ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2013Randnotiz: Krankenkassen ganz im Trend

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Randnotiz: Krankenkassen ganz im Trend

Dtsch Arztebl 2013; 110(26): A-1293 / B-1133 / C-1121

Hibbeler, Birgit

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Wer auf dem Hauptstadtkongress Anfang Juni in Berlin zu Gast war, der wird das Gefühl nicht los: Im Gesundheitswesen sind diejenigen, die ganz klassisch Patienten versorgen, mittlerweile in der Minderheit. Um die eigentliche Arbeit mit Kranken haben sich ganze Branchen entwickelt. Das sind Firmen und Personen, die für das Management von Prozessen, Strukturen und Personal zuständig sind.

Dabei ist es manchmal gar nicht so einfach zu verstehen, wer überhaupt welche Aufgaben hat. Denn man hat unterschwellig den Eindruck: Niemand will mehr sagen, was genau er tut. In unserer Welt wimmelt es von Produktentwicklern, Sales Managern, Senior Consultants und Key-Account-Managern.

Auch die Krankenkassen gehen diesen Trend mit: Sie wollen nicht mehr nur einfach Krankenkassen sein und auch keine „Kostenträger“. Nein, das ist alles überholt. Die Krankenkassen nennen sich jetzt „Leistungsträger“. Zumindest taucht dieser Begriff konsequent in dem kürzlich vorgelegten Gutachten zum Pflegebedürftigkeitsbegriff auf, an dem auch Kassenvertreter beteiligt waren. Wenn man die Ärzte dann auch noch als „Leistungserbringer“ bezeichnet, müsste es also heißen: „Die Leistungserbringer tätigen Gesundheitsleistungen am Beitragszahler. Und die Leistungsträger zahlen die Leistung.“ Man könnte natürlich auch sagen: „Der Arzt behandelt den Patienten. Die Krankenkassen zahlen.“ Aber das wäre ja langweilig. Das würde schließlich jeder verstehen.

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Ob die Abkehr vom Begriff „Kostenträger“ auch ein Eingeständnis der Krankenkassen ist, dass nicht immer die Kosten übernommen werden, sei mal dahingestellt.

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