ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2013Empfehlungen der Ständigen Impfkommission aktualisiert

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Empfehlungen der Ständigen Impfkommission aktualisiert

Dtsch Arztebl 2013; 110(35-36): A-1594 / B-1406 / C-1390

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat ihren neuen Impfkalender veröffentlicht (Epidemiologisches Bulletin 34/2013). Er enthält nun die Empfehlung für eine Rotavirus-Schutzimpfung bei Säuglingen und Veränderungen hinsichtlich der Hepatitis-B- und der Influenza-Impfung.

Rotaviren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen bei Kindern unter fünf Jahren. Die neu empfohlene Rotavirus-Impfung wird als Schluckimpfung gegeben; die Impfserie sollte im Alter von sechs bis zwölf Wochen beginnen und je nach Impfstoff bis zur vollendeten 24. oder 32. Lebenswoche beendet sein. Sie kann zusammen mit anderen Standardimpfungen erfolgen. Allerdings sollte die Impfserie frühzeitig beginnen, da ein geringfügig erhöhtes Risiko für Darminvaginationen mit dem Alter der Impflinge zunimmt.

Auf Basis einer Literaturübersicht über die weltweit verfügbaren Daten zur Hepatitis- B-Impfung und vor dem Hintergrund der epidemiologischen Situation in Deutschland leitet die STIKO die Schlussfolgerung ab, dass nach einer in der Kindheit oder im Erwachsenenalter erfolgreich durchgeführten Grundimmunisierung im Allgemeinen keine Auffrischimpfung notwendig ist. Wie bisher wird die Kontrolle des Impferfolgs anhand von bestimmten Antikörpern im Blut empfohlen.

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Die STIKO hat außerdem die in der bisherigen Hepatitis-B-Impfempfehlung aufgeführten acht Indikationsgruppen in drei Indikationsgruppen zusammengefasst (die „Standardimpfung“ gegen Hepatitis B im Säuglingsalter war nicht Gegenstand der Überarbeitung).

Bei der Influenza-Impfung empfiehlt die STIKO nun, bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren, bei denen wegen einer Grundkrankheit eine Impfung empfohlen ist, bevorzugt einen Impfstoff zu verwenden, der in die Nase gesprüht wird. Damit erhofft man sich eine höhere Akzeptanz der jährlich zu wiederholenden Influenza-Impfung.

Im Vergleich zum Vorjahr wird die Influenza-Impfung jetzt nicht nur Personen empfohlen, die eine ungeimpfte Risikoperson betreuen, sondern auch Personen, die eine geimpfte Risikoperson betreuen. Grund ist, dass die Influenza-Impfung keinen 100-prozentigen Schutz bietet. Das gilt insbesondere für ältere oder immungeschwächte Menschen, die somit auch bei Impfung indirekt von einem Impfschutz der sie betreuenden Personen profitieren. EB

Weitere Informationen unter:
www.stiko.de und www.rki.de/impfen

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