ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2013Behandlungsfehler: Ergänzungen

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Behandlungsfehler: Ergänzungen

Dtsch Arztebl 2013; 110(31-32): A-1492 / B-1314 / C-1298

Springorum, H. W.

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In dem Beitrag wurde berichtet, dass ein Drittel der vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) erstellten 12 500 Gutachten den Verdacht auf ärztliche Behandlungsfehler bestätigt haben . . . Erfahrungsgemäß führen MDK-Gutachten mit der Annahme eines Behandlungsfehlers zur Einschaltung der Gutachterkommissionen bei den Ärztekammern oder zur Eröffnung eines Zivilprozesses mit Schadensersatzforderung. Erfahrene Richter rümpfen über MDK-Gutachten meist die Nase und schalten gerichtsbekannte seriöse Gutachter und Fachärzte ein, die oftmals zu anderen Einschätzungen kommen als die MDK-Gutachter . . .

Im Übrigen darf nicht übersehen werden, dass der MDK eine Einrichtung der gesetzlichen Krankenkassen ist. Die Honorierung der MDK-Ärzte erfolgt also aus dem Topf der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, die ein begreifliches Interesse hat, aufgrund angeblicher Behandlungsfehler Kostenrückforderungen an Ärzte und Krankenhäuser zu richten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Was wird nun aus den Behandlungsfehlervorwürfen der MDK-Ärzte?

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Nach meiner Einschätzung werden höchstens ein Drittel dieser Vorwürfe von den Richtern bestätigt, wenn nicht noch weniger. In der Gerichtsverhandlung drängt nämlich erfahrungsgemäß der Vorsitzende auf einen Vergleich, der kein Schuldanerkenntnis darstellt, sondern im Regelfalle aus prozessökonomischen Gründen akzeptiert wird. Im Übrigen erspart sich damit der Vorsitzende eine Urteilsbegründung und kann die Akte schließen . . .

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. H. W. Springorum, 97980 Bad Mergentheim

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