ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2013Knochenmetastasen: Durch Osteoprotektion Schmerzen reduzieren

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Knochenmetastasen: Durch Osteoprotektion Schmerzen reduzieren

Dtsch Arztebl 2013; 110(31-32): A-1501

Heinzl, Susanne

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Denosumab, ein Antikörper, der den Knochenabbau hemmt, erhöht die Lebensqualität der Patienten durch eine effektive Kontrolle der Symptome.

Lebensqualität ist eine dem eigenen Lebensentwurf entsprechende Daseinserfüllung. Das Missverhältnis zwischen den Erwartungen eines Menschen und seiner tatsächlichen Situation stört offenbar die Lebensqualität ganz besonders. Dies trifft nach Aussage von Dr. med. Hans-Bernd Sittig, Geesthacht, auf Krebspatienten in besonderem Maße zu. Die Lebensqualität lasse sich auf zwei Wegen verbessern: durch Unterstützung bei der Akzeptanz der unabänderlichen Beschwerden und Behinderungen oder durch eine Verbesserung der aktuellen Situation über eine Kontrolle der Symptome.

Etwa 50 Prozent der Krebspatienten leiden an Schmerzen, im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung sind es sogar bis zu 90 Prozent. Sittig wies darauf hin, dass die Aussage „Ich habe Schmerzen“ eine Vielzahl von Bedeutungen beinhalte. So beinhalte sie auch Aussagen wie „Ich brauche Dich“ oder „Ich hasse Dich“ oder „Ich bin deprimiert“ oder „Ich fürchte mich vor dem Tod“.

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Kardinalfragen bei der Diagnose von Schmerzen sind unter anderem Fragen nach Stärke, Erträglichkeit, Art, Lokalisation, Auslösern und zeitlichen Faktoren des Schmerzes. Die Therapie ruht auf fünf Säulen, nämlich der lokalen, regionalen Schmerztherapie, Physiotherapie, medikamentöser Therapie, Psychotherapie und kurativer, kausaler beziehungsweise palliativer Therapie. Grundsatz jeder Behandlung ist die Kombination von kausaler und symptomatischer Therapie.

„Sind Knochenmetastasen nachgewiesen, besteht das Ziel in einer effektiven Symptomkontrolle“, so Sittig, damit „die Patienten ihre Mobilität erhalten und ihren Alltag so lange wie möglich autonom gestalten können.“ Denosumab spiele bei dieser Zielsetzung eine entscheidende Rolle, weil es am Ort der Schmerzentstehung wirke, indem es den Knochen stabilisiere und die Freisetzung von Schmerzmediatoren hemme. Die Patienten hätten daher – insbesondere bei frühzeitigem Therapiebeginn – weniger Schmerzen. Zudem benötigen die Betroffenen weniger Analgetika. „Auch der Einsatz von Opiaten kann bei vielen Fällen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden“, so Sittig.

Fazit: Eine osteoprotektive Therapie mit dem RANKL-Antikörper Denosumab (Xgeva®) kann die Lebensqualität bei Patienten mit soliden Tumoren, die Knochenmetastasen entwickeln, bessern oder bewahren, indem Schmerzen und Komplikationen verhindert oder verringert werden.

Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Quelle: MediaDialog „Kann Denosumab bei Patienten mit Knochenmetastasen die symptomfreie Zeit verlängern?“ von Amgen in München.

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