ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2013Nationale Kohorte startet als grösste Gesundheitsstudie

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Nationale Kohorte startet als grösste Gesundheitsstudie

Dtsch Arztebl 2013; 110(33-34): A-1532 / B-1352 / C-1336

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die bisher größte medizinische Gesundheitsstudie Deutschlands, die Nationale Kohorte, ist jetzt offiziell gestartet. Ab Januar 2014 werden 400 000 per Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren einen Brief erhalten und gefragt, ob sie sich an der Studie beteiligen wollen, von der sich die Forscher neue Erkenntnisse im Kampf gegen Krebs, Diabetes, Demenz und andere Volkskrankheiten erhoffen. „Diese Chance auf eine bessere Prävention müssen wir nutzen“, erklärte Bun­des­for­schungs­minis­terin Johanna Wanka bei der Präsentation des Studienkonzepts in Berlin. „Dies kann jedoch nur mit der aktiven Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung gelingen.“

Bewerben für die Teilnahme an der Studie, die mehr als 20 Jahre laufen soll, kann man sich allerdings nicht, da sonst keine statistisch belastbaren Informationen nach dem mathematischen Zufallsprinzip gewonnen werden können. Stattdessen werden 200 000 freiwillige Teilnehmer zufällig ausgewählt. Sie werden dann in einem von bundesweit 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensumständen und Lebensgewohnheiten – wie zum Beispiel Ernährung, Beruf, Rauchen und körperlicher Aktivität – befragt.

Bei ihnen soll nämlich auch der Einfluss von Umweltbedingungen, Genen, Lebensstil und sozialem Umfeld auf die Entstehung von weit verbreiteten Krankheiten untersucht werden. Auf dem Programm werden Messungen von Blutdruck, Herzfrequenz und Blutzucker stehen. Ferner werden Lungenfunktion, Zahngesundheit, Handgriffstärke und geistige Fähigkeiten bestimmt. Es gibt zudem Augenuntersuchungen, Hör- und Riechtests und bei einem ausgewählten Teilnehmerkreis Untersuchungen im Magnetresonanztomographen. Nach etwa fünf Jahren werden alle Probanden zu einer zweiten Untersuchung eingeladen. Auf diese Weise wollen die Forscher möglichst viele Faktoren erfassen, die vielleicht zunächst bedeutungslos erscheinen. Später kann sich jedoch herausstellen, dass sie auf eine Krankheit hinweisen.

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Die Kosten der Großstudie belaufen sich den Angaben zufolge auf 210 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben vom Bund, den Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. 13 deutsche Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibniz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen sind an dem Projekt beteiligt. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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