ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Forschungsverbund SOPHO-NET: Psychotherapie wirkt bei sozialer Phobie

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Forschungsverbund SOPHO-NET: Psychotherapie wirkt bei sozialer Phobie

PP 12, Ausgabe August 2013, Seite 340

Hillienhof, Arne

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Die Kurzzeit-Psychotherapie ist ein wirksames Mittel gegen die soziale Phobie. Diese Wirkung hält selbst zwei Jahre nach Ende der Psychotherapie noch an, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Kognitiv-behaviourale und psychodynamische Therapie sind gleichermaßen hilfreich. Foto: iStockphoto
Kognitiv-behaviourale und psychodynamische Therapie sind gleichermaßen hilfreich. Foto: iStockphoto

Die soziale Phobie ist die häufigste Angststörung in Deutschland. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Die Wirksamkeit der Psychotherapie hat nun der Forschungsverbund SOPHO-NET bestätigt. „Dabei handelt es sich um eine der größten Studien zur Psychotherapie weltweit“, sagte Prof. Dr. Falk Leichsenring von der DGPM und Leiter der SOPHO-NET-Studie (American Journal of Psychiatry 2013; 170:759– 767). Für die multizentrische Studie hatten die Forscher 495 Patienten zufällig in drei Gruppen eingeteilt.

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Die Patienten der ersten Gruppe wurden neun Monate lang mit kognitiv-behavioraler Psychotherapie behandelt, die der zweiten mit psychodynamischer Therapie. Die dritte Gruppe blieb über sechs Monate unbehandelt – entsprechend den Bedingungen einer Warteliste. Im Ergebnis zeigten die beiden Psychotherapiegruppen mit 60 beziehungsweise 52 Prozent der Patienten Heilungsanzeichen in ähnlichem Umfang. Bei der Wartelistengruppe waren es 15 Prozent. In beiden Therapiegruppen besserte sich auch die Depressivität. „Damit ist klar, dass beide Psychotherapien wirksam sind. Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung hält die Besserung auch noch zwei Jahre nach der Behandlung an“, sagte Leichsenring. hil

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