ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Ausbildung: Unqualifizierte Äußerungen
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Haben wir wieder etwas gelernt. Psychotherapie ist durchaus vergleichbar mit der Arbeit einer Krankenschwester oder der eines Feuerwehrmannes, die man problemlos ausüben kann, sobald man den Kinderschuhen entwachsen ist und die Technik gelernt hat. Vielleicht machen wir überhaupt gleich einen Lehrberuf daraus, Voraussetzung: qualifizierender Hauptschulabschluss. Warum machen wir uns dann noch die Mühe, den richtigen Modus für die Ausbildung zu finden?

Prof. Pritz würde sich in einer schweren Lebenskrise also problemlos in die Obhut einer 22-jährigen Studentin begeben, um seine Symptome zu lindern – letztere ohne Erfahrung mit Berufstätigkeit, langjähriger Partnerschaft, Elternschaft und überhaupt gelebtem Leben, ohne die nötigen durch Selbstreflexion und Eigentherapie erworbenen Reifungs-, Einfühlungs- und Abgrenzungsprozesse. Bei einem Feuerwehrmann macht das Fehlen dieser Eigenschaften sicher wenig aus, aber bei uns?

Ein solches Statement von einem Mann in derart exponierter Position ist schlechthin unfassbar – aber es geht des Haarsträubenden noch weiter: Psychotherapeuten haben in der Regel auch nicht „ein anderes Fach“ studiert, sondern Psychologie und/oder Medizin, und damit Grundlagen für diesen Beruf erworben, andernfalls könnten wir ja auch Elektrotechniker zur Ausbildung zulassen, was aber meines Wissens nicht geschieht. Zumindest in Deutschland . . .

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Diese Äußerungen sind sehr unqualifiziert und eigentlich nur erklärbar, dass hier jemand pro domo redet: Wer eine Privatuniversität gegründet hat, muss Sorge tragen, dass der Laden voll ist, und damit schafft er das vermutlich; unser Ansehen wird das nicht mehren!

„Wie gut das funktioniert“ (Behauptung Pritz) können uns dann aber nicht die Professoren, sondern nur die Patienten sagen. . . !

Dipl.-Psych. Ursula Mayr,
83236 Übersee am Chiemsee

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