ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Leistungssportler: Psychische Erkrankungen enttabuisieren

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Leistungssportler: Psychische Erkrankungen enttabuisieren

PP 12, Ausgabe August 2013, Seite 340

Hillienhof, Arne

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Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen passen nicht in das Bild des souveränen und leistungsorientierten Athleten. Entsprechend hoch ist für Betroffene die Hürde, sich professionelle Hilfe zu holen. Ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wirbt für gezielte Information, Forschung sowie eine spezialisierte Versorgung von psychischen Erkrankungen im Leistungssport.

Leistungssportler stehen unter einem enormen Druck. Foto: Fotolia/Stefan Schurr
Leistungssportler stehen unter einem enormen Druck. Foto: Fotolia/Stefan Schurr

Entsprechende Angebote rund um psychische Erkrankungen sucht man meist vergeblich. Die sportpsychologische Unterstützung zielt in erster Linie auf die Leistungsoptimierung ab. „Gerade bei Leistungssportlern ist die Diagnostik, Betreuung und Therapie von psychischen Erkrankungen dringend verbesserungsbedürftig. Dafür gibt es evidenzbasierte Wege“, betont DGPPN-Vorstandsmitglied Frank Schneider. Denn Profisportler stünden oft unter enormen Leistungsdruck, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. So zögen sportliche Niederlagen oftmals existenzielle Ängste nach sich. Gleichzeitig begännen Sportler immer früher mit dem intensiven und systematischen Training – in einem Alter, in dem sie besonders anfällig für psychische Störungen sind.

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Vor diesem Hintergrund will die DGPPN sich enger mit Sportmedizinern, Sportpsychologen, Vereinen und Verbänden vernetzen und gemeinsam mit den acht sportpsychiatrischen Ambulanzen der Universitätskliniken die Öffentlichkeit gezielt über spezialisierte Behandlungsangebote informieren. „Gleichzeitig gilt es, die Prävention und individuelle therapeutische Versorgung von Leistungssportlern zu optimieren“, unterstreicht Schneider. Dazu müssten auch die wissenschaftliche Datenbasis verbessert und spezielle Weiterbildungsformate für die sportpsychiatrische Expertise entwickelt werden. hil

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