Supplement: Praxis Computer

MCS: EDV-Lösung für Praxis-Netze

Dtsch Arztebl 1998; 95(45): [8]

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LNSLNS Ein zentrales Ausstellungsthema der MCS AG, Eltville, ist in diesem Jahr die Software-Lösung PraxNet für den Bereich "Vernetzte Praxen". Das Programm dient dazu, eine enge Zusammenarbeit von Arztpraxen verschiedener Fachrichtungen zu unterstützen und durch eine schnelle Kommunikation beispielsweise zwischen Haus- und Facharzt die Patientenbetreuung zu verbessern. Dies ist möglich dadurch, daß der behandelnde Arzt mit Zustimmung des Patienten Einblick in die verschiedenen Patientendokumentationen der vernetzten Ärzte nehmen und im Anschluß an eine umfassende Diagnostik die geeignete Therapie auswählen kann. Darüber hinaus enthält der zentrale Notfallbogen in einem gemeinsamen "Datenpool" sämtliche wichtigen Patientendaten (Patientenstammdaten, Notfalladresse, Hausarzt, Übersicht der behandelnden Ärzte im PraxisNetz) einschließlich Dauerdiagnosen und Dauermedikationen der Patienten sowie ein CAVE-Registrierblatt mit wichtigen Informationen wie zum Beispiel Schwangerschaft, Allergien u. a. Dazu werden ein gemeinsamer Diagnosenschlüssel (ICD) und eine gemeinsame Medikamentendatenbank definiert. PraxNet integriert die bisher angebotenen Einzellösungen des Unternehmens - das Praxis-EDV-System MCSINA, die Expertenmodule der "PROFI"-Reihe für die verschiedenen Fachrichtungen, die ISDNKommunikationslösung Commdoc und den PraxisIndex, eine Lösung zum betriebswirtschaftlichen und medizinischen Fachgruppenvergleich - zu einem Gesamtpaket. Dieses integrative Konzept wird in verschiedenen Modellprojekten, unter anderem im Raum Freiburg, erprobt. Sofern eine Arztpraxis sich entschließt, PraxNet einzusetzen (und an einem Praxisnetz teilzunehmen), bedeutet das: Sie behält ihre individuelle Praxis-EDV-Konfiguration sowie die geschlossene Datenhaltung sämtlicher Praxisdaten bei. Über das ISDN-Kommunikationsmodul greifen alle Praxen auf einen gemeinsamen Netzserver zu, der zum Beispiel in einer größeren Arztpraxis oder einer Laborgemeinschaft eingerichtet wird. Dort werden die gemeinsamen Daten der beteiligten Arztpraxen verwaltet. Jede Praxis legt fest, welche Daten aus der Patientendokumentation auf den Server übertragen werden sollen und welche nicht. Darüber hinaus muß aus datenschutzrechtlichen Gründen jeder Patient schriftlich seine Zustimmung erteilen und angeben, welche Daten aus dem Notfallbogen und aus der Patientendokumentation von den Ärzten im Praxisnetz eingesehen werden dürfen. Patienten, die ihre Zustimmung verweigern, werden markiert und von der Übertragung ausgenommen. Da nur die konfigurierten Daten aus der Patientenakte sowie die Notfalldaten mit Zustimmung des Patienten auf dem Netzserver abgelegt werden, verbleiben die kompletten Patientenakten, Abrechnungsdaten und Praxisdaten lokal in der jeweiligen Praxis. Dadurch werden Datenschutzaspekte berücksichtigt. Es bleibt auch Aufgabe der Arztpraxis, für die Datensicherheit zu sorgen, etwa durch Bandsicherung, Plattenspiegelung und ähnliches.
Für jede Praxis wird eine Mailbox zur Übermittlung von Daten (Arztbriefe, Befunde, Berichte und anderes) auf dem Netzserver eingerichtet. Zu einem festgelegten Zeitpunkt erfolgt ein- oder zweimal täglich ein Datenabgleich mit dem Netzserver, bei dem unter anderem die Post verwaltet wird, die konfigurierte Patientendokumentation arztspezifisch auf dem Server abgelegt und die gemeinsame Notfalldatenbank mit der Praxis abgeglichen wird (Replikation der Datenbank). Mit dem "Triple-C"-Speicherverfahren (Compact Code Compression) werden die Notfalldaten äußerst komprimiert abgelegt - die Daten von 20 000 Patienten benötigen nur etwa 5 MB Speicherplatz. MCS-Isynet, die 32-Bit-Lösung unter Windows, die erstmals 1997 auf der Medica vorgestellt wurde, hat sich nach Angaben des Unternehmens erfolgreich etabliert: 240 Systeme wurden bundesweit installiert. Das System eröffnet dem Arzt den Zugang zu den modernen Techniken der Datenübertragung und Informationsbeschaffung. Übersichtliche Bildschirmgestaltung, selbsterklärende Symbolleisten und Originalbilddarstellung zum Beispiel von Rezepten erleichtern dem Arzt wie der Arzthelferin die Praxisroutine. Auf der Messe werden erstmals die in MCS-Isynet integrierten PROFI-Module zu sehen sein. Die in Zusammenarbeit mit Fachärzten entwickelten Module ermöglichen dem behandelnden Arzt eine fachspezifische Dokumentation noch während des Patientengesprächs.

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