ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Hantaviren als zoonotische Krankheitserreger in Deutschland

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Hantaviren als zoonotische Krankheitserreger in Deutschland

Hantaviruses as zoonotic pathogens in Germany

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(27-28): 461-7; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0461

Krüger, Detlev H.; Ulrich, Rainer G.; Hofmann, Jörg

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Hintergrund: Die Hantavirus-Erkrankung ist eine Zoonose, die zunehmend klinische Bedeutung besitzt. Im Jahr 2012 wurde in Deutschland mit mehr als 2 800 gemeldeten Erkrankungsfällen ein neuer Höchststand erreicht. Die Viren werden von kleinen Säugetieren auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber und einer nichtpathognomischen Symptomatik, an deren Ende Schock und Organversagen stehen können.

Methoden: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche unter Berücksichtigung eigener Erfahrungen als Verantwortliche des Nationalen Konsiliarlaboratoriums für Hantaviren sowie internationaler und nationaler Empfehlungen.

Ergebnisse: In Deutschland sind Infektionen durch zwei Hantavirus-Spezies klinisch relevant. Im Südwesten und Westen Deutschlands sowie im Bayerischen Wald kommt es in 2- bis 3-jährigen Abständen zu großen Ausbrüchen von Erkrankungen durch das Puumalavirus, das von der Rötelmaus übertragen wird. Außerdem führen im Norden und Osten des Landes Infektionen des von der Brandmaus stammenden Dobrava-Belgrad-Virus zu Erkrankungen. Neben der Nutzung von serodiagnostischen Primär- und Bestätigungstests ist es möglich, virale Nukleinsäure während der frühen Krankheitsphase zu amplifizieren und diese mit der Virusnukleinsäure aus den Reservoirwirten der entsprechenden Infektionsorte zu vergleichen. Während Infektionen mit amerikanischen Hantavirus-Typen zu Erkrankungen mit Letalitäten von etwa 35 % führen und auch in Südosteuropa und Asien beheimatete Erreger hoch pathogen sind, verlaufen die fieberhaften Erkrankungen durch die in Deutschland heimischen Viren in der Regel vergleichsweise mild.

Schlussfolgerungen: Bei unklarem Fieber bei Patienten, die in Risikogebieten leben, sowie bei Patienten mit unklarer Nierenfunktionsstörung sollte der behandelnde Arzt eine Infektion mit Hantaviren bedenken und die entsprechende Virusdiagnostik veranlassen.

LNSLNS

Die Bedrohung der menschlichen Gesundheit durch die Übertragung zoonotischer Viren ist ein hoch aktuelles Thema. So wird neben den immer wieder vorkommenden Übertragungen von Influenzaviren vom Tier auf den Menschen gegenwärtig auch die Gefährdung durch neue Coronaviren intensiv diskutiert. Nach dem SARS-Ausbruch im Jahr 2003 kam es erst jüngst wieder zu Einschleppungen eines neuen Coronavirus HCoV-EMC – das Lungenerkrankungen mit hoher Letalität auslöst – auch nach Deutschland (1). Das Virus wird vermutlich von bestimmten Fledermäusen auf den Menschen übertragen (2). Eine andere zoonotische Erkrankung, die weitaus mehr Patienten betrifft, ist die Hantavirus-Erkrankung (3, 4). Humanpathogene Hantaviren werden von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen, wobei solche Viren in jüngster Zeit auch in Spitzmäusen, Maulwürfen und nun sogar Fledermäusen (5) nachgewiesen wurden.

Aktuelle Entwicklungen

Im Jahr 2012 wurden dem Robert Koch-Institut 2 824 Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland gemeldet. Dies ist eine Rekordzahl seit Einführung der Meldepflicht für diese Erkrankungen im Jahr 2001 (Robert Koch-Institut, SurvStat, www3.rki.de/SurvStat). In Deutschland imponieren Hantavirus-Erkrankungen vor allem durch initial hohes Fieber und Nierenfunktionsstörungen. Während diese Infektion in Deutschland noch vor wenigen Jahren in der Ärzteschaft und Öffentlichkeit fast unbekannt war, gehört die Hantavirus-Erkrankung (zusammen mit Noro- und Rotavirus-Erkrankungen, Influenza und Hepatitis C) jetzt zu den fünf häufigsten namentlich meldepflichtigen Viruserkrankungen. Dies erfordert neue Anstrengungen in der Erforschung der Erkrankung einschließlich ihrer Epidemiologie, Prophylaxe und Therapie.

Anfang September 2012 machte zudem die Meldung Schlagzeilen, dass im kalifornischen Yosemite-Nationalpark ein Ausbruch von Hantavirus-Erkrankungen stattgefunden hat, die vor allem durch kardiopulmonale Komplikationen imponierten. Von zehn Erkrankten starben drei Patienten (6). Hantavirus-Erkrankungen sind in Amerika zwar seltener als in Europa und Asien, dafür verlaufen sie aber klinisch deutlich schwerer (7).

Klinische Manifestation

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2–3 Wochen, jedoch wurden auch kürzere und längere Fristen (bis zu 6 Wochen) beobachtet (8). Die Krankheit verläuft in mehreren direkt aufeinander folgenden Phasen (3, 4, 911), wobei insbesondere zum Beginn die Symptomatik nicht pathognomonisch ist. Am Beginn der Erkrankung stehen

  • abrupter Fieberanstieg
  • Kopf-, Bauch-, Flanken- und/oder Rückenschmerzen
  • oft Übelkeit/Erbrechen
  • Schüttelfrost
  • Konjunktivitis
  • häufig auch passagere Sehstörungen.

Oft werden in dieser ersten Phase Analgetika und Antipyretika verabreicht, die dann fälschlicherweise für die später auftretende infektionsbedingte Niereninsuffizienz verantwortlich gemacht werden. Je nach Schwere der Erkrankung kann man die einzelnen klinischen Phasen mehr oder weniger deutlich unterscheiden: Auf die 3- bis 4-tägige febrile Phase folgt die Phase der Hypotension, in der auch schon weitere hämostatische Störungen auftreten, die sich durch Einblutungen ins Gewebe (auch Hautpetechien und konjunktivale Einblutungen) manifestieren können. Daran schließt sich das Stadium der Oligurie an (Kasten 1). Nach dieser kritischen Phase folgen Polyurie und Rekonvaleszenz. Klinische Symptome und Parameter, anhand derer die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung in Deutschland gestellt werden kann, sind in Kasten 2 zusammengefasst.

Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Kasten 1
Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung
Kasten 2
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung

Lebensbedrohlich sind die Entwicklung eines Schocks im hypotensiven Stadium sowie das Auftreten des Nieren- und/oder Herz- und Lungenversagens. Die Häufigkeit der Entwicklung dieser lebensbedrohlichen Prozesse korreliert mit dem Grad der Virulenz der verschiedenen Hantaviren und der durch sie ausgelösten Letalität. In schweren Fällen wird der Patient also dialysepflichtig beziehungsweise muss extrakorporal oxygeniert werden. Äußerlich sichtbare Blutungen sind typisch für Infektionen durch in Asien vorkommende Hantaviren; deshalb hat die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die Krankheitsbezeichnung „hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom“ (HFRS) vorgeschlagen. Beim Hantavirus-induzierten kardiopulmonalen Syndrom (HCPS), das durch in Amerika zirkulierende Hantaviren ausgelöst wird, imponieren Hypoxie und beidseitig interstitielle pulmonale Infiltrate, beginnend zwei Tage nach Krankheitsbeginn (3, 7). Da es aber fließende Übergänge zwischen den Organbeteiligungen gibt und auch in Europa das HFRS mit deutlich weniger äußerlichen Hämorrhagien als in Asien einhergeht, setzt sich immer mehr der übergreifende Begriff „Hantavirus-Erkrankung“ durch (12). Dieser Terminus wird vom Robert Koch-Institut übrigens schon seit Jahren verwendet.

Bereits in der febrilen Phase beginnt der Anstieg der Nierenretentionswerte, die im Stadium der Oligurie ihr Maximum erreichen. Der oft eindrucksvolle Anstieg (> 620 µmol/L) des Serumkreatinins (13) ist kombiniert mit Proteinurie und Mikrohämaturie in der reduzierten Harnmenge. Paraklinisch fallen außerdem die Thrombozytopenie und oft eine Leukozytose auf. Neben der renalen beziehungsweise pulmonalen Manifestation lassen sich in einigen Fällen klinisch auch weitere Organbeteiligungen ausmachen, zum Beispiel Begleithepatitis, Myokarditis, Thyreoiditis, Panhypopituitarismus oder zerebrale Manifestationen. Die überlebte Hantavirus-Erkrankung heilt in der Regel folgenlos aus, jedoch ist eine renale Hypertension als Spätfolge in der Diskussion (14). Der Schweregrad der Hantavirus-Erkrankung hängt stark vom jeweiligen Virustyp ab, der für die Infektion des Patienten verantwortlich ist (Tabelle).

Wichtige humanpathogene Hantaviren
Wichtige humanpathogene Hantaviren
Tabelle
Wichtige humanpathogene Hantaviren

Die Pathogenese der Hantavirus-Erkrankung ist gekennzeichnet durch Vasodilatation und Barrierestörungen des Endothelzellverbandes der Kapillaren, die zum Austritt von Blut und zu Entzündungsprozessen in den inneren Organen, zum Beispiel den Nieren, führen. Gleichzeitig treten Veränderungen der Koagulationsfähigkeit des Blutes auf. Die Stärke der spezifischen CD8-T-Zell-Antwort und der Synthese inflammatorischer Zytokine scheint mit dem Schweregrad der Erkrankung zu korrelieren (4). Außerdem gibt es erste Befunde, die eine Wechselwirkung pathogener Hantaviren mit Vorläuferzellen der Thrombozyten-Differenzierung und den Thrombozyten selbst zeigen (15). Bisher ist es noch nicht gelungen, diese ersten Erkenntnisse zur Immunpathogenese in therapeutische Strategien umzusetzen.

Erreger und ihre natürlichen Wirte

Hantaviren sind Negativstrang-RNA-Viren mit drei Genomsegmenten und einer Virushülle. Sie bilden eine eigene Gattung in der Familie der Bunyaviren. Im Gegensatz zu Vertretern anderer Genera der Bunyaviren (zum Beispiel Erreger des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers und des Sandmückenfiebers im Mittelmeerraum) werden sie aber nicht durch Arthropoden-Stiche, sondern in der Regel in Aerosolen übertragen. In Abhängigkeit von den genetischen und serologischen Unterschieden der Viren und den von ihnen besiedelten tierischen Reservoiren können die Hantaviren in verschiedene Virusspezies unterteilt werden, zu denen auch die in Deutschland vorkommenden Spezies Puumalavirus und Dobrava-Belgrad-Virus gehören (Tabelle).

Der Mensch ist „Fehlwirt“ für Hantaviren und wird über die virushaltigen Ausscheidungen (Kot, Urin, Speichel) der Wirtstiere infiziert. Der Erhalt der Infektiosität des Virus außerhalb des Wirtsorganismus hängt von verschiedenen Faktoren ab wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schutzprotein, und dürfte unter optimalen Bedingungen mehrere Wochen betragen (16). Eine horizontale Weitergabe des Erregers von Mensch zu Mensch ist in Europa nicht beschrieben.

In Deutschland kursieren verschiedene Hantavirus-Spezies (Tabelle). Am häufigsten führen Infektionen mit dem Puumalavirus zu Erkrankungen beim Menschen. Nach allen bisherigen Erkenntnissen sind die großen Krankheitsausbrüche in den Jahren 2007, 2010 und 2012 durch das Puumalavirus ausgelöst worden (17, 18). Der natürliche Wirt des Virus ist die Rötelmaus (Myodes glareolus), die zu den Wühlern zählt und in Deutschland ubiquitär verbreitet ist. Ein zweites humanpathogenes Hantavirus in Deutschland ist eine Variante (Genotyp Kurkino) des Dobrava-Belgrad-Virus, die von der Brandmaus (Apodemus agrarius) übertragen wird. Das Dobrava-Belgrad-Virus kommt in verschiedenen Genotypen vor, die von unterschiedlichen Apodemus-Spezies beherbergt werden und Erkrankungen sehr unterschiedlichen Schweregrades auslösen (19). In Deutschland sind Infektionen beim Menschen mit diesem Virus bisher nur im Norden und Nordosten des Landes beschrieben worden. Ursache dafür ist die auf den östlichen Teil Deutschlands beschränkte Verbreitung der Brandmaus. Außerdem kommt als drittes Hantavirus das Tulavirus in der Feldmaus (Microtus arvalis) und verwandten Wühler-Spezies vor. Die Relevanz des Tulavirus als Krankheitserreger beim Menschen ist noch unklar, bisher ist erst ein Krankheitsfall durch Infektion mit diesem Erreger beschrieben (20). Schließlich wurden in Deutschland in Spitzmäusen zwei Hantaviren (Seewis- und Asikkalavirus) nachgewiesen, deren Pathogenität für den Menschen aber noch ungeklärt ist (21, 22).

Eine Betrachtung der Zahl der seit 2001 jährlich gemeldeten Hantavirus-Erkrankungen zeigt deutliche Schwankungen (Grafik 1). So beträgt die durchschnittliche jährlich gemeldete Zahl an Fällen circa 230, wohingegen in den Jahren 2007, 2010 und 2012 deutlich erhöhte Zahlen gemeldet wurden (www3.rki.de/Surv Stat). Von diesen Hantavirus-Ausbrüchen waren vor allem bekannte Endemiegebiete in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen betroffen. Während des Ausbruchs im Jahr 2010 fiel erstmals auch eine Häufung von Erkrankungsfällen bei Menschen in Hessen und Thüringen auf (23). Auch in Städten sind Infektionen beim Menschen registriert worden, zum Beispiel in Köln aufgrund vermuteter Exposition im Stadtwald (24).

Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001
Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001
Grafik 1
Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001

Mögliche Ursachen für die jährlich unterschiedlichen Fallzahlen

Es wird angenommen, dass Massenvermehrungen der Rötelmaus für das gehäufte Auftreten (Ausbrüche) von Erkrankungen durch Puumalavirus-Infektion verantwortlich sind. Diese Erhöhung der Nagetierdichte wird auf klimatische Faktoren und eine Buchenmast, das heißt eine massive Fruktifikation der Buche, im Vorjahr zurückgeführt. Milde und schneereiche Winter begünstigen vermutlich das Überleben der Tiere, die dann im Ausbruchsjahr eine hohe Populationsdichte erreichen. Je größer die Populationsdichte und Durchseuchung der Mäuse, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung der Viren auf den Fehlwirt Mensch. Es liegt also ein Zusammenhang zwischen Massenvermehrungen der Rötelmaus und Hantavirus-Ausbrüchen beim Menschen nahe. Interessanterweise fiel sowohl im Winter 2009/Frühjahr 2010 als auch im Winter 2011/ Frühjahr 2012 ein saisonal sehr zeitiger Anstieg der Zahl der gemeldeten Fälle auf (25, 26).

Die Klärung der Frage, inwieweit solche Beobachtungen für ein künftiges Frühwarnsystem von Hantavirus-Ausbrüchen genutzt werden können, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.

Virologische Diagnostik

Die Infektionsdiagnostik beim Patienten erfolgt in der Regel durch serologische Verfahren, wie Enzymimmunoassay, Immunblot und Immunfluoreszenz-Test (4, 27). Beleg für eine frische Hantavirus-Infektion ist der parallele Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern, die mit Hantavirus-Antigen reagieren. In der Routinediagnostik kann oft nur schwer zwischen Infektionen mit dem Puumala- versus Dobrava-Belgrad-Virus unterschieden werden, entweder weil der Antikörpernachweis nur mit dem Antigen eines der beiden Viren durchgeführt wird oder weil serologische Kreuzreaktionen auftreten. So könnte auch der bisher unzureichende Kenntnisstand zum Vorkommen von Tulavirus-Infektionen auf die antigenische Verwandtschaft von Tulavirus und Puumalavirus zurückzuführen sein. Daher sind auch die angegebenen Virustypisierungen, die aus den Landkreisen mit der jeweiligen Fallmeldung dem Robert Koch-Institut übermittelt werden, nicht sehr aussagekräftig.

Eine verlässlichere Hantavirus-Typisierung im Vergleich zu den oben genannten serologischen Methoden erlaubt der Fokusreduktions-Neutralisationstest (FRNT), bei dem neutralisierende Antikörper gegen die viralen Hüllproteine bestimmt werden. Diese Methode ist sehr zeitaufwendig und an Laborbedingungen der Sicherheitsstufe 3 gebunden. Wenig hilfreich ist der FRNT jedoch für das Auffinden bislang unbekannter Hantavirus-Typen oder für die Differenzierung von Infektionen durch die unterschiedlichen Genotypen des Dobrava-Belgrad-Virus.

Um eine Feindifferenzierung der Virusstämme und beispielsweise deren Zuordnung zu verschiedenen Ausbruchsregionen in Deutschland zu ermöglichen, bedarf es der Amplifikation der Virus-Nukleinsäure und deren Sequenzanalyse. Diese molekulare Diagnostik aus dem Vollblut beziehungsweise Serum ist jedoch nur in den ersten Krankheitstagen möglich, da das Virus danach wieder aus dem Blut eliminiert wird.

Molekularepidemiologische Feindifferenzierung der Puumalavirus-Stämme

Während der Puumalavirus-Ausbrüche in Deutschland in den Jahren 2007 und 2010 gelang es erstmalig, aus einer größeren Zahl von Patienten Virus-Nukleinsäure zu amplifizieren und zu analysieren (17, 18). Parallel erfolgte in den Gebieten, aus denen Patienten mit nachgewiesener Hantavirus-Nukleinsäure stammten, der Nachweis von viralem Erbmaterial in dort gefangenen Rötelmäusen. Es wurden verschiedene Ausbruchsgebiete charakterisiert, aus denen Puumalavirus-Nukleotidsequenzen aus Patienten und aus Rötelmäusen untersucht werden konnten: Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Spessart, Nordost-Hessen, Teutoburger Wald und Münsterland (Grafik 2a). Die Virusstämme aus diesen Gebieten bilden in der molekularphylogenetischen Analyse jeweils ein eigenes Sequenz-Cluster, wobei in jedem der Cluster die Nukleotidsequenzen aus Patienten und Wirtstieren jeweils sehr nahe miteinander verwandt sind (Grafik 2b). Es ist zudem durchaus möglich, die Herkunft der einzelnen Virusstämme immer weiter zu spezifizieren, also nochmals molekulare Subtypisierungen innerhalb eines Ausbruchsgebietes (beziehungsweise Sequenz-Clusters) durchzuführen.

Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland
Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland
Grafik 2
Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland

Vertikale Transmission

Mit zunehmender Zahl von Hantavirus-Infektionen steigt auch das Risiko, dass sich schwangere Frauen mit diesem Virus infizieren. Trotzdem sind bisher nur sehr wenige Fallberichte publiziert worden, in denen mit sensitiven Methoden eine mögliche Infektion des Kindes überwacht wurde. In der bisher größten europäischen Studie wird über zwei schwangere Frauen mit akuter Puumalavirus- und zwei weiteren mit akuter Dobrava-Belgrad-Virus-Infektion berichtet (28). Obwohl alle vier Frauen erkrankten, hat die maternale Infektion in keinem Fall zu einer intrauterinen Schädigung oder Infektion des Kindes geführt (Beobachtungszeitraum bis zu 12 Monaten nach Geburt).

Therapie und Infektionsschutz

Für Hantavirus-Erkrankungen besteht in Deutschland nach § 7 des Infektionsschutzgesetzes eine namentliche Meldepflicht des Labors gegenüber dem Gesundheitsamt bei Nachweis einer Infektion, die mit einer akuten Erkrankung im Zusammenhang steht.

Die Therapie der Erkrankung ist symptomatisch, wobei der Erhalt der kardiovaskulären Stabilität sowie der Ausgleich von temporärem Organversagen (Dialyse, Oxygenierung) im Mittelpunkt stehen. Eine kausale antivirale Therapieoption existiert nicht, Studienergebnisse bei Einsatz des Virostatikums Ribavirin sind nicht eindeutig. Dies trifft auch auf erste begrenzte Versuche zum Einsatz antiviraler Zytokine (Typ-I-Interferon) oder immunmodulatorischer Substanzen zu (4, 9).

Eine zugelassene Vakzine zur aktiven Immunisierung gegen die in Europa zirkulierenden humanpathogenen Hantaviren existiert nicht (4). Im Laborstadium existierende gentechnische Impfstoffe wurden bisher von der Pharmaindustrie nicht in die Entwicklungsprogramme aufgenommen. Deshalb besteht der Schwerpunkt der Bemühungen zum Infektionsschutz in der Expositionsprophylaxe, also der Vermeidung der Übertragung des Erregers vom Tier auf den Menschen. Hantavirus-Infektionen könnten weitestgehend verhindert werden, wenn der Kontakt mit Mäusen und deren Ausscheidungen vermieden wird (29). Dazu gehört die Bekämpfung von Mäusen innerhalb und in der Umgebung menschlicher Wohnstätten. Bei Tätigkeiten in Räumen, in denen Mäuse gehaust haben könnten (zum Beispiel Reinigung von Stallungen, Schuppen, und insbesondere Sommerhäusern nach der Winterpause), sollten insbesondere in Endemiegebieten Einweghandschuhe und dicht schließender Mund-Nasen-Schutz (idealerweise zum Beispiel im Baumarkt erhältliche FFP3-Atemschutzmasken) getragen werden. Beim Aufenthalt im Freien sollten ebenfalls Kontakte mit Mäusenestern und Mäuseausscheidungen vermieden werden. Weitere Maßnahmen sind die sichere Aufbewahrung von Nahrungsmitteln innerhalb und außerhalb der Wohnung sowie die Desinfektion und entsprechende Entsorgung von gefangenen beziehungsweise toten Mäusen. Da die Infektion auch durch im Labor gehaltene Nagetiere, wie Wanderratten, Feld- und Rötelmäuse, übertragen werden kann, sollten diese – auch wenn bisher gemäß der Richtlinie der Federation of European Laboratory Animal Science Associations (FELASA) nur für Wanderratten vorgeschrieben – in regelmäßigen Abständen auf eine mögliche persistierende Hantavirus-Infektion untersucht werden.

Ausblick

Künftig müssen neue Anstrengungen unternommen werden, um zulassungsfähige Virostatika und eine in Europa einsetzbare Vakzine zu entwickeln. Kurzfristig werden aber Präventionsmaßnahmen, die auf die Verminderung der Erregerexposition von Personen in den jeweiligen Endemiegebieten zielen, die größte Bedeutung haben. Dazu muss die öffentliche Wahrnehmung für diese Infektionskrankheit gestärkt werden. Hinzu sollten gezielte Weiterbildungen für niedergelassene und klinisch tätige Ärzte – insbesondere in Endemiegebieten – über dieses Krankheitsbild kommen, denn sie stellen die Weichen für die Behandlung der Patienten, die zunächst unspezifische Symptome aufweisen. Das bessere Verständnis der (Immun-)Pathogenese, die der Hantavirus-Erkrankung zugrunde liegt, könnte zu neuartigen Wegen der Therapie führen. Eine der Aufgaben ist die möglichst engmaschige molekularepidemiologische Kartierung von Ausbruchsregionen und – damit im Zusammenhang – die exakte Bestimmung des Infektionsortes durch molekulare Analysen der Virusproben der Patienten. Die weitere Erforschung der ökologischen Ursachen für das Auftreten von Virusausbrüchen könnte künftig zur Entwicklung eines „Frühwarnsystems“ genutzt werden.

Interessenkonflikt
Prof. Krüger bekam Vortragshonorare von der Firma Synlab.

PD Dr. Hofmann bekam Vortragshonorare von den Firmen Abbott und Siemens.

PD Dr. Ulrich erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 19. 12. 2012, revidierte Fassung angenommen: 18. 4. 2013

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Detlev H. Krüger
Institut für Medizinische Virologie
Helmut-Ruska-Haus
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
detlev.kruger@charite.de

Zitierweise
Krüger DH, Ulrich RG, Hofmann J: Hantaviruses as zoonotic pathogens in Germany. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(27−28): 461−7.
DOI: 10.3238/arztebl.2013.0461

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Nationales Konsiliarlaboratorium für Hantaviren, Institut für Medizinische Virologie, Helmut-Ruska-Haus, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Fachbereich Virologie, Labor Berlin Charité Vivantes GmbH: Prof. Dr. med. Krüger, PD Dr. rer. nat. Hofmann
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger, Greifswald-Insel Riems: PD Dr. rer. nat. Ulrich
Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001
Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001
Grafik 1
Zahl der gemeldeten Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001
Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland
Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland
Grafik 2
Molekularepidemiologisches Kataster der Hantavirus-Stämme in Deutschland
Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Kasten 1
Charakteristische Symptome und Befunde in den akuten Phasen der Hantavirus-Erkrankung
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung
Kasten 2
Kriterien für die Verdachtsdiagnose Hantavirus-Erkrankung
Wichtige humanpathogene Hantaviren
Wichtige humanpathogene Hantaviren
Tabelle
Wichtige humanpathogene Hantaviren
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