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Herr PD Dr. Hinkelbein merkt zu Recht an, dass die Dauer der präklinischen Rettung und der Schockraumbehandlung länger sind als gefordert. Wie er ebenfalls erwähnt, kann die Interpretation der Daten problematisch sein und es können nicht alle möglicherweise limitierenden oder Einfluss nehmenden Faktoren im Detail diskutiert werden. So ist zum Beispiel die Unfallzeit häufig nur geschätzt und damit eher ungenau. Weiterhin wird das Eintreffen des Notarztes dokumentiert, nicht aber das des ersten Rettungsmittels, so dass man keine Aussage über die Einhaltung der geforderten Hilfsfristen machen kann. Behrendt zeigte 2009, dass 95 % aller Notfälle in 16,3 Minuten erreicht werden und es innerhalb von 15 Minuten 93,2 % sind (1). Auch der hohe Anteil der Lufttransporte spielt sicher eine Rolle für die Dauer der präklinischen Rettung, weil es sich häufig um Nachalarmierungen handeln dürfte. Die Dauer der präklinischen Rettung ist seit Gründung des TraumaRegisters DGU stabil bei etwa 70 Minuten (2). Diese gegenüber nichttraumatologischen Notfällen eher lange Zeit kann auch daran liegen, dass viele Unfälle außerorts passieren und die technische Rettung verunfallter Personen oftmals sehr zeitaufwendig ist.

Auch in der Schockraumbehandlung gibt es viele Einflussfaktoren, die nicht im Einzelnen behandelt werden konnten. Wutzler et al. gingen 2010 anhand von Daten aus dem TraumaRegister DGU den Zeitintervallen während und nach der Schockraumversorgung nach (3). Es zeigte sich, dass es rund eine halbe Stunde bis zur CT-Diagnostik dauert und insbesondere die Verweildauer nach Beendigung der Diagnostik bis zur Weiterverlegung zu optimieren ist.

Um mögliche strukturelle Defiziten zu verifizieren, sind weitere Analysen dieser Teilbereiche notwendig, da es aufgrund der unterschiedlichen Einflussfaktoren im Rahmen einer Übersichtsarbeit nicht möglich ist, alle Problembereiche darzustellen. Daten aus dem TraumaNetzwerk DGU können hier zukünftig helfen, diese Fragen zu beantworten.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0504b

Dr. med. Carsten Mand

Klinik für Unfall-, Hand- und
Wiederherstellungschirurgie

Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH,
Standort Marburg

mand@med.uni-marburg.de

Interessenkonflikt

Dr. Mand bekam Reisekostenerstattung von der Firma AUC GmbH
(Träger des TraumaRegisters DGU).

1.
Behrendt H, Schmiedel R, Auerbach K: Überblick über die Leistungen des Rettungsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum 2004/2005. Notfall & Rettungsmedizin 2009; 12: 383–8.
2.
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie and Sektion NIS: TraumaRegister DGU – Jahresbericht 2012. www.traumaregister.de. Last accessed on 27 April 2012.
3.
Wutzler S, Westhoff J, Lefering R, Laurer HL, Wyen H, Marzi I: Zeitintervalle
während und nach Schockraumversorgung. Eine Analyse anhand des Traumaregisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Unfallchirurg 2010; 113: 36–43.
4.
Mand C, Müller T, Lefering R, Ruchholtz S, Kühne CA: A comparison of the treatment of severe injuries between the former East and West German states. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(12): 203–10. VOLLTEXT
1. Behrendt H, Schmiedel R, Auerbach K: Überblick über die Leistungen des Rettungsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum 2004/2005. Notfall & Rettungsmedizin 2009; 12: 383–8.
2. Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie and Sektion NIS: TraumaRegister DGU – Jahresbericht 2012. www.traumaregister.de. Last accessed on 27 April 2012.
3. Wutzler S, Westhoff J, Lefering R, Laurer HL, Wyen H, Marzi I: Zeitintervalle
während und nach Schockraumversorgung. Eine Analyse anhand des Traumaregisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Unfallchirurg 2010; 113: 36–43.
4.Mand C, Müller T, Lefering R, Ruchholtz S, Kühne CA: A comparison of the treatment of severe injuries between the former East and West German states. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(12): 203–10. VOLLTEXT

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