ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2013Priorisierung: Rückbesinnung auf die Versorgungsstufen
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Ich danke Herrn Prof. Raspe für seine ausführliche Darstellung des Themas, für die Abgrenzung zur Rationalisierung und damit letztendlich zur Professionalisierung der Diskussion . . .

Ein wichtiger Aspekt fehlt mir allerdings. Auch ohne die Hinzuziehung zahlreicher fachfremder Spezialisten kann der ärztliche Sachverstand auch jetzt schon wertvolle Dienste leisten, um die sachgerechte Allokation der Mittel voranzutreiben. Wir sollten uns darauf besinnen, dass es in Deutschland sogenannte Versorgungsstufen gibt. Und dies sollte auch den Patienten klargemacht werden. Jeder kennt die Notarztbriefe am Montagmorgen. Wieder musste ein banaler Schnupfen unbedingt in einer universitären HNO-Ambulanz diagnostiziert werden. Wieder mal ein Blinddarm, der nicht im eigentlich zuständigen Kreiskrankenhaus operiert wurde, sondern in einer hochspezialisierten Abteilung der höchsten Versorgungsstufe. Es ist an der Universitätsklinik Lübeck in einigen Abteilungen schon lange Usus, dass wir als Hausärzte aus unserer Praxis keinen Patienten einfach zuweisen können. Sie müssen erst von einem niedergelassenen Facharzt gesehen werden. Nur bei Gefahr im Verzug wird der Patient nach einem persönlichen Gespräch mit dem Diensthabenden auch dort aufgenommen. Und das ist richtig so. Das spart durch Vermeidung von Fehleinweisungen wertvolle Mittel, und der Patient wird trotz allem gut und schnell versorgt. Dazu bedarf es natürlich einer guten Vernetzung der Niedergelassenen untereinander . . . Einen Notfalltermin bekommen wir bei den niedergelassenen Spezialisten jederzeit . . .

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Wir müssen den Patienten sagen, dass sie an das „kleine“ Haus gehen sollen, wenn ein Kranken­haus­auf­enthalt notfallmäßig geboten erscheint. Dort wird entschieden, wo die Reise hingeht. Ein erster Schritt dazu war, den Notdienst der Niedergelassenen in ein Krankenhaus einzubinden. Weiter so. Dann werden unsere Patienten auch in Zukunft versorgt.

Dr. Bernhard Reiß, 23898 Sandesneben

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