ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2013Primärprävention der Frühgeburt etwas zu kurz gekommen

MEDIZIN: Diskussion

Primärprävention der Frühgeburt etwas zu kurz gekommen

Primary Prevention of Premature Labor Was Given Short Shrift

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(33-34): 557-8; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0557b

Conradt, Armin

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Die beiden häufigsten Ursachen der Frühgeburt sind die fetoplazentaren Versorgungsstörungen und aszendierende Infektionen.

Bei der systematischen histologischen Untersuchung der Plazenten von Frühgeburten finden sich Reifungs- und Differenzierungsstörungen bzw. -Diskordanzen sowie Gefäßpathologien (verbunden mit reduzierter endothelialer NO-Produktion?). Die Ursache hierfür kann die suboptimale Ernährung der Schwangeren sein, die Plazentation und Entwicklung stören, beispielsweise verursacht durch Mangel an Magnesium, Vitaminen und langkettigen ungesättigten Fettsäuren. Substitution mit Magnesium, möglichst früh und konstant durch die Schwangerschaft, vermindert Frühgeburt, Mangelgeburt, vorzeitigen Blasensprung (2) und Präeklampsie (3, 4). Ein globaler Hinweis auf die durch Magnesium verbesserte Funktion der fetoplazentaren Einheit. Somit verwundert es nicht, dass bei der Therapie der drohenden Frühgeburt (1) ähnliche Substanzen erfolgreich sind, wie bei der Präeklampsie (MgSO4 oder Nifedipin).

Aszendierende Keime durch die Scheide sind die Ursache (über Prostaglandin-Mechanismus) für vorzeitige Zervixreife (Verkürzung und Erweichung), vorzeitige Wehen oder vorzeitigen Blasensprung. In der Sekundärprävention sind die pH-Messung in der Scheide von Saling, aber auch die bisweilen vernachlässigte mikroskopische Kontrolle des Vaginalabstriches von Nutzen. Für die Primärprävention ist auch hier die Ernährungslage (Vitamine) und ausreichende Supplementation der Schwangeren mit Magnesium von Bedeutung (2), sichtbar an der Reduktion des vorzeitigen Blasensprunges (2). Magnesium katalysiert über 300 enzymatische Reaktionen und trägt zu einer Optimierung der Immunlage der Schwangeren bei, was der Abwehr von pathogenen Keimen in der Scheide dienlich ist.

Aus langjähriger Erfahrung und Sicht des Autors (weitere Literatur: www.magnesium-ges.de) sollte die für die Entwicklung der Schwangerschaft nützliche Magnesium-Supplementation möglichst frühzeitig und durchgehend erfolgen. Ist dies nicht erfolgt, kann auch beim Eintritt von ersten Symptomen noch eine, meist höher dosierte orale Magnesiumtherapie zum Erhalt der Schwangerschaft beitragen. Magnesium sollte allerdings nicht zeitgleich mit oralem Kalzium (enthalten in einigen, zum Beispiel amerikanischen „Prenatals“) verabfolgt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0557b

Dr. med. Armin Conradt

Jacob-Kees-Straße 14

04416 Leipzig

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Schleußner E: The prevention, diagnosis and treatment of premature labor. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 227–36. VOLLTEXT
2.
Conradt A, Weidinger H, Algayer H: Magnesium therapy decreased the rate of intrauterine growth retardation, premature rupture of membranes and premature delivery in risk pregnancies treated with beta mimetics. Magnesium Exper Clin Res 1985; 4/1: 20–8.
3.
Conradt A, Weidinger H, Algayer H: Reduzierte Frequenz von Gestosen bei Betamimetika-behandelten Risikoschwangerschaften mit Magnesium-Zusatztherapie. Geburtsh u Frauenheilk 1984; 44: 118–28. CrossRef MEDLINE
4.
Conradt A, Weidinger H, Algayer H: On the role of magnesium in fetal hypotrophy, pregnancy induced hypertention and pre-eclampsia. Magnesium Bulletin 1984; 6/2: 68–76.
1.Schleußner E: The prevention, diagnosis and treatment of premature labor. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 227–36. VOLLTEXT
2.Conradt A, Weidinger H, Algayer H: Magnesium therapy decreased the rate of intrauterine growth retardation, premature rupture of membranes and premature delivery in risk pregnancies treated with beta mimetics. Magnesium Exper Clin Res 1985; 4/1: 20–8.
3.Conradt A, Weidinger H, Algayer H: Reduzierte Frequenz von Gestosen bei Betamimetika-behandelten Risikoschwangerschaften mit Magnesium-Zusatztherapie. Geburtsh u Frauenheilk 1984; 44: 118–28. CrossRef MEDLINE
4.Conradt A, Weidinger H, Algayer H: On the role of magnesium in fetal hypotrophy, pregnancy induced hypertention and pre-eclampsia. Magnesium Bulletin 1984; 6/2: 68–76.

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