ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Ernährung: Risikofaktor Koffein
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Es ist sehr zu begrüßen, dass die konsentierten Handlungsempfehlungen auch wieder im DÄ veröffentlicht wurden. Besonderer Dank gebührt Prof. Koletzko und der Arbeitsgruppe, die sich seit Jahren für eine gesunde Ernährung von Schwangeren und Stillenden eingesetzt haben und dafür gesorgt haben, dass das aktuelle Wissen evidenzbasiert in der Breite zur Verfügung steht.

Gegebenermaßen können aktuelle Forschungsergebnisse in einer konsentierten Empfehlung kaum Berücksichtigung finden. Deshalb ist an dieser Stelle der ergänzende Hinweis auf Koffein in der Schwangerschaft und das norwegische Forschungsprojekt MoBa (Den norske mor & barn-undersøkelsen), eine prospektive Kohortenstudie mit 110 000 Frauen und ihren Kindern, ausdrücklich keine Kritik an den Handlungsempfehlungen. In der Auswertung von fast 60 000 Geburten zeigt sich Koffein als Risikofaktor für ein verringertes Geburtsgewicht und Körpergröße. Danach hat selbst der auch in der aktuellen Empfehlung als unbedenklich eingestufte Konsum von weniger als 200 mg Koffein (~ drei Tassen Kaffee) einen Einfluss. Die Quelle des Koffeins (Kaffee, Tee, Schokolade) war unerheblich. Kein Einfluss zeigte sich auf Gestationsdauer und Frühgeburt.

Auch wenn die Effekte mit 21 bis 28 g verringertem Gewicht pro 100 mg Koffein/Tag nicht gravierend sind und in der Beratung von Schwangeren Koffein nicht verboten werden muss, wird der Hinweis, Koffein zu meiden, als begründetes Caveat empfohlen, zumal immer mehr koffeinhaltige Lifestyle-Getränke (mit verharmlosenden Werbeaussagen) auf dem Markt sind und die Ergebnisse früherer Studien bestätigt werden.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Birger Heinzow, Landesamt für soziale Dienste, Dezernat 34, Umweltbezogener Gesundheitsschutz, 24105 Kiel

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