ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Etoricoxib: Arthroseschmerzen lindern

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Etoricoxib: Arthroseschmerzen lindern

Dtsch Arztebl 2013; 110(27-28): A-1386

Vetter, Christine

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Traditionelle nichtsteroidale Antirheumatika bringen oft nicht die erhoffte Analgesie. Der selektive COX-2-Hemmer ist für solche Patienten eine Option.

Etwa 40 Prozent der Patienten, die in der Praxis mit Schmerzen vorstellig werden, leiden unter Gelenkschmerzen. Nach dem Ergebnis einer europaweiten Umfrage geben zudem 40 Prozent der chronischen Schmerzpatienten an, sich unzureichend behandelt und medikamentös nicht angemessen versorgt zu fühlen. Diese Zahlen erklären aus Sicht von Dr. med. Michael Küster, Bonn, warum etwa jeder zweite Patient mit Arthrose frei verkäufliche Schmerzmittel einnimmt. „Man muss Schmerzpatienten daher immer explizit nach der Selbstmedikation fragen“, betonte Küster.

Die hohe Rate der Selbstmedikation signalisiert nach Priv.-Doz. Dr. med. Michael Überall, Nürnberg, ein Dilemma bei der Arthrosetherapie: „Die Erkrankung wird oft bagatellisiert.“ Dabei bestehe die Gefahr, dass die Patienten sich infolge der Schmerzen wie auch der zunehmenden Immobilität immer mehr aus dem sozialen Leben zurückzögen. „Den Betroffenen hilft nur eine effiziente Schmerztherapie, um ins Leben zurückzufinden“, sagte Überall.

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Bei den für die Arthrose charakteristischen entzündlichen Schmerzen sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) gut wirksam, die traditionellen Wirkstoffe (tNSAR) bergen jedoch ein nicht unerhebliches Nebenwirkungsrisiko. Bei der Verordnung muss Überall zufolge stets nach potenziellen gastrointestinalen und/oder kardiovaskulären Erkrankungen gefahndet werden. Dieser Zusammenhang sei zwar gut bekannt, dennoch würde circa 80 Prozent der Arthrosepatienten ein tNSAR verordnet – obwohl bei drei Vierteln dieser Patienten eine eindeutige Kontraindikation vorliege, erklärte Überall und fügte hinzu: „Das ist eine Zeitbombe, auf die wir schon seit Jahren aufmerksam machen.“

Probleme gebe es hauptsächlich hinsichtlich des Magen-Darm-Traktes, davor sei der Patient allerdings nur bedingt zu schützen. Denn mit der Verordnung eines Protonenpumpenhemmers würden lediglich Ulzerationen im oberen Gastrointestinaltrakt verhindert. Sinnvoller ist es laut Überall, direkt auf nebenwirkungsärmere Alternativen wie die Coxibe zurückzugreifen. Der Schmerztherapeut hob dabei Etoricoxib (zum Beispiel Exinef® von Grünenthal) hervor.

Unter den Coxiben hat Etoricoxib das breiteste Indikationsspektrum. Die Substanz zeichnet sich durch eine gute klinische Wirksamkeit aus und muss nur einmal täglich eingenommen werden. Es resultiert eine effektive Schmerzlinderung mit deutlich geringerem Nebenwirkungsrisiko als bei den tNSAR, wie Studien belegen, die eine deutliche Besserung gastrointestinaler Beschwerden und einen Rückgang des Verbrauchs von Gastroprotektiva dokumentieren, wenn Schmerzpatienten von einem tNSAR auf Etoricoxib umgestellt werden. „Insbesondere für ältere Patienten mit bestehender Begleitmedikation aus Kortikosteroiden, Antikoagulanzien oder ASS kann Etoricoxib eine Alternative sein“, konstatierte Dr. Frithjof Bock aus Ravensburg.

Christine Vetter

Quelle: Einführungs-Pressekonferenz „Exinef®
in Frankfurt/Main, Veranstalter: Grünenthal GmbH

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