ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Angststörungen: Auswirkung auf Beziehungen

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Angststörungen: Auswirkung auf Beziehungen

PP 12, Ausgabe August 2013, Seite 359

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Von Angststörungen Betroffene haben Probleme damit, dem Partner zu vertrauen und sich eng an ihn zu binden, was eine verminderte Beziehungsqualität bis hin zur Trennung zur Folge haben kann. Umgekehrt kann eine Paarbeziehung auch Auswirkungen auf eine Angststörung haben. Beispielsweise kann eine krisenhafte Partnerschaft latente Angststörungen zum Ausbruch bringen oder bestehende Angststörungen verstärken. Da in bisherigen Studien fast ausschließlich der Zusammenhang von Angststörungen und Partnerschaften, nicht aber der Zusammenhang von Angststörungen und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen untersucht wurde, hat sich der US-amerikanische Paar- und Familientherapeut Jacob Priest von der Florida State University (USA) mit der Frage befasst, wie sich Angststörungen auf die Beziehungen zu Verwandten, Freunden und Bekannten auswirken. Er wertete Daten von 9 912 Personen mit Angststörungen aus, die im Rahmen einer repräsentativen Umfrage zur Verbreitung psychischer Störungen in den USA erhoben worden waren, und kam zum Ergebnis, dass es signifikante Zusammenhänge zwischen Angststörungen und den Beziehungen zu nahestehenden Menschen gibt. Zum einen suchen Personen mit latenten Angststörungen oft Sicherheit in Beziehungen. Werden sie enttäuscht, kann dies zum Ausbruch der Erkrankung führen. Zum anderen belasten bestehende Angststörungen das Verhältnis zu Freunden oder Verwandten und verringern die Beziehungsqualität. Die Unfähigkeit, in Kontakt mit anderen zu treten, verstärkt die Angst vor sozialem Ausschluss sowie die Krankheitssymptome. Ein Ausweg aus diesem Dilemma kann die Einbindung von Angehörigen und Freunden in die Therapie von Angststörungen sein. ms

Priest J: Anxiety disorders and the quality of relationships with friends, relatives, and romantic partners. Journal of Clinical Psychology 2013; 69(1): 78–8. MEDLINE

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