ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2013Dialektisch-Behaviorale Therapie: Verständnis durch ausführliche Dialoge

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Dialektisch-Behaviorale Therapie: Verständnis durch ausführliche Dialoge

PP 12, Ausgabe Juli 2013, Seite 331

Koch, Joachim

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Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) wurde von Marsha M. Linehan entwickelt, um Personen zu helfen, die als untherapierbar galten. Die DBT hilft Therapeuten bei der Entwicklung einer Handlungsperspektive, wenn Personen unter schweren chronischen Problemen leiden und den Suizid als einzigen Ausweg sehen. Bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen besteht eine tiefgreifende Störung der Emotionsregulation. Eine biologische Vulnerabilität und eine Lebensgeschichte mit einer profunden Invalidierung führten zu einer außergewöhnlichen Sensibilität.

Die DBT gliedert die Therapie in einer ambulanten Perspektive in eine wöchentliche Einzeltherapie, eine wöchentliche Skill-Gruppe, Telefonkontakte und eine Supervisionsgruppe, die aus DBT-Therapeuten besteht. Neben dem Skill-Training sind drei weitere kognitiv-behavioristische Verfahren wichtig: Exposition, Kontingenzmanagement und Modifikation von Kognitionen.

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Ausführlich und Schritt für Schritt wird im Buch beschrieben, wie in der DTB durch ein theoriebegründetes Fallkonzept Behandlungsabläufe geplant und Entscheidungen über das weitere therapeutische Vorgehen getroffen werden. Das Besondere dieses Lehrbuchs ist, dass zu allen wichtigen Inhalten klinische Fallvignetten und ausführliche Klienten-Therapeuten-Dialoge beim Verständnis helfen sowie als Muster für die eigene therapeutische Praxis dienen können.

Die drei therapeutischen Kernstrategien der DBT sind Veränderungsstrategien, Validierungsstrategien sowie dialektische Strategien. Die Beschreibung dieser drei Strategien macht den Hauptteil des Buches aus, die drei Strategien werden in einzelnen Kapiteln ausführlich behandelt. Bei der Beschreibung der Validierungsprinzipien wird dem Klienten die Botschaft vermittelt, dass seine Sichtweise auf bestimmte Weise gerechtfertigt ist. Zielgerichtete und sorgfältige Validierung mindert ein physiologisches Arousal und kann dem Klienten unmittelbar helfen, Emotionen abzuschwächen. Bei den dialektischen Strategien macht der Therapeut sich eine Weltsicht zu eigen, in der der Therapeut den Klienten in vollem Umfang akzeptiert, während er gleichzeitig nachdrücklich eine Veränderung antreibt. Im letzten Kapitel werden die Wichtigkeit der Teilnahme des Einzeltherapeuten an einer DBT-Supervisionsgruppe sowie psychohygienischer Maßnahmen durch tägliche meditative Praxis verdeutlicht. Joachim Koch

Kelly Koerner: Praxisbuch DBT. Strategien der Dialektisch-Behavioralen Therapie. Beltz, Weinheim 2013, 233 Seiten, gebunden, 39,95 Euro

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