ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2013Sexueller Missbrauch: Rechte der Betroffenen deutlich verbessert

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Sexueller Missbrauch: Rechte der Betroffenen deutlich verbessert

Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1403 / B-1231 / C-1215

Bühring, Petra

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Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG), das Ende Juni in Kraft getreten ist, werden die Rechte der Betroffenen entscheidend verbessert. Künftig können Sexualstraftaten länger strafrechtlich verfolgt werden. Die Verjährung beginnt in Zukunft erst mit der Vollendung des 21. Lebensjahres, was konkret dazu führt, dass alle schweren Sexualdelikte künftig frühestens mit Vollendung des 41. Lebensjahres des Opfers verjähren. Betroffenen soll damit die Zeit gegeben werden, das Geschehene zu verarbeiten und eine Entscheidung darüber zu treffen, ob sie eine Strafanzeige stellen wollen.

Opfer von sexueller Gewalt haben künftig mehr Zeit, die Täter anzuzeigen. Foto: Fotolia/kmiragyay
Opfer von sexueller Gewalt haben künftig mehr Zeit, die Täter anzuzeigen. Foto: Fotolia/kmiragyay

Zivilrechtliche Schadensersatzansprüche werden zudem künftig erst nach 30 Jahren statt wie bisher schon nach drei Jahren verjähren. Dies gilt nicht nur für Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher Verletzung des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung, sondern auch für solche wegen vorsätzlicher Verletzung des Lebens, des Körpers der Gesundheit und der Freiheit.

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Die mit dem StORMG geänderten Verjährungsvorschriften wirken verlängernd auch für bereits begangene Taten und bestehende Ansprüche, soweit diese noch nicht verjährt sind.

Weiter soll im Strafverfahren eine unnötige Belastung minderjähriger Opfer, beispielsweise durch Mehrfachvernehmungen, vermieden werden. So setzt das Gesetz Impulse, um den Einsatz von Videoaufzeichnungen richterlicher Vernehmungen in der Hauptverhandlung in der Praxis zu verstärken. pb

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