ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Hochwertiges logistisches Konzept zum Interhospitaltransport unerlässlich
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Die Autoren um Thomas Müller schildern in Ihrer interessanten Übersichtsarbeit (1) die Anwendung von Lungenunterstützungsverfahren wie unter anderem der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) bei schwerem Lungenversagen (ARDS) des Erwachsenen. Der Beitrag ist hochinteressant, weil er sehr gut die Renaissance des Verfahrens in den letzten Jahren und dessen heutige Bedeutung aufzeigt. Zwei Punkte kommen in der Darstellung allerdings etwas zu kurz und sollten zusätzlich noch erwähnt werden:

Sowohl der boden- als auch luftgebundene Intensivtransport von ECMO-Patienten hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Autoren geben an, dass von Januar 2006 bis Juli 2012 am Universitätsklinikum Regensburg insgesamt 266 Patienten mit einer veno-venösen ECMO behandelt wurden. Dabei wäre es sehr interessant zu wissen, welcher Anteil dieser Patienten in einem auswärtigen Krankenhaus kanüliert und nachfolgend mittels Interhospitaltransport transportiert wurde (Angabe der Autoren > 100). Auch Art und Häufigkeit von transportbedingten Komplikationen wären äußerst interessant, da hierzu nahezu keine validen Daten publiziert sind. Grundsätzlich gilt gerade für die Implantation einer ECMO in einem dezentralen Krankenhaus und für den darauf folgenden Interhospitaltransport, dass hierzu ein hochwertiges logistisches Konzept mit Einsatz eines möglichst kleinen Teams mit exzellenter Fachexpertise sowie regelmäßiges Training unerlässlich sind (2). Nur so können Transporte erfolgreich auf einem qualitativ hohen Niveau durchgeführt werden.

Weiterhin ist die Implantation einer ECMO schon seit fast 40 Jahren eine etablierte Therapieoption bei der Behandlung eines ARDS bei Neugeborenen. Nach einer ersten Beschreibung im Jahr 1975 durch R.H. Bartlett aus Kalifornien wurde eine ECMO bei einem Neugeborenen erstmals in Deutschland im Jahr 1987 am Universitätsklinikum Mannheim eingesetzt (3) und hat seitdem in der pädiatrischen Intensivmedizin einen festen Stellenwert. Ein kurzes Eingehen auf die Besonderheiten der ECMO-Therapie bei pädiatrischen Patienten wäre wünschenswert gewesen.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0485b

PD Dr. med. Jochen Hinkelbein, D.E.S.A., E.D.I.C.

Dr. med. Oliver Spelten

Christian Mey, D.E.S.A.
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Universitätsklinikum Köln

jochen.hinkelbein@uk-koeln.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Müller T, Bein T, Philipp A, Graf B, Schmid C, Riegger G: Extracorporeal pulmonary support in severe pulmonary failure in adults—a treatment rediscovered. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(10): 159–66 VOLLTEXT
2.
Philipp A, Arlt M, Amann M, et al.: First experience with the ultra compact mobile extracorporeal membrane oxygenation system Cardiohelp in interhospital transport. Interact Cardiovasc Thorac Surg 2011; 12: 978–81 CrossRef MEDLINE
3.
Kachel W, Arnold D, Rettwitz W, Lasch P, Brands W: Extracorporeal membrane oxygenation (ECMO). A treatment alternative for newborn infants with severe respiratory disorder. Monatsschr Kinderheilkd 1987; 135: 735–41 MEDLINE
1.Müller T, Bein T, Philipp A, Graf B, Schmid C, Riegger G: Extracorporeal pulmonary support in severe pulmonary failure in adults—a treatment rediscovered. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(10): 159–66 VOLLTEXT
2.Philipp A, Arlt M, Amann M, et al.: First experience with the ultra compact mobile extracorporeal membrane oxygenation system Cardiohelp in interhospital transport. Interact Cardiovasc Thorac Surg 2011; 12: 978–81 CrossRef MEDLINE
3.Kachel W, Arnold D, Rettwitz W, Lasch P, Brands W: Extracorporeal membrane oxygenation (ECMO). A treatment alternative for newborn infants with severe respiratory disorder. Monatsschr Kinderheilkd 1987; 135: 735–41 MEDLINE

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