Cologne zeigten sich nicht nur interessiert, sondern auch kauffreudig. Das mit 3,75 Millionen Euro teuerste Gemälde der Messe, Ernst-Ludwig Kirchners „Straßenbild vor dem Friseurladen“ von 1926, wurde zwar nicht verkauft, das Interesse für Kirchners Werke ist nach Auskunft der Schweizer Galerie Henze & Ketterer dennoch groß, bemerkenswerterweise wird das Spätwerk Kirchners mit kubistischen Adaptationen mittlerweile genauso geschätzt und preislich ähnlich hoch angesetzt („Sennerin am Piano“ für 3,25 Millionen Euro).

Das Alterswerk von Konrad Klapheck

Die Akzeptanz des Alterswerks von Konrad Klapheck – bei Fred Jahn waren seine erotischen Zeichnungen zu sehen – hat es da vorerst noch schwer, während eine seiner typischen Schreibmaschinen bei Schönewald, Düsseldorf, im mittleren sechsstelligen Bereich einen Liebhaber fand. Dem expressiven Spätwerk Picassos ist es allerdings nicht besser ergangen, erst Jahre nach seinem Tod ist die Qualität seines Alterswerks entdeckt worden. Bis zum 4. August hat man im Düsseldorfer Museum Kunstpalast noch Gelegenheit, alle Facetten des Klapheck’schen Gesamtwerks zu sehen. Gut beraten war die Galerie Klüser, München, den Belgier Jan Fabre mit seinen Großbildern und Objekten aus Tausenden grün schimmernden Smaragdkäfern auf die Messe zu bringen, denn zeitgleich widmet die Kunsthalle Recklinghausen (Direktor: Ferdinand Ullrich) in ihrer diesjährigen Ruhrfestspielausstellung dem Frühwerk Jan Fabres eine faszinierende Inszenierung. Obendrein zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden von Tony Cragg in Wuppertal Bronzeabgüsse seiner fantasievollen Insektenskulpturen aus den letzten sechs Jahren. So wundert es nicht, dass die Galerie Klüser Objekte des Belgiers für 240 000 Euro verkaufen konnte.

Bereits am Eingang zu den beiden Messehallen trumpfte die engagierte Düsseldorfer Sammlerin von Foto- und Videokunst, Julia Stoschek, mit einer Sonderausstellung ihrer Collection auf. Im Zentrum der Ausstellung stand eine dreifache Videoinstallation von Clemens von Wedemeyer, der schon auf der letzten Documenta zu den herausragenden Künstlern gehört hatte. Und beim Ausgang hatte man noch einmal Gelegenheit, die monumentale Skulptur von Katharina Grosse aus zwei mit Acrylfarbe besprühten Kunststoffkörpern auf sich wirken zu lassen.

Die 48. Art Cologne wird zehn Tage früher, vom 10. bis 13. April 2014, und damit nicht mehr parallel zur Art Brussels, aber näher an der TEFAF stattfinden, die Konkurrenz mit letzterer fürchtet man in Köln wohl weniger.

Dr. med. Helmut Jaeschke

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