ArchivDeutsches Ärzteblatt19/1996Kassenärzte: Eigentliche Probleme

SPEKTRUM: Leserbriefe

Kassenärzte: Eigentliche Probleme

Bengert, Ottmar

Zu der Berichterstattung über den Kassenärztetag, Heft 13/1996
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LNSLNS Aus der Sicht eines Niedergelassenen steht obenan die Frage "was noch alles wird dem Arzt aufgebürdet?"
1. Ob die neue GOÄ, die wohl nur mittels Seminar verständlich wird, sinngemäß- nützlich oder nur zeitgemäß ist, wird sich hoffentlich vor einer weiteren Ergänzung oder gar Neufassung ergeben.
2. Die erwähnte Kooperation niedergelassener Ärzte ergänzt die Grimmschen Märchen, denn längst haben Existenzkampf und Profitgier diese Pflanze auf die rote Liste gebracht. Hochspezialisierte Klinikärzte ziehen per se ihre Fälle an sich, während die Fachärzte für Allgemeinmedizin, ihrem Namen entsprechend, niedergelassene Fachkollegen seltener benötigen.
3. Neben der üblichen Imagepflege wäre es begründet und vielleicht sogar nützlich, auch einmal die eigentlichen Probleme des Kassenarztes vorzutragen. Schwerwiegende Eingriffe in einen freien, den Arztberuf, wie: Niederlassungssperre, Altersbegrenzung (!), Gefährdung des Existenzminimums für manchen Praxisinhaber.
4. Der Kassenarzt muß immer mehr arbeiten, ältere bewährte Mitarbeiterinnen aus Kostengründen entlassen. Er muß – im Gegensatz zu einem Rechtsanwalt, der einen Stundenlohn von 500 DM voraussetzen darf – das GSG mit – Leid – tragen, als Gesundheitsverwalter mit einem Hungerlohn, bei voller Verantwortung.
5. Warum also stellt keiner fest, daß durch den Fortschritt der Medizin, Älterwerden der anspruchsvolleren Patienten und Ausgabenpolitik der Krankenkassen im Sinne des Wettbewerbs das Gesundheitswesen zu teuer geworden ist, und nicht durch die Arzthonorare? Warum also sollte der Staat nicht hier vordergründig und eigennützig Entwicklungshilfe leisten?
Dr. med. Ottmar Bengert, Thomasweg 2, 21244 Buchholz
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