ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2013Delir: Von hoher klinischer Relevanz
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Mit großer Freude haben wir den Artikel zum Thema Delir gelesen. Diese uns in allen medizinischen Bereichen betreffende Problematik wird in Kliniken häufig wenig beachtet. Die Thematisierung von Delir muss deshalb weiter verstärkt werden, da das Syndrom „Delir“ viel zu selten diagnostiziert wird. Das Erkennen dieses Syndroms ist von hoher klinischer Relevanz, da das Vorhandensein von Delir mit einer höheren Zahl unerwünschter Ereignisse assoziiert ist.

Ergänzend zu den Ausführungen möchten wir anmerken, dass das Delir in unterschiedlichen Ausprägungsformen (hyperaktiv, hypoaktiv, gemischt) auch eine relevante Thematik der Notfallversorgung darstellt. Jeder vierte Patient über 75 Jahre, welcher sich in der Notaufnahme vorstellt, weist ein Delir auf. Nur ein Bruchteil dieser Patienten wird korrekt identifiziert, eine Diagnostik zur Abklärung der Delirursache sowie eine entsprechende Behandlung werden deshalb oft zu spät begonnen. „Delir“ ist ein Syndrom, welches meist durch verschiedenste Störungen bedingt ist. Häufigste zugrunde liegende Ursachen sind das Vorliegen von Infektionen (Pneumonie, Harnwegsinfekt), akute kardiovaskuläre Erkrankungen wie akuter Myokardinfarkt, Elektrolytstörungen oder auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen. In der internationalen Fachliteratur wird dieses Thema seit langem intensiviert besprochen, es wäre deshalb wünschenswert, sich dem Thema Delir auch in Deutschland intensiver zu widmen.

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Wir bedanken uns nochmals sehr für diesen schönen Beitrag und hoffen, dass diese Thematik mehr Berücksichtigung unter anderem in der klinischen Weiter- und Fortbildung und der studentischen Ausbildung finden könnte.

Prof. Dr. med. Michael Christ, Chefarzt der Klinik für Notfall- und Internistische Intensivmedizin,
Dr. Katrin Singler, MME, Klinik für Geriatrie,
Klinikum Nürnberg, 90419 Nürnberg

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