ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2013COPD: Zirkadian behandeln

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COPD: Zirkadian behandeln

Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1444

Leinmüller, Renate

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Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung leiden nachts und morgens besonders stark unter Atemwegsbeschwerden.

Vergleichbar mit dem Asthma bronchiale kann offenbar auch die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit einer zirkadianen Atemwegssymptomatik einhergehen. Zahlreiche Patienten beklagen morgens nach dem Aufwachen die stärksten Symptome. Der Grund: Der Tonus der unteren Atemwege nimmt in der Nacht zu, so dass deren Obstruktion in den frühen Morgenstunden ein Maximum erreicht. Daher sollte auch die bronchodilatatorische Therapie diesem Biorhythmus angepasst werden.

Dies gelingt durch die zweimal tägliche Applikation des selektiven langwirksamen Muskarin-Antagonisten (LAMA) Aclidiniumbromid, wie Pneumologen beim Internistenkongress anhand von Studien mit etwa 3 000 Patienten darlegten. Aclidiniumbromid (Bretaris® mit Inhalator Genuair®) verbesserte sowohl in einer zwölf- als auch 24-wöchigen Studie mit 561 beziehungsweise 828 Patienten die Lungenfunktion im Vergleich mit Placebo signifikant, berichtete Prof. Dr. med. Heinrich Worth, Fürth.

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Der Peak-FEV1 wird sehr schnell erreicht. Der FEV1 vor der morgendlichen Inhalation lag nach 24 Wochen hochsignifikant (p < 0,0001) über dem der Kontrollgruppe. Die Exazerbationsrate verringerte sich im Verumarm signifikant, ebenso der Bedarf an Notfallmedikation. Deutliche Unterschiede sind laut Worth auch bei der krankheitsbezogenen Lebensqualität und Atemnot dokumentiert.

Anticholinerge Ereignisse traten in der Verum- und Placebogruppe in weniger als einem Prozent auf. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen und Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes.

Im Vergleich zu Tiotropium (einmal täglich) und Placebo erwies sich Aclidinium (zweimal täglich) über sechs Wochen hinsichtlich der bronchodilatatorischen Wirkung als vergleichbar. In der Studie mit 414 Patienten wurde jedoch eine numerisch höhere Verbesserung der täglichen COPD-Symptome (morgendlicher FEV1-Trough- und FEV1-Spitzenwert) in der Aclidinium-Gruppe erzielt – bei weniger Mundtrockenheit, so Forth.

Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Symposium „COPD – eine zirkadiane Erkrankung?“, im Rahmen des Internistenkongress in Wiesbaden, Veranstalter: Berlin-Chemie

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