PREISE

Verleihungen

Dtsch Arztebl 2013; 110(27-28): A-1384 / B-1214 / C-1196

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Alfred-Hauptmann-Preis für Epilepsieforschung – verliehen im Rahmen der 8. Dreiländertagung der Deutschen und Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie und der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie an die Preisträgerin: Prof. Dr. med. Yvonne Weber, Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen. Sie wurde für ihre Arbeit zur PRRT2-Mutation als Hauptursache benigner familiärer infantiler Krampfanfälle ausgezeichnet. Die Arbeit ist ein wesentlicher Beitrag zur Charakterisierung des Syndroms und trägt zu einem besseren Verständnis des pathophysiologischen Hintergrunds genetischer Epilepsien bei. Der bereits zum 16. Mal verliehene Preis wird seit 2009 von dem Biopharmaunternehmen UCB gefördert und ist mit 10 000 Euro dotiert.

Innovationspreis – verliehen von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie und der Gesellschaft für Medizintechnik, Dotation: 2 000 Euro, an Diplom-Informatiker Oliver Blanck, Koordinator Forschung und Entwicklung am Cyberknife-Zentrum Norddeutschland, Güstrow und an Mitarbeiter der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck. In Deutschland leiden schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern, einer anhaltenden Herzrhythmusstörung, die zum Schlaganfall führen kann. Wenn Medikamente nicht helfen, kann eine sogenannte Katheterablation helfen, die Reizstörungen im Herzen in den Griff zu bekommen. Dabei wird entweder das Gewebe, das die falschen elektrischen Impulse sendet, ausgeschaltet oder aber es werden gezielt Narben im Herzen verursacht, die die Weiterleitung der falschen Impulse unterbrechen. Diese minimal-invasive Methode funktioniert nicht bei allen Patienten. Blanck testete eine nichtinvasive Methode im Tierversuch. Die Verödungsnarben auf der Herzinnenseite erzeugt er mittels Bestrahlung. In der Studie konnte zudem die niedrigste effektive Dosis ermittelt werden, bei der Nachbarorgane möglichst keine Schäden erhalten.

Esther Pogatzki-Zahn, Till Sprenger, Ingrid Spohr (von links), Foto: Mundipharma
Esther Pogatzki-Zahn, Till Sprenger, Ingrid Spohr (von links), Foto: Mundipharma
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Sertürner-Preis – verliehen von der Sertürner-Gesellschaft Einbeck, Dotation: 10 000 Euro, gestiftet von der Firma Mundipharma, an Prof. Dr. med. Till Sprenger, Technische Universität München. Die zugrundeliegende Publikation widmet sich der anatomischen Lokalisation von Hirninfarkten bei Patienten mit zentralen Schmerzen nach einem Thalamusinfarkt. Das Autorenteam um Sprenger trägt mit seiner Arbeit wesentlich zu einem besseren Verständnis der Neuroanatomie und der Pathophysiologie der Erkrankung bei.

Ernst-Otto Münch, Foto: GOTS
Ernst-Otto Münch, Foto: GOTS

Sportarzt des Jahres – verliehen von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin an Dr. med. Ernst-Otto Münch, München. Er ist Facharzt für Orthopädie, Fakultative Weiterbildung „Spezielle orthopädische Chirurgie“, Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ sowie Diplom-Sportlehrer. Die Approbation als Arzt und die Promotion erlangte er 1980 an der Universität Ulm. Achtmal begleitete Münch die deutsche Olympiamannschaft zu den Winterspielen. Vom Preisträger werden absolute Zuverlässigkeit in Sachen Antidoping, ein aktiver Einsatz zur Vermeidung von Sportverletzungen und Sportschäden, die strikte Einhaltung einer ethisch sauberen Medizin sowie überdurchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der praktischen Sportmedizin erwartet.

Preis zur Hochpräzisionsstrahlentherapie – verliehen von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie und die Accuray GmbH, Dotation: 2 000 Euro, an Markus Dahlke, Medizinphysiker an der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck. Er hat ein Online-Gating-System für die Bestrahlung des malignen Aderhautmelanoms entwickelt. Dieses ist der häufigste primäre Tumor des Auges, bei dem sich die stereotaktische Bestrahlung als beste Behandlungsmethode etabliert hat. Dabei ist es sehr wichtig, dass der Patient exakt gelagert wird und sich seine Augenstellung nicht verändert. Ein von Dahlke entwickeltes Computerprogramm erfasst die Augenbewegung, berechnet die Abweichung der Augenlage und unterbricht gegebenenfalls auch die Bestrahlung.

Wissenschaftlicher Förderpreis – verliehen von der Systemischen Gesellschaft – Deutscher Verband für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung, Dotation: 3 000 Euro, an Dr. med. Markus Haun, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Medizinische Klinik II, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universitätsklinikum Heidelberg. Haun wurde für seine Dissertation zum Thema „Wie nachhaltig lässt sich eine systemtherapeutisch erweiterte Behandlungspraxis in allgemeinpsychiatrischen Kliniken mit regionalem Versorgungsaufwand implementieren?“ ausgezeichnet. EB

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