ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2013Radiologie: Sinnvolle und empfehlenswerte Investition

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Radiologie: Sinnvolle und empfehlenswerte Investition

Dtsch Arztebl 2013; 110(33-34): A-1568

Karul, Murat

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Der kürzlich verstorbene Dr. Theodore E. Keats, Vorreiter der Abbildung der normalen Anatomie in Röntgenbildern, veröffentlichte mehr als 200 wissenschaftliche Artikel, 53 Buchbeiträge und neun Bücher. Darunter auch der in Zusammenarbeit mit drei jungen Radiologen entstandene Bildatlas „Normalbefunde in der Skelettreifung“.

Die erste Auflage umfasst 2 304 geschlechtsspezifisch sortierte und kontinuierlich dokumentierte Normalbefunde des Skeletts vom Schädel bis zum Fuß jeweils vom Kleinkindalter bis zum Erwachsenenalter (in Dreimonatsabständen in den ersten beiden Lebensjahren und anschließend einmal jährlich bis zum 21. Lebensjahr). Im Anhang befindet sich eine Wachstumstabelle nach Sontag, Snell und Anderson, die eine Übersicht über die durchschnittliche Anzahl von Ossifikationszentren bei Jungen und Mädchen aufzeigt.

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Die Enzyklopädie richtet sich an alle, die eine verlässliche Diagnose bei der Beurteilung kindlicher Röntgenaufnahmen stellen wollen. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Röntgenaufnahme eines Notfallpatienten in der Notaufnahme unverzüglich begutachtet werden muss. Außerdem kann in unklaren Fällen das ungefähre Lebensalter des Patienten anhand der Referenzbilder geschätzt werden.

Das Highlight ist die mitgelieferte DVD, die alle Abbildungen aus dem Atlas enthält und durch eine einfache Menüführung überzeugt. Im Gegensatz zum Bildatlas, in dem viele Bilder zu klein abgebildet sind (so dass man zum Erkennen von relevanten Details manchmal eine Lupe benötigt), lassen sich die digitalen Bilder bequem individuell optimieren. Besonders lobenswert ist, dass der Benutzer externe Bilder beispielsweise als DICOM-Datei einfügen und bearbeiten kann – so können einzigartige Fallsammlungen entstehen. Kurze Kommentare, die zum Beispiel das Wachstum der langen Röhrenknochen oder die Entstehung von Ossifikationszentren dokumentieren, wären eine sinnvolle Ergänzung.

Zusammenfassend ist die Sammlung eine sinnvolle und empfehlenswerte Investition, weil nur derjenige, der den Normalbefund kennt, in der Lage ist, das Pathologische davon abzugrenzen. Vor allem können diejenigen von dem Atlas profitieren, die nicht täglich das wachsende Skelett im Röntgenbild beurteilen müssen. Murat Karul

S. Lowell Kahn, Cree M. Gaskin, Victoria L. Sharp, Theodore E. Keats: Normalbefunde in der Skelettreifung. Thieme, Stuttgart 2012, 608 Seiten, gebunden, 199,99 Euro

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