ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2013Kunst und Psyche: Grotesk und frauenfeindlich
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Eine so verkehrte Analyse kann in der Tat nur von einem Manne stammen, dessen Fantasie und Frauenhass Bände spricht. Statt dass der Analytiker zugibt, dass der Maler offensichtlich von seinem Sexualtrieb besessen und gequält wird, was durch die „überbordende Sexualität“ nicht zu leugnen ist, leugnet er, dass der Mann überhaupt beteiligt ist. Vielmehr muss der Teufel herhalten, damit alle Schuld der zunächst recht unscheinbaren Frau, die buchstäblich in den Schmutz gezogen und hinterhergeschleift wird, angelastet werden kann. Solche Verkehrung, bei der angeblich die „triebgesteuerten, teuflischen Frauen“ die Schuld an der „Verführung des Mannes“ haben sollen, ist geradezu grotesk und extrem frauenfeindlich! Wie viel ehrlicher wäre es zuzugeben, dass der triebgesteuerte Mann vor seinem Sexualdrang flieht, die Schuld, wie üblich, bei jemand anderem, also beim Weibe, sucht und als „letzte moralische Hoffnung“ den kirchlichen Segen bei mönchischer, sexueller Enthaltsamkeit erhofft, letzterer jedoch rasend entflieht.

Gudrun Halbrock, 20249 Hamburg

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