ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1996Neue Chance für Care Deutschland: Vorwürfe erwiesen sich als gegenstandslos

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Neue Chance für Care Deutschland: Vorwürfe erwiesen sich als gegenstandslos

Korzilius, Heike

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LNSLNS Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) hat die Zusammenarbeit mit Care Deutschland wieder aufgenommen. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen hat der Organisation erneut das Spenden-Siegel zuerkannt. Das Verfahren gegen den ehemaligen Care-Geschäftsführer, Klaus Nöldner, wurde eingestellt. Mit gestraffter Organisation stellt sich die Hilfsorganisation nun der Bewährungsprobe.


Care wird von uns behandelt wie ein Erstantragsteller, der sich bewähren muß", kommentierte ein Sprecher des BMZ die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation. Das Ministerium hatte Ende 1994 die finanzielle Unterstützung von Care-Projekten eingestellt, weil, so das BMZ, bei Care "die Anforderungen an das Rechnungswesen nicht genügend berücksichtigt wurden". Außerdem kritisierte das Ministerium die mangelnde Professionalität der Mitarbeiter. Mittlerweile seien jedoch die Grundlagen für eine Neubewertung der Zusammenarbeit geschaffen worden. Care habe seine interne Organisation gestrafft, und es habe einen personellen Neuanfang gegeben. Entscheidend für die erneute Zusammenarbeit sei jedoch, daß mittlerweile auch die dringend notwendigen internen Kontrollen im Rechnungswesen durchgeführt würden.
Das BMZ hat deshalb zugestimmt, Care bei der Einrichtung einer orthopädischen Werkstatt in Santiago de Chile mit 52 500 DM zu unterstützen. Wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte, handelt es sich dabei um ein "Bewährungsprojekt" für Care. Darum überschreite die Fördersumme von rund 50 000 DM kaum die anderer Erstantragsteller. Nach Angaben des BMZ hatte die Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen Vorsitzenden von Care, Klaus Nöldner, keinen Einfluß auf die Entscheidung zur erneuten Zusammenarbeit.
Auch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) in Berlin hat der Hilfsorganisation auf eigenen Antrag erneut das Spendensiegel erteilt. Die Berliner Organisation begründete ihre Entscheidung damit, daß die interne Organisationsstruktur bei Care wesentlich verbessert worden sei. Das Verfahren, das gegen den ehemaligen Care-Vorsitzenden Klaus Nöldner wegen des Verdachts der Zweckentfremdung von Geldern eingeleitet worden war, wurde Ende 1995 eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte Unterlagen und Bilanzen von Care sichergestellt. Die Überprüfung der Aktion "Helft Rußland" sowie die kleinerer Projekte in Asien, im Tschad und in Südamerika hat laut Staatsanwaltschaft jedoch ergeben, daß Gelder nicht zweckentfremdet angelegt wurden und somit kein hinreichender Tatverdacht für eine Anklage bestand.
Nöldner hat darüber hinaus den Arbeitsgerichtsprozeß gegen seinen früheren Arbeitgeber, den Hartmannbund, gewonnen. Das Gericht hat ihm eine Abfindung in Höhe von 1, 8 Millionen DM zugestanden. HK

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