ArchivDeutsches Ärzteblatt19/1996Bleiberecht für Folteropfer gefordert

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Bleiberecht für Folteropfer gefordert

EB; hk

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LNSLNS BERLIN. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren hat in einer kürzlich veröffentlichten Resolution ein faires Asylverfahren und humanitäres Bleiberecht für traumatisierte Flüchtlinge wie Folteropfer und andere Überlebende organisierter Gewalt gefordert. Um eine faire Prüfung im Asylverfahren zu gewährleisten, müßten im Anhörungsverfahren beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge traumabedingte Schädigungen beachtet werden, heißt es in dem Papier.
Die Arbeitsgemeinschaft fordert deshalb: Asylsuchende müssen vor der Erstanhörung unabhängig beraten werden. Es muß ihnen möglich sein, ihre Angaben mit professioneller Unterstützung beispielsweise durch Sozialpädagogen, Ärzte oder Psychotherapeuten entweder mündlich oder schriftlich zu machen. Krankheits- und traumabedingte Gründe für eine eingeschränkte Mitwirkung im Verfahren sind zu berücksichtigen. Es darf in solchen Fällen nicht von einer Verletzung der Mitwirkungspflicht ausgegangen werden. Nachgereichte asylrelevante Fakten, die beispielsweise bei Beratung oder Behandlung bekannt werden, müssen jederzeit in das Verfahren eingebracht werden können. EB/hk
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