ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Kaufsucht: Erste Ansätze zur Selbsthilfe

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Kaufsucht: Erste Ansätze zur Selbsthilfe

PP 12, Ausgabe August 2013, Seite 359

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Bei Kaufsucht hat sich die kognitive Verhaltenstherapie im Gruppensetting schon oft als wirksam erwiesen. Allerdings empfinden die Betroffenen häufig starke Scham- und Schuldgefühle wegen ihrer Kaufexzesse und haben daher Hemmungen, sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen. Kaufsüchtigen den Zugang zu einer fachgerechten Behandlung zu ermöglichen und den Einstieg insgesamt zu erleichtern, war daher eine Zielsetzung von deutschen und amerikanischen Psychotherapeuten um Astrid Müller von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie gewannen insgesamt 56 vorwiegend weibliche Betroffene für ihre Untersuchung und teilten sie in drei Gruppen ein: Über zehn Wochen hinweg wurden 22 Teilnehmer mit kognitiv-behavioraler Gruppentherapie behandelt, 14 Personen wurden der Wartegruppe zugeteilt, und 20 Probanden absolvierten ein telefongestütztes Selbsthilfeprogramm. Die Übungen basierten auf kognitiver Verhaltenstherapie. Zusätzlich führten die Teilnehmer fünf 20-minütige Telefongespräche mit einem Psychotherapeuten und konnten hierbei Fragen stellen, von Schwierigkeiten berichten oder sich Rat und Unterstützung holen. Nach Beendigung des Behandlungszeitraums zeigte sich, dass die Teilnehmer, die an der kognitiven Verhaltenstherapie im Gruppensetting teilgenommen hatten, die größten Therapieerfolge im Hinblick auf die Reduzierung von Kaufsuchtsymptomen und Depressionen aufwiesen. Der Befund verweist darauf, dass der Selbsthilfeansatz noch nicht ausgereift ist. Er kann aber zumindest zum jetzigen Zeitpunkt dazu dienen, die Wartezeit auf eine Behandlung sinnvoll zu nutzen. ms

Müller A, Arikian A, de Zwaan M, Mitchell J: Cognitive-behavioural group therapy versus guided self-help for compulsive buying disorder. Clinical Psychology and Psychotherapy 2013; 20(1): 28–35. MEDLINE

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