ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2013Jahresbericht des Zentralinstituts: Psychotherapeuten verdienen deutlich weniger als Ärzte

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Jahresbericht des Zentralinstituts: Psychotherapeuten verdienen deutlich weniger als Ärzte

PP 12, Ausgabe Juli 2013, Seite 292

EB

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Die Einkommen der Psychotherapeuten liegen etwa 20 000 Euro unter dem Durchschnitt aller Arztgruppen. Foto: Fotolia/Markus Mainka
Die Einkommen der Psychotherapeuten liegen etwa 20 000 Euro unter dem Durchschnitt aller Arztgruppen. Foto: Fotolia/Markus Mainka

Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) fordert den Bewertungsausschuss und den Gesetzgeber auf, dafür zu sorgen, dass Psychotherapeuten bei gleichem Arbeitseinsatz ein Einkommen erzielen könnten wie es jeder Vertragsarzt erzielen könne. Anlass sind die aktuellen Ergebnisse des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (ZI) zur Einkommenssituation der Ärzte und Psychotherapeuten. Erneut zeigten die Zahlen, dass die Psychotherapeuten am unteren Ende der Einkommensskala verharren. „Die Kluft zwischen Ärzten und Psychotherapeuten ist noch größer geworden“, kritisiert der DPtV-Bundesvorsitzende Dieter Best.

Das ZI hat jetzt den Jahresbericht 2011 zur wirtschaftlichen Situation der Arztpraxen des Jahres 2009 veröffentlicht. Danach lägen die Einkommen der Psychotherapeuten bei gleicher Arbeitszeit und nur auf die Kassenpraxis bezogen etwa 20 000 Euro unter dem Durchschnitt aller Arztgruppen.

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„Damit sind die Psychotherapeuten weit entfernt vom sogenannten kalkulatorischen Arztlohn, den nach einem Beschluss des Bewertungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen alle durchschnittlich ausgelasteten Arztpraxen als Praxisüberschuss (Umsatz minus Kosten) erreichen können sollen“, erklärte Best. Er entspricht dem Bruttogehalt eines Oberarztes im Krankenhaus und beträgt 105 000 Euro pro Jahr. Ärzte erreichten im Durchschnitt 93 Prozent dieses Betrages, Psychotherapeuten aber nur 75 Prozent – bei gleicher Arbeitszeit.

Die Benachteiligung der Psychotherapeuten werde dadurch vergrößert, dass seit 2009 zwar die somatisch tätigen Arztgruppen durch die jährlichen regionalen Honorarverhandlungen deutlich zugelegt hätten, nicht jedoch die Psychotherapeuten. Sie müssten sich mit einer minimalen Steigerung von 84 Cent pro Psychotherapiesitzung begnügen.

Das Bundessozialgericht hat in mehreren Urteilen entschieden, dass der Bewertungsausschuss die Einkommensentwicklung der Psychotherapeuten in regelmäßigen Abständen an die der Ärzte anpassen muss. Dieser Auflage sei der Bewertungsausschuss seit 2008 nicht mehr nachgekommen, kritisiert die DPtV. „Der Gesetzgeber hat die Verpflichtung, zeitnah regulierend einzugreifen“, fordert der Bundesvorsitzende. EB

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