ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2013Prävalenz von nosokomialen und mitgebrachten Infektionen in einer Universitätsklinik

MEDIZIN: Originalarbeit

Prävalenz von nosokomialen und mitgebrachten Infektionen in einer Universitätsklinik

Eine Beobachtungsstudie

The prevalence of nosocomial and community acquired infections in a university hospital— an observational study

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(31-32): 533-40; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0533

Ott, Ella; Saathoff, Svenja; Graf, Karolin; Schwab, Frank; Chaberny, Iris F.

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Hintergrund: Nosokomiale Infektionen (NI) führen zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität. Unizentrische Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen können zeitliche Entwicklungen darstellen und Risikofaktoren identifizieren.

Methoden: In der Universitätsklinik Hannover wurden im März und April 2010 prospektiv die Daten aller stationären Patienten erfasst. Diese systematische Datenerfassung erfolgte mittels Durchsicht der Patientenakten und Interviews mit medizinischem Personal. Die Einstufung der Infektionen wurde entsprechend der Definitionen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vorgenommen. Es wurden Daten erhoben zu Grunderkrankungen, invasiven Eingriffen, Antibiotikaanwendungen, Devices (Anwendungen bestimmter medizinischer Verfahren wie Drainagen, Gefäßkatheter u. a.) sowie nachgewiesenen Erregern. Ausgeschlossen aus der Studie wurden Patienten der Pädiatrie, Psychosomatik und Psychiatrie.

Ergebnisse: Von 1 047 untersuchten Patienten wiesen 117 Patienten (11,2 %) 124 nosokomiale Infektionen und 112 Patienten (10,7 %) 122 mitgebrachte Infektionen auf. Häufigste NI waren postoperative Wundinfektionen (29 %), Infektionen des Gastrointestinaltrakts (26 %) und der Atemwege (19 %), Harnwegsinfektionen (16 %) und primäre Sepsis (4 %). Häufigste Erreger waren Escherichia coli, Koagulase-negative Staphylokokken, Candida spp., Enterococcus spp. und Pseudomonas aeruginosa. Die multivariable Regressionsanalyse identifizierte die Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten (Odds Ratio [OR] = 2,9), gastrointestinale Grunderkrankungen (OR = 2,3), Operationen in den letzten 12 Monaten (OR = 1,8) und mehr als zwei Grunderkrankungen (OR = 1,7) als unabhängige Risikofaktoren für NI. Pro angewandtes Device ergab sich eine OR von 1,4. Alter, Krankenhausliegedauer beziehungsweise vorheriger Kranken­haus­auf­enthalt, Trauma, Aufenthalt auf einer Intensivstation oder Beatmung wurden als Risikofaktoren bestätigt.

Schlussfolgerung: NI waren eine häufige Komplikation im Rahmen einer Prävalenzuntersuchung. Postoperative Wundinfektionen stellten aufgrund des großen chirurgischen Patientenkollektivs den Infektionsschwerpunkt dar. Inwieweit Prävalenzuntersuchungen zur Anpassung der Präventionsmaßnahmen dienlich sind, müssen weitere Studien zeigen.

LNSLNS

Laut Daten des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) (www.nrz-hygiene.de) sowie der nationalen Prävalenzstudie NIDEP-I von 1994 (1) ereignen sich in Deutschland jährlich 400 000 bis 600 000 nosokomiale Infektionen (NI) mit 10 000 bis 15 000 Todesfällen (Letalität = 2,6 %; auf Intensivstationen bis zu 10 %) (2). Die Verweildauer von Patienten auf Intensivstationen erhöht sich wegen NI durchschnittlich um 5,3 (± 1,6) Tage (3). Neben der hohen Morbidität und Mortalität sind NI mit zusätzlichen Kosten assoziiert: Graf et al. konnten für die postoperativen Wundinfektionen nach Sterniotomien zusätzlich Kosten von 22 905 € errechnen (4). Eine Kostenermittlung für nosokomiale Pneumonien durch Staphylococcus aureus ergab, dass der Methicillinresistenz bei S.-aureus-Pneumonien Mehrkosten von 17 281 € pro Patient zugeschrieben werden konnten (5).

Umso wichtiger ist die Prävention von NI. Um adäquate Präventionsmaßnahmen etablieren zu können, ist die Kenntnis der Verteilung von NI, der Risikobereiche und der patientenbezogenen Risikofaktoren besonders wichtig. Unterstützt werden diese Bestrebungen durch die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) 2011 und die damit einhergehende Etablierung und die Anpassung der Hygieneverordnungen der Bundesländer. Durch diese Verordnungen wurden Voraussetzungen zur Verbesserung der hygienischen und medizinischen Qualität in der Patientenversorgung geschaffen.

Prävalenzuntersuchungen können Schwachpunkte aufdecken, um anschließend notwendige Maßnahmen sowie Qualitäts- und Prozessparameter zu etablieren und dadurch die Sicherung und die Darstellung einer guten Hygienequalität (Umsetzung von Empfehlungen und Richtlinien) zu gewährleisten.

Europaweite Prävalenzuntersuchungen zeigen NI-Raten zwischen 3,5 % und 11,6 % (1, 610). Harnwegsinfektionen (HWI) sind die häufigsten NI, gefolgt von Pneumonien, postoperativen Wundinfektionen und primärer Sepsis. Diese Prävalenzuntersuchungen sind multizentrisch angelegt und spiegeln selten die individuelle Verteilung der NI sowie die jeweiligen Risikofaktoren in medizinischen Einrichtungen mit einem besonderen Schwerpunkt wider.

Das Wissen um die bevorstehende Novellierung des IfSG sowie die spärliche Datenlage zu NI an Universitätskliniken der Maximalversorgung mit chirurgischem Schwerpunkt hat die Autoren dazu bewogen, eine prospektive Prävalenzuntersuchung durchzuführen. Die Ziele dabei waren, die Verteilung aller Infektionen (nosokomiale und mitgebrachte Infektionen) und die Risikofaktoren für NI zu identifizieren, Hygienemaßnahmen im eigenen Krankenhaus anzupassen, beziehungsweise neu zu etablieren.

Methoden

In die Prävalenzuntersuchung an einer Universitätsklinik mit 1 411 Betten (Medizinische Hochschule Hannover) wurden im Zeitraum 1. 03. bis 30. 04. 2010 alle stationären Patienten, exklusive der Patienten der Kinderklinik, Psychiatrie und Psychosomatik, eingeschlossen.

Die Einstufung der Infektionen erfolgte entsprechend den Definitionen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) (11). Eine Infektion wurde als „nosokomial“ definiert, wenn die ersten Infektionszeichen später als 48 Stunden nach Aufnahme in das Krankenhaus auftraten.

Durch die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene wurden werktäglich zu jedem Patienten alle in dem Zeitraum durchgeführten Untersuchungen, Befunde sowie pflegerischen und ärztlichen Aufzeichnungen erfasst. Weiterhin wurden Interviews mit dem Pflegepersonal und ärztlichem Personal am Erhebungstag geführt. Daneben wurden patientenspezifische Einflussfaktoren wie demografische Daten, Grunderkrankungen, invasive Eingriffe, Kranken­haus­auf­enthalte und Antibiotikatherapien erfasst.

Die statistische Analyse beinhaltete neben dem deskriptiven Abschnitt auch eine univariable und eine multivariable Risikofaktorenanalyse mit dem Ziel, unabhängige Risikofaktoren für das Vorhandensein von (mindestens einer) NI gegenüber allen Patienten ohne NI zu eruieren.

Eine detaillierte Methodenbeschreibung ist dem eKasten zu entnehmen.

Methoden
Methoden
eKasten
Methoden

Ergebnisse

Zum Zeitpunkt der Prävalenzuntersuchung waren 96 % der 1 094 in die Untersuchung eingeschlossenen Betten mit Patienten belegt, so dass 1 047 Patienten in der Analyse berücksichtigt werden konnten. Es wurden 226 Patienten mit 247 Infektionen identifiziert (Gesamtprävalenz 22 %; 95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 19,2–24,2). Hiervon hatten 112 Patienten (10,7 %; 95-%-KI: 8,9–12,7) 122 mitgebrachte Infektionen (MI). Es gab 117 Patienten (11,2 %; 95-%-KI: 9,3–13,2) mit 124 NI. Die höchste Prävalenz wurde auf Intensivstationen (NI 28,2 %; 95-%-KI: 20,2–37,7 versus MI 21, 8%; 95-%-KI: 14,5–30,7) festgestellt, gefolgt von den Stationen der Inneren Medizin (NI 11,4 %; 95-%-KI: 7,8–15,7 versus MI 13,9 %; 95-%-KI: 10–18,6) und der Chirurgie (NI 9,1 %; 95-%-KI: 6,8–11,8 versus MI 7,1 %; 95-%-KI: 5,1–9,6). Die Prävalenz der NI war nur auf den Intensivstationen und in der Chirurgie höher als die Prävalenz der MI (Grafik).

Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten
Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten
Grafik
Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten

Die Verteilung der häufigsten Infektionsarten ist in Tabelle 1 abgebildet. Bei den MI dominierten Pneumonien (n = 28) und Infektionen des Gastrointestinaltrakts (n = 25).

Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten
Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten
Tabelle 1
Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten

Die häufigste nosokomiale Infektionsart war hingegen die postoperative Wundinfektion (n = 36), gefolgt von den gastrointestinalen Infektionen (n = 32) und den Pneumonien (n = 24). Innerhalb der postoperativen Wundinfektionen wurden vor allem tiefe Wundinfektionen (n = 17) und Organinfektionen (n = 14) festgestellt. Bei den gastrointestinalen Infektionen dominierten die infektiösen Gastroenteritiden (n = 23), insbesondere die durch Noroviren und C. difficile hervorgerufenen Infektionen. Nosokomiale Pneumonien wurden vor allem auf Intensivstationen beobachtet (Tabelle 2).

Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen
Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen
Tabelle 2
Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen

Die Erregerverteilung der 124 NI zeigte als häufigste Erreger Eschericia coli, Koagulase-negative Staphylokokken und Candida spp. (Tabelle 3). Von den 132 bakteriellen Erregern wiesen 18 (15 %) auffällige Resistenzen/Multiresistenzen auf. Diese Gruppe beinhaltete

Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
Tabelle 3
Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
  • 10 multiresistente gramnegative Erreger (MRGN)
  • 3 Enterobacteriaceae mit einem ausschließlich erweiterten Spektrum an Betalaktamasen (ESBL)
  • 3 Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)
  • 2 Methicillin-resistente Staphylokokkus-aureus-Stämme (MRSA).

Das untersuchte Patientenkollektiv zeigte keine Unterschiede hinsichtlich der Geschlechterverteilung (männlich 54 % versus weiblich 46 %; p = 0,061). Das durchschnittliche Alter in der untersuchten Kohorte lag bei 57 ± 18 Jahren. Im Median waren Patienten mit NI in einem ähnlichen Alter wie Patienten ohne NI (59 Jahre [49–70] versus 59 Jahre [44–71]). Patienten mit einer NI verweilten im Median länger im Krankenhaus als Patienten ohne NI (37 [19–58] Tage versus 10 [5–21] Tage, p < 0,001). Nosokomiale Infektionen als Todesursache wurde in der vorliegenden Studie nicht untersucht, es starben jedoch deutlich mehr Patienten mit NI als Patienten ohne NI (11 % versus 2 %; p < 0,001). Die Verteilung der demografischen Daten sowie weiterer Patientencharakteristika zeigt Tabelle 4.

Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden
Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden
Tabelle 4
Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden

Mittels logistischer Regression konnten folgende unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung von NI identifiziert werden (Tabelle 5):

Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
Tabelle 5
Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
  • Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten (OR = 2,9; 95-%-KI: 1,5–5,7)
  • gastrointestinale Erkrankungen (OR = 2,3; 95-%-KI: 1,4–3,6)
  • Operationen in den letzten 12 Monaten (OR = 1,8; 95-%-KI: 1,1–3,0)
  • Vorhandensein von > 2 Grunderkrankungen (OR = 1,8; 95-%-KI: 1,1–2,6)
  • pro angewandtes Device (OR = 1,4; 95-%-KI: 1,2–1,5)

Diskussion

In der vorliegenden Prävalenzuntersuchung wies jeder fünfte Patient (22 %) eine Infektion auf. Nosokomiale Infektionen wurden ähnlich häufig beobachtet wie mitgebrachte Infektionen (MI) (11,2 % versus 10,7 %). Aktuelle Prävalenzuntersuchungen zu Infektionen in Krankenhäusern legen ihren Fokus ausschließlich auf die Untersuchung der NI, so dass im Hinblick auf die Gesamtprävalenz der Infektionen nur auf ältere Studien zurückgegriffen werden konnte. Die multizentrische Untersuchung von Emmerson et al. von 1994 beschreibt eine ähnliche Gesamtprävalenz (23,7 %), es überwiegen jedoch deutlich die MI im Vergleich zu NI (14,7 % versus 9 %) (12). Rüden et al. zeigten für Deutschland 1994 eine Gesamtprävalenz der Infektionen von 13,5 % (1). Auch in dieser Untersuchung überwogen die MI (10 % versus 3,5 %). Die beobachtete Prävalenz der nosokomialen Infektionen an der Universitätsklinik der Medizinischen Hochschule Hannover von 11,2 % war im Vergleich mit den europäischen Untersuchungen an Kliniken mit mehr als 600 Betten beziehungsweise Universitätskliniken (4,4–13,5 %) als hoch zu bewerten (Tabelle 6). Die NI-Prävalenz auf Intensivstationen (hier 28,2 %) war dagegen vergleichbar mit den Ergebnissen anderer Studien (25–48 %) (Tabelle 6).

Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken
Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken
Tabelle 6
Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken

Die Ergebnisse solcher Prävalenzuntersuchungen lassen sich jedoch nur bedingt miteinander vergleichen. Den größten Einfluss auf das Resultat haben:

  • die Anzahl und Auswahl der Krankenhäuser
  • das Patientenkollektiv
  • die Definition der Infektionen
  • die Art und Anzahl der Infektionen
  • die Auswahl und Erfahrung der Untersucher

In der vorliegenden Studie wurden die Psychiatrie, Psychosomatik und Pädiatrie nicht berücksichtigt. Veröffentlichte Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen in der Pädiatrie (3,4–7,5 %) (1317) und in der Psychiatrie (0–3,5 %) (9, 12, 17) lassen vermuten, dass bei Einschluss dieser Bereiche die Prävalenz der NI an der Universitätsklinik der Medizinischen Hochschule Hannover niedriger ausgefallen wäre.

In der vorliegenden Studie waren postoperative Wundinfektionen die häufigste NI. Multizentrische Untersuchungen, unter anderem auch die aktuelle Punktprävalenzuntersuchung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), ordnen diese Infektionsart mit einem Anteil von 11–28 % ebenfalls unter den zweit- bis vierthäufigsten NI ein (1, 9, 10, 12, 15, 16, 18, 19). Im Rahmen der deutschen NIDEP-I-Studie von 1994 wurden auch in Kliniken mit chirurgischem Schwerpunkt postoperative Wundinfektionen nur als zweithäufigste NI nach den Harnwegsinfektionen (HWI) festgestellt (1). Aktuellere Prävalenzuntersuchungen von Ilic et al. und Fitzpatrick et al. stellten für ihr untersuchtes Kollektiv die postoperativen Wundinfektionen als die häufigste NI fest (20, 21). In der multizentrischen Prävalenzuntersuchung von Magill et al. waren postoperative Wundinfektionen ebenfalls die häufigste Infektionsart und HWI nur die dritthäufigste NI in Kliniken mit chirurgischem Schwerpunkt (22). Eine ähnliche Situation ließ sich in der vorliegenden Studie beobachten: HWI waren mit 16 % nur die vierthäufigste NI. Den Rückgang der Prävalenz von HWI konnten bereits andere Autoren über die Jahre feststellen (12, 15). Mögliche Ursachen dafür könnten verbesserte Präventionsmaßnahmen sein, wie zum Beispiel der adäquate Gebrauch von Harnwegkathetern. Zudem könnte das junge Alter des Patientenkollektivs (durchschnittlich 57 Jahre) eine Rolle dabei spielen. In Studien mit hoher HWI-Prävalenz wiesen die untersuchten Kohorten oft einen hohen Anteil an deutlich über 60-Jährigen auf (1, 9, 10, 18).

Gastrointestinale Infektionen, insbesondere infektiöse Gastroenteritiden, zählten im Rahmen dieser Untersuchung zu der zweithäufigsten NI. Emmerson et al. konnten hier bereits 1994 eine Zunahme zur vorangegangenen Prävalenzuntersuchung 1980 von 0,13 % auf 0,51 % verzeichnen (12). In der schottischen Prävalenzuntersuchung aus den Jahren 2005 bis 2006 gehörten gastrointestinale Infektionen zu den dritthäufigsten NI (9). Als Ursache wurde hier insbesondere die Zunahme der Clostridium difficile-assoziierten Infektionen (CDI) (23) angesehen, die ebenfalls in Deutschland beobachtet werden kann (24), sowie die Zunahme der Norovirusinfektionen (25). Die hohe Prävalenz infektiöser Gastroenteritiden hängt unter anderem mit dem Untersuchungszeitpunkt zusammen, denn Norovirusinfektionen (26) und CDI (27) treten vor allem in der kälteren Jahreszeit auf. Ohne Norovirus-Enteritiden (n = 15) läge die Gesamtprävalenz der NI in dieser Studie bei 9,7 %; gastrointestinale Infektionen wären mit 17 % immer noch zu der dritthäufigsten NI zu zählen.

Die Erregerverteilung entspricht der in früheren Untersuchungen mit E. coli, P. aeruginosa, Enterokokken und Koagulase-negativen Staphylokokken als den häufigsten Erregern von NI (6, 8, 10, 16). Entgegen dieser Untersuchungen war S. aureus in der vorliegenden Studie kein häufiger Erreger der NI. Eine mögliche Erklärung, insbesondere bezüglich der postoperativen Wundinfektionen, liegt in den an der Universitätsklinik der Medizinischen Hochschule Hannover etablierten Präventionsmaßnahmen in der Herz-Thorax-Transplantations- und Gefäßchirurgie: Hier werden präoperativ Mupirocin-Nasensalbe und eine antiseptische Waschlotion bei allen Patienten angewendet (28). Zudem zeigte sich ein höherer Anteil an multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) (8 %) als an Methicillin-resistenten Staphylokokkus aureus (MRSA) (2 %) und Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) (2 %) bei NI. Der Trend hinsichtlich der MRGN-Zunahme lässt sich bereits auf den deutschen Intensivstationen beobachten (29, 30). Der beobachtete geringe MRSA-Anteil steht nicht im Einklang mit den Ergebnissen bisheriger Publikationen (31).

Neben den nichtbeeinflussbaren patientenbezogenen Faktoren – wie Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts oder mehr als zwei Grunderkrankungen und operative Eingriffe in den letzten 12 Monaten – konnten auch beeinflussbare exogene Faktoren identifiziert werden: Jedes Device erhöhte das Risiko für eine NI um den Faktor 1,4.

Andere Studien konnten isoliert Harnwegkatheter, Gefäßkatheter sowie invasive Beatmung als unabhängige Risikofaktoren identifizieren (17, 18, 21, 32). Berücksichtigt man zudem, dass HWI, Pneumonien, postoperative Wundinfektionen und primäre Sepsisfälle durchschnittlich 80 % der NI in der aufgeführten Literatur ausmachen (1, 22, 32), kommt der Prävention dieser Device-assoziierten Infektionen eine hohe Bedeutung zu. Unerwarteterweise zeigte sich, dass die Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten, die nicht die Therapie der aktuellen NI darstellte, am stärksten mit dem Vorhandensein von NI assoziiert war (OR = 2,9). Fitzpatrick et al. und Ilic et al. stellten unter anderem fest, dass die systemische Antibiotikagabe mit NI assoziiert war (20, 21). Zum einen könnte dies ein Hinweis für die höhere Morbidität eines Patienten sein, zum anderen kann dies auf eine immunmodulierende Wirkung der Antibiotika hinweisen. Dies sollte in weiteren Studien im Detail untersucht werden. Die Prävalenz des systemischen Antibiotikagebrauchs (n = 473; 45 %) ist im europäischen Vergleich (19–59 %) als hoch zu bewerten (19, 3335).

Limitationen

Die vorliegende Studie weist einige Limitationen auf: Es wurde eine unizentrische Prävalenzuntersuchung an einer Universitätsklinik der Supramaximalversorgung mit Schwerpunkt Chirurgie durchgeführt, so dass eine Übertragung der Ergebnisse auf die Situation in Deutschland oder Kliniken mit anderem Schwerpunkt nur begrenzt möglich ist.

Aufgrund des vergleichsweise großen untersuchten Kollektivs von 1 047 Patienten erscheint die hier vorliegende Situation jedoch verlässlich abgebildet und ist im Umfang sowohl mit der ebenfalls unizentrischen Studie von Ciofi degli Atti et al. mit 1 501 Patienten (13) als auch mit der multizentrischen Studie von Magill et al. mit 851 Patienten (22) vergleichbar. Eine Untererfassung von NI erscheint für diese Untersuchung wenig wahrscheinlich, da alle Arten einer NI erfasst wurden. Bei einer ausschließlichen Fokussierung auf Device-assoziierte NI können die Ergebnisse um bis zu 34 % abweichen (1, 22, 32) und andere wichtige beziehungsweise häufige Infektionsarten, wie zum Beispiel gastrointestinale Infektionen, übersehen werden. Der gewählte Untersuchungszeitraum kann unter anderem einen Einfluss auf die Erregerverteilung, aber auch auf die Prävalenz der NI, insbesondere der Gastroenteritiden durch Noroviren und C. difficile, nehmen, die häufiger in den kühlen Monaten auftreten (26, 27). Gibt es zum Zeitpunkt der Prävalenzuntersuchung zudem einen Ausbruch mit Infektionen, kann das Ergebnis der Prävalenz hierdurch deutlich beeinflusst werden. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen. Zu berücksichtigen ist ebenfalls das mögliche Überschätzen der Raten an NI. Solche Überschätzungen werden im Rahmen von Prävalenzuntersuchungen viel häufiger festgestellt als bei longitudinalen Inzidenzuntersuchungen (36, 37).

Inzidenzuntersuchungen sind jedoch mit einem hohen zeitlichen und personellen Aufwand verbunden, so dass Prävalenzuntersuchungen eine wertvolle und kostengünstige Alternative darstellen, um Trends aufzuzeigen.

Fazit

Nach § 23 IfSG müssen Krankenhäuser in Deutschland nosokomiale Infektionen erfassen und bewerten. Viele Kliniken beschränken sich häufig aus ökonomischen Gründen auf die Auswertung der Daten einer Infektionsart. Insbesondere für große Kliniken beziehungsweise für Universitätskliniken mit einem bestimmten Schwerpunkt können unizentrische Prävalenzuntersuchungen ein wichtiges Werkzeug bei der Anpassung der Surveillance sowie anderer Präventionsmaßnahmen sein. Sie lassen ohne hohen personellen und zeitlichen Aufwand relativ schnell spezifische Trends in der Häufigkeit und bei den Risikofaktoren für nosokomiale Infektionen erkennen. Es zeigte sich, dass postoperative Wundinfektionen und GI-Infektionen in einer Universitätsklinik der Supramaximalversorgung mit chirurgischem Schwerpunkt dominiert haben.

Zudem erwies sich, dass eine Antibiotikatherapie und Devices stark mit NI assoziiert waren. Eine wichtige Rolle für die Patientensicherheit spielt daher die Prävention von

  • postoperativen Wundinfektionen
  • Device-assoziierten Infektionen, insbesondere auf den Intensivstationen sowie
  • nosokomialen Gastroenteritiden durch C. difficile

Basierend auf den Studienergebnissen wurden 2011 mit der Surveillance von postoperativen Wundinfektionen sowie einem verpflichtenden OP-Training für das gesamte chirurgisch tätige Personal begonnen. Darüber hinaus wurde ein „Antibiotic-Stewardship-Programm“ ins Leben gerufen, um unter anderem der Entwicklung von multiresistenten Erregern sowie den C. difficile-assoziierten Infektionen entgegenzuwirken.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 9. 2012, revidierte Fassung angenommen: 15. 4. 2013

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Iris F. Chaberny
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
chaberny.iris@mh-hannover.de

Zitierweise
Ott E, Saathoff S, Graf K, Schwab F, Chaberny IF: The prevalence of nosocomial and community acquired infections in a university hospital— an observational study. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(31–32): 533–40.
DOI: 10.3238/arztebl.2013.0533

@eKasten:
www.aerzteblatt.de/13m0533

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Medizinische Hochschule Hannover:
Dr. med. Ott, Saathoff, Dr. med. Graf, Prof. Dr. med. Chaberny
Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Dr. rer. medic. Schwab
Danksagung
Die Autoren danken Angela Legarth (Datenverwaltung), Britt-Christin Hilbig, Jonathan Joshi, Simone Valentin (Datensammlung) und Dr. med. Cornelia Henke-Gendo (Dateninterpretation) für die gute Zusammenarbeit.
Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten
Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten
Grafik
Prävalenz von Infektionen bei stationären Patienten
Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten
Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten
Tabelle 1
Verteilung der zum Prävalenzzeitpunkt vorliegenden Infektionsarten
Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen
Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen
Tabelle 2
Verteilung der Prävalenz und der Art nosokomialer Infektionen in speziellen Bereichen
Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
Tabelle 3
Verteilung der 162 Erreger innerhalb der 124 nosokomialen Infektionen
Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden
Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden
Tabelle 4
Patientencharakteristika der 1 047 Patienten, die in die Prävalenzuntersuchung eingeschlossen wurden
Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
Tabelle 5
Multivariable Risikofaktoren-Analyse für das Auftreten nosokomialer Infektionen
Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken
Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken
Tabelle 6
Ergebnisse von Prävalenzuntersuchungen zu nosokomialen Infektionen an europäischen Kliniken
Methoden
Methoden
eKasten
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