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Herr Ketterer stellt wichtige Facetten unseres Artikels (1) noch pointierter und klarer dar. Er ergänzt, dass die Definition des Durchbruchschmerzes oft umgangssprachlich falsch verwendet wird. Bereits 2002 diskutierten Mercadante et al. im Konsensus-Papier der europäischen Vereinigung für Palliativmedizin, dass der englische Begriff „breakthrough pain“ inkonsistent benutzt wird, und schlugen den Begriff „episodic pain“ vor, der sich aber nicht durchsetzen konnte (2). Weiterhin führten sie an, dass die Übersetzung in unterschiedliche Sprachen – wie im Deutschen mit dem Wort Durchbruchschmerz – die semantischen Unklarheiten noch weiter vermehre.

Bezüglich voraussagbarer Schmerzepisoden, wie den angeführten Belastungsschmerzen, schließen wir uns inhaltlich den Ausführungen des Kollegen an. Die Prävention, deren erster Schritt sicherlich die Aufklärung des Patienten darstellt, ist immer die beste Therapieoption. Wenn darüber hinaus Bedarf besteht, sollte ein differenzierter Einsatz der zur Verfügung stehenden medikamentösen Optionen inklusive der Nicht-Fentanyl-Präparate erfolgen.

Die Suchtgefahr wurde in unserer Arbeit bereits diskutiert (1). Die geringe Evidenz darf nicht als geringe Gefährlichkeit missinterpretiert werden. Ähnlich würden wir das Thema der Fahrtüchtigkeit bewerten. Auch wenn derzeit keine wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema vorliegen, darf der Schluss nicht lauten, dass die diskutierten Substanzen in dieser Hinsicht unbedenklich sind.

Somit kommen auch wir zu dem Schluss, dass der Einsatz von schnell wirksamem Fentanyl eine strenge und enge Indikationsstellung, und darüber hinaus – wie bereits in unserer Übersichtsarbeit formuliert – „sowohl ärztlicherseits als auch vom Patienten einen verantwortungsvollen Umgang“ erfordert (1).

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0598b

Dr. med. univ. et scient. med. Helmar Bornemann-Cimenti
Dr. med. univ. Mischa Wejbora
Mag. rer. nat. Dr. scient. med. Istvan S. Szilagyi
Prof. Dr. med. univ. Andreas Sandner-Kiesling

Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Medizinische Universität Graz

helmar.bornemann@medunigraz.at

Interessenkonflikt

Prof. Sandner-Kiesling bekam Kongressgebühren und Reisekosten erstattet von den Firmen Pfizer, Mundipharma, Cephalon, Grünenthal und Fresenius.

Er erhielt Vortragshonorare von Cephalon und Grünenthal.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Bornemann-Cimenti H, Wejbora M, Szilagyi IS, Sandner-Kiesling A: Fentanyl for the treatment of tumor-related breakthrough pain. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(16): 271–7 VOLLTEXT
2.
Mercadante S, Radbruch L, Caraceni A, et al.: Episodic (breakthrough) pain: consensus conference of an expert working group of the European Association for Palliative Care. Cancer 2002; 94: 832–9 CrossRef MEDLINE
1.Bornemann-Cimenti H, Wejbora M, Szilagyi IS, Sandner-Kiesling A: Fentanyl for the treatment of tumor-related breakthrough pain. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(16): 271–7 VOLLTEXT
2. Mercadante S, Radbruch L, Caraceni A, et al.: Episodic (breakthrough) pain: consensus conference of an expert working group of the European Association for Palliative Care. Cancer 2002; 94: 832–9 CrossRef MEDLINE

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