ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2013Studiengang Klinische Musiktherapie: Mit Musik kranken Menschen helfen

KULTURTIPPS

Studiengang Klinische Musiktherapie: Mit Musik kranken Menschen helfen

Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): [103]

Heide, Vanessa

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Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer Beziehung zwischen Therapeut und Patient.

Rosemarie Tüpker mit Studierenden in einem Kurs über Musikimprovisation. Foto: M. Keß
Rosemarie Tüpker mit Studierenden in einem Kurs über Musikimprovisation. Foto: M. Keß

Einen nach eigenen Angaben „in dieser Form im deutschsprachigen Raum einmaligen Studiengang“ stellte jetzt die Westfälische Wilhelms-Universität Münster vor: Seit dem Wintersemester 2009/2010 bietet das Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik in Kooperation gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Universität Münster den Studiengang Klinische Musiktherapie an. In der klinischen Musiktherapie sollen musikalische, psychotherapeutische und medizinische Elemente kombiniert werden.

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Der Masterstudiengang Klinische Musiktherapie ist auf Vollzeit ausgelegt und erstreckt sich über zwei Jahre. Prof. Dr. phil. Rosemarie Tüpker, Leiterin des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik, berichtet, dass ein musiktherapeutisches Praktikum und 20 Stunden Selbsterfahrung als Klient Voraussetzung für ein solches Studium seien. Im Studium selbst können dann Kurse wie Anatomie, Physiologie, Psychiatrie, musiktherapeutische Grundlagen und Improvisation belegt werden. Hinzu kommen weitere 80 Stunden Selbsterfahrung, die der Studierende absolvieren muss. Der Studiengang sei sehr praxisnah organisiert, meint Tüpker.

Nach Abschluss des Studiums kann der Musiktherapeut in allen klinischen Bereichen arbeiten. Tüpker zufolge sei es jedoch nicht einfach, für ausgebildete Therapeuten im Gesundheitswesen Fuß zu fassen. Prof. Dr. med. Jörg Ritter, Vertreter der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, erklärt: „Es gibt viel zu wenige Kliniken mit festen Musiktherapiestellen.“ Er selbst hält eine grundlegende medizinische Ausbildung neben der musiktherapeutischen für unverzichtbar, besonders „um die Krankheitsbilder der Patienten besser verstehen und therapieren zu können“. Im Mittelpunkt der Musiktherapie an der Universität Münster stehe der Aufbau einer Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Das Besondere an dem Münsteraner Modell seien dabei das auf Vollzeit ausgelegte Masterstudium und die Praxisnähe. „Nur so lernt man das gemeinsame Musizieren und Improvisieren, das wichtig ist, um auf einer anderen als der sprachlichen Ebene seelische Konflikte zu lösen“, sagt Tüpker.

Vanessa Heide

@Informationen:
www.uni-muenster.de/Musiktherapie/

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Avatar #97143
michelvoss
am Montag, 9. September 2013, 12:34

Ausbildung für die Katz -

HTA-Bericht: Nutzen der palliativen Musiktherapie unklar, Dtsch Arztebl 2013; 110(35-36): A-1633 / C-1423, http://www.aerzteblatt.de/archiv/145400/

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