ArchivDeutsches Ärzteblatt19/1996Ausbildung: Schädlich für den Marktwert
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LNSLNS Unser bestehendes Bildungssystem galt bisher nicht nur deswegen weltweit als beispielhaft, weil es auf allen Ausbildungsleveln hohe Qualitätsstandards bot, sondern auch deswegen, weil es besonders Qualifizierten die Möglichkeiten eines "zweiten Bildungswegs" eröffnet. Dieser kann bis zur Hochschulqualifikation und zum Studium führen, auch wenn der Weg, wenn man Kollegen glauben darf, die ihn gegangen sind, hart ist. Da prinzipiell die Möglichkeiten einer "Nachqualifikation" schon gegeben sind, die Frauen und Männer ohne Abitur dann auch zum Studium berechtigen, ist die Initiative, die Frau Ministerin Schuchardt im Bundesrat vertreten will, nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich für den "Marktwert" aller sich an deutschen Hochschulen qualifiziert habenden Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Pharmazeuten.
Es wäre statt dessen an der Zeit, Initiativen für den Erhalt der Ausbildungsqualität – nicht nur an den Universitäten, sondern auch an den staatlichen Krankenpflegeschulen – einzubringen. Hierdurch könnten (zum Beispiel durch straffere, praxisbezogenere Ausbildungskataloge, geringere Schüler-/Studenten- und größere Ausbilderzahlen pro Klasse, Seminar oder Vorlesung) motiviertere Lehrer einerseits interessiertere Lernende andererseits gezielter, praxisrelevanter und berufsspezifischer ausbilden. Tatsächlich ist in diesem Kontext auch der Gedanke von Pflegestudiengängen, wie ihn der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe fordert, überlegenswert. Als Vorbild dürfte hierbei die "Registered Nurse" (= R.N., wobei hier genus und nicht sexus gemeint ist), die geprüfte Krankenpflegekraft in den USA, gelten, wobei die Zulassung zu diesem Ausbildungsgang aber auch in den Vereinigten Staaten den High-School-Abschluß und einen College-Besuch voraussetzt!
Dr. med. Werner Wyrwich, Im Ölgarten 4, 97520 Röthlein
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