ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Rettungsdienst: Überzogene Aussagen

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Rettungsdienst: Überzogene Aussagen

Dtsch Arztebl 2013; 110(27-28): A-1375 / B-1204 / C-1188

Walter, Martin

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Seit 1974 verfolge ich regelmäßig zunächst als Rettungssanitäter und später als Arzt den Aufbau, die Ausbildungsstrukturen aller Beteiligten und die Notfallstatistiken des deutschen Rettungsdienstes. Gleichbleibendes Ergebnis über die ganzen Jahre: Zwei Drittel der Notarzteinsätze sind nicht notwendig gewesen, davon entfiel ein Drittel auf die „vorsorgliche Bestellung“, bei ständig steigenden Einsatzzahlen. Die hohe Einsatzzahlbelastung bei immer häufiger personalmäßig nicht ausreichend zu besetzenden Notarztstützpunkten sollte alle Beteiligten nachdenklich stimmen. Originalton frustrierter Notärzte: „Wir werden bei sehr vielen Einsätzen wegen Lächerlichkeiten herausgejagt“, zudem sind die Rettungsassistenten demotiviert und eingeschüchtert, was sie unter dem drohenden Finger der Ärztefunktionäre kompetenzmäßig alles nicht dürfen, obwohl im alten Rettungsdienstgesetz sehr deutlich zum Ausdruck kommt, was der jeweilige Ärztliche Leiter Rettungsdienst individuell seinen Zöglingen zubilligen und selbst überprüfen darf. In der Stellungnahme der BÄK zur Verabschiedung des neuen Notfallsanitätergesetzes ist von einer „unbegrenzten Übergabe der ärztlichen Maßnahmen“ und einer „Verschlechterung der notfallmedizinischen Versorgung und einer Verminderung der Patientensicherheit“ die Rede. Diese Aussagen sind völlig überzogen.

Um unseren Rettungsdienst personell, fachlich und kostenmäßig künftig in Griff zu bekommen, benötigen wir unter Zugrundelegung ärztlicher Fachanleitung die jetzt gesetzlich erweiterte Kompetenz von Notfallsanitäter(inne)n und keine verunsicherten Angsthasen.

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Dr. med. Martin Walter, 44229 Dortmund

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